Patrick Fischer ist der Architekt der Schweizer Hausse im Welt-Eishockey. Auf seiner Abschiedstournee will der Nationaltrainer mit seinem Team nun endlich auch auf der grössten Bühne liefern.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Am Donnerstag startet für die Schweizer Eishockey-Nati mit der Partie gegen Frankreich das Olympia-Turnier.
- Erstmals in der über zehnjährigen Amtszeit kann Trainer Patrick Fischer auf alle Schweizer NHL-Stars zählen. «Mich freut es als Coach, dass wir mit dem besten Aufgebot nach Mailand gehen können», gesteht Fischer.
- Vor dem Duell mit dem vermeintlichen Aussenseiter Frankreich warnt Fischer: «An Olympia gibt es keine einfachen Partien.»
Nach einer kurzen, intensiven Vorbereitung beginnt für das Nationalteam der Männer am Donnerstagmittag mit dem Spiel gegen Frankreich (12.10 Uhr) das olympische Turnier. Erstmals in seiner über zehnjährigen Amtszeit stehen Patrick Fischer beim Rendezvous der Besten der Besten sämtliche NHL-Stars zur Verfügung.
«Mich freut es als Coach, dass wir mit dem besten Aufgebot nach Mailand gehen können. Mich freut es für die Hockey-Welt, dass die besten Spieler kommen. Das braucht unser Sport und es ist schon zu lange nicht mehr passiert», sagt Fischer vor dem Turnierauftakt im Gespräch mit blue Sport. «Eine unglaublich schöne Geschichte. Wir müssen uns bewusst sein, es ist ein Turnier der absoluten Superlative und wir sind mittendrin. Wir gehen mit Ambitionen dahin und das hat sich auch verändert.»
Im eigenen Tunnel bleiben
Mit dem Erreichen der letzten beiden WM-Finals sind die eigenen Ansprüche, aber auch die Erwartungen von aussen gestiegen. An Olympischen Spielen allerdings blieb der grosse Wurf unter Fischer bislang aus. Zweimal scheiterte die Schweiz im Viertelfinal, 2018 an Erzrivale Deutschland, 2022 am späteren Olympiasieger Finnland.
«Es geht darum, dass wir gut in das Turnier starten, dass wir das Momentum haben und unser Spiel spielen. Dann ist im Sport alles möglich», betont Fischer, der vor seiner letzten Olympia-Teilnahme steht: «Das schwingt sicher auch mit. Es sind insgesamt meine fünften Olympischen Spiele, ich habe viel Verschiedenes erlebt. (...) Man nimmt es noch einmal bewusster wahr, wenn man weiss, es ist das letzte Mal.»
Ein grosses Thema sind für Fischer die Ablenkungen beim Grossevent. «Normalerweise an einer WM sind wir in unserer Bubble in einem Hotel. Bei Olympia bist du im olympischen Dorf mit anderen Athleten aus verschiedenen Ländern. Es gibt andere Events und ganz viel Aufmerksamkeit», so Fischer. «Das ist der grosse Unterschied, dass wir dort in unserem Tunnel bleiben können. Da haben wir den Hauptfokus.»
«Es gibt keine einfachen Partien»
Zum Auftakt gegen Frankreich, dem auf dem Papier schwächsten der drei Vorrundengegner, geht die Schweiz als Favorit ins Spiel. Fischer warnt dennoch: «An Olympia gibt es keine einfachen Partien.» Mit dem ehemaligen ZSC-Stürmer Alexandre Texier verfügt das französische Team nur über einen NHL-Spieler, sieben Akteure verdienen ihr Geld in der Schweiz. Gecoacht werden die Franzosen vom früheren Servette-Trainer Yorick Treille, ihm stehen mit Cristobal Huet und Ivano Zanatta zwei in der Schweiz bestens bekannte Assistenten zur Verfügung.
Wie gut die Ausgangslage für die K.o.-Phase sein wird, dürfte sich in den folgenden Partien gegen Kanada und Tschechien entscheiden. Spätestens dann zeigt sich, wo die Schweiz im Konzert der Grossen steht.