«Riesiger Stolz» Dieser Waadtländer tritt bei Olympia gegen Marco Odermatt an

Luca Betschart

3.2.2026

Marco Odermatt wird im Olympia-Riesenslalom auf unbekannte Konkurrenz treffen.
Marco Odermatt wird im Olympia-Riesenslalom auf unbekannte Konkurrenz treffen.
Bild: Keystone

Thomas Weir. Dieser Name sagt dir vermutlich nichts – und doch gehört der junge Waadtländer Skirennfahrer zu den Auserwählten, die bei den Olympischen Spielen im Slalom und Riesenslalom an den Start gehen werden.

Clara Francey

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der erst 17-jährige Waadtländer Thomas Weir darf bei Olympia den Slalom und den Riesenslalom bestreiten – obwohl sein bestes Resultat bisher ein 32. Platz in einem FIS-Rennen (dritthöchste Stufe) ist.
  • Weir tritt für Südafrika an, das Herkunftsland seines Vaters und Trainers, und erfüllt sich mit der Teilnahme einen Kindheitstraum.
  • So schön diese Geschichte auch ist, wirft sie dennoch Fragen auf. Während etwa Alexis Pinturault, aktuell die Nummer 12 der Welt im Riesenslalom, in Bormio nicht am Start stehen wird, darf die aktuelle Nummer 2’729 der Weltrangliste teilnehmen.

Wie die Kantone Wallis, Freiburg und Genf wird auch der Kanton Waadt bei den Olympischen Spielen 2026 im alpinen Skisport vertreten sein – durch Thomas Weir. Der Haken: Der junge Techniker aus Gland wird nicht mit dem Schweizer Kreuz auf dem Rennanzug antreten, sondern unter den Farben Südafrikas, dem Herkunftsland seines Vaters und Trainers.

Mit gerade einmal 17 Jahren gehört Weir zu den fünf Athleten – ein Rekord für die «Regenbogennation» –, die für Südafrika an diesen Olympischen Spielen starten werden. Der Waadtländer bestreitet am 14. Februar den Slalom sowie zwei Tage später den Riesenslalom. Und dies, obwohl das bislang beste Resultat des Fahrers, der seine Wettkampfkarriere im Alter von zehn Jahren beim Ski Club Nyon begann, ein 32. Platz in einem FIS-Rennen ist – der dritthöchsten Stufe des internationalen alpinen Skisports.

Den Kindheitstraum verwirklichen

«Mein Land auf höchstem Niveau vertreten zu dürfen, bei Olympischen Spielen die Flagge zu tragen, ist ein riesiger Stolz. An einem so grossen Ereignis teilnehmen zu können, ist eine unglaubliche Erfahrung», sagt Weir vor den Kameras von Nyon Région Télévision. In Bormio freut sich der Doppelbürger bereits darauf, auf die grossen Namen des Schweizer Skisports zu treffen – allen voran Marco Odermatt, dem er im Riesenslalom gegenüberstehen wird.

So schön diese Geschichte auch ist und so sehr sie dem offenen Geist des Olympismus entspricht, wirft sie dennoch Fragen auf. Denn zugleich müssen grosse Skinationen wie Frankreich aufgrund strenger olympischer Quoten auf absolute Spitzenathleten und potenzielle Medaillenkandidaten verzichten.

In Bormio wird etwa Alexis Pinturault, aktuell die Nummer 12 der Welt im Riesenslalom, nicht am Start stehen. Gleichzeitig erhält die Nummer 2’729 der Weltrangliste die Möglichkeit, mit nur 17 Jahren seinen olympischen Traum zu leben. Eine direkte Folge eines Quotensystems – und auf Kosten der sportlichen Hierarchie.

Das könnte dich auch interessieren

Miggiano über Nicht-Nomination für Olympia: «Natürlich ist es bitter»

Miggiano über Nicht-Nomination für Olympia: «Natürlich ist es bitter»

03.02.2026

Tanja Frieden über Tod von Ueli Kestenholz: «Es war ein Schock»

Tanja Frieden über Tod von Ueli Kestenholz: «Es war ein Schock»

02.02.2026