Gold in der Königsdisziplin – und trotzdem bleibt Franjo von Allmen ganz sich selbst. Nach seinem Triumph in der Olympia-Abfahrt von Bormio sorgt der Schweizer mit einer ehrlichen Aussage für Schmunzeln: Die Medaille liegt bereits sicher im Safe.
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- Franjo von Allmen gewinnt bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Bormio Gold in der Abfahrt und feiert damit nach WM-Gold 2025 den nächsten Karrierehöhepunkt.
- Der 24-jährige Berner zeigt sich emotional und bodenständig, gibt seine Medaille vorsorglich in den Safe und kündigt wegen weiterer Rennen nur zurückhaltende Feierlichkeiten an.
- Silber geht an den Italiener Giovanni Franzoni, Bronze an Dominik Paris, der sich damit seinen lang ersehnten Olympia-Medaillentraum erfüllt.
Franjo von Allmen holt sich Olympia-Gold in der Abfahrt. Der 24-Jährige hat vor rund einem Jahr in Saalbach bereits WM-Gold in der Königsdisziplin gewonnen. Im Interview bei SRF nach seiner Fahrt, aber als das Rennen noch im Gange war, sagte der Berner: «Ich bin sehr cool ins Rennen gegangen. Ich war sehr locker, aber jetzt bin ich sehr nervös.»
Nach 36 Fahrern war das Zittern dann zu Ende – es waren keine weiteren Athleten am Start und damit offiziell: Franjo von Allmen ist Abfahrts-Olympiasieger 2026. Von Allmen erscheint dann erneut bei SRF im Interview und sagt emotional: «Es macht Freude, es ist schön wenn so viele Leute schauen, die man kennt und einem so nahe stehen.»
Als von Allmen vor einem Jahr in Saalbach seine Abfahrts-Goldmedaille gewonnen hatte, kündigte er an, dies auch gebührend zu feiern. Auf die Frage ob das jetzt wieder der Fall sein werde, sagt er: «Es könnte schon in diese Richtung gehen, aber weil noch weitere Rennen ausstehen wird es wohl aber etwas bedacht.»
Im Interview erscheint von Allmen bereits ohne seine Medaille. Als ihn SRF-Moderator Paddy Kälin darauf anspricht, erklärt der Olympiasieger: «Die ist im Safe. Ich habe die Medaille schon zurückgebracht, weil ich kenne mich und die verliere ich sonst noch. Ich bin ein Chaot und deshalb dachte ich: ‹Safe ist Safe›.»
Franzoni über von Allmen: «Er ist so ein toller Typ»
Eine Medaille geholt hat auch Dominik Paris. Der 36-Jährige hat sich damit endlich den Traum von Edelmetall an Olympia erfüllt. Der Italiener sagt im SRF-Interview: «Einer Medaille habe ich lange nachgefiebert. Ich habe mir heute gedacht, wenn es geht, dann geht's und sonst ist es mir nicht vergönnt.»
Über seine Leistung sagt der Südtiroler: «Es war ein guter Lauf, aber nicht gut genug für Franjo. Er hat einfach einen Hammer-Lauf hingelegt. Man hat gemerkt, die Jungen haben nochmal das letzte bisschen mehr Courage.» Zuerst sei er enttäuscht gewesen, als nur die 3 aufgeleuchtet sei im Ziel: «Man ist Rennfahrer und will siegen.» Dann aber habe er realisiert, dass er eine Bronze-Medaille gewinnen werde: «Endlich ist ein grosser Traum Wirklichkeit geworden.»
Neben von Allmen war noch ein zweiter Fahrer der jüngeren Generation schneller als Paris. Es ist dies dessen Teamkollege und Senkrechtstarter der Saison: Giovanni Franzoni. Im SRF-Interview sagt der 24-Jährige: «Als ich die Fahrt der Schweizer gesehen habe, dachte ich: ‹Die waren so schnell, das wird hart, sie zu schlagen.›»
Franzoni erklärt, dass er am Morgen ruhig gewesen sei, vor dem Start aber nervös wurde, schwere Beine hatte und die Gedanken gekreist seien: «Ich dachte an alle Fans, die mich anfeuern. Ich habe diese Energie mitnehmen können. Ich habe einen tollen Lauf gezeigt und zwei Zehntel Rückstand sind nicht viel, aber hier in Italien Silber zu holen ist wunderbar.»
Obwohl es nicht ganz für Gold gereicht hat, erklärt Franzoni: «Es ist das tollste Podium, das ich mir habe vorstellen können, auch wenn Gold noch schöner gewesen wäre.» Franzoni erzählt, dass er von Allmen bereits seit der Junioren-WM kenne: «Er ist so ein toller Typ und insipriert mich die ganze Zeit.» Und mit seinem Teamkollegen Dominik Paris das Podest zu teilen, habe er sich schon lange als Ziel gesetzt. Dies ausgerechnet an Olympia in Bormio zu erreichen, mache es umso spezieller: «Es ist die grösstmögliche Bühne und er ist die Legende der Stelvio.»
