Teamspirit statt Star-Allüren: Kevin Fiala erklärt an einer Medienkonferenz, warum die Schweizer Nati bei Olympia 2026 gegenüber der Konkurrenz Vorteile hat.
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- Kevin Fiala freut sich «riesig» auf die Olympischen Spiele 2026, bei denen erstmals seit 2014 alle NHL-Stars teilnehmen.
- Er lobt den starken Teamgeist der Schweizer Nati und würdigt das scheidende Erfolgsduo Fischer/Weibel als zentrale Figuren der jüngsten Erfolge.
Kevin Fiala freut sich auf 2026. Vor allem ein Event sticht heraus: «Olympia ist ein Riesen-Highlight. Ich freue mich sehr und ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein kann. Das ist immer ein Traum.» Nicht nur das Hockey, die ganze Atmosphäre löst beim Ostschweizer Vorfreude aus: «Schweizer Teams, Schweizer Sportler, Fans – es wird riesig. Ich freue mich unglaublich.»
Und wie stehen die Chancen der Nati? «In den letzten zwei Jahren haben wir sehr gut gespielt und bei Weltmeisterschaften zweimal Silber geholt.» Dennoch sei eine Olympiade aussergewöhnlich. «Da sind die Besten der Besten. Und alle Spieler werden dabei sein. Alle Nationen sind voll mit Top-Spielern. Das wissen wir, aber das ändert nichts. Wir sind ein sehr gutes Team», hält der 29-Jährige fest.
Es sei ein Turnier, wo man nicht zu weit denken und einfach Spiel für Spiel nehmen soll, erläutert Fiala. Am Turnier im Mailand/Cortina nehmen erstmals seit 2014 auch alle Top-Cracks der NHL teil. «Es ist geil, wir freuen uns auf die Challenge. Mal schauen, was wir in der Olympiade machen können.»
Regeln von Fischer und Weibel als Basis für Teamspirit
Ob er zufrieden mit dem Kader ist oder einzelne Spieler vermisst?
«Das überlasse ich den Coaches und Team-Manager, dass sie die richtige Wahl treffen. Ich bin einfach ein Spieler und freue mich, dass ich dabei bin» sagt Fiala und streicht den Teamgedanken hervor: «Darum sind wir so gut, weil wir in den letzten Jahren wirklich ein Team waren.»
Fiala weiter: «Alle lieben einander, alle unterstützen einander und wollen füreinander spielen. Und nicht nur die Spieler, sondern der ganze Staff. Es ist wirklich eine grosse Familie.»
Nach der Heim-WM werden Trainer Patrick Fischer und Direktor Lars Weibel den Verband verlassen. «Es ist natürlich schade und traurig», so Fiala wehmütig und führt aus: «Beide sind sehr wichtig für die Schweizer Nation. Was wir da auf die Beine gebracht haben, hätten wir ohne sie nicht geschafft», lobt er. Die beiden hätten in der Schweiz «grosse Änderungen in einer positiven Art» durchgeführt.
Der bevorstehende Abgang des Erfolg-Duos nimmt Fiala als Extra-Motivation: «Das ist ein bisschen wie letztes Jahr mit Büehli (Andres Ambühl). Es ist das letzte Mal und sie verdienen es. Ohne sie hätten wir nicht drei Silbermedaillen gewonnen», hält er fest. «Sie haben einige Regeln gemacht, die für das Team sehr gut waren.»
Das sei der Grund, warum man heute eine Familie sei. «Alle Spieler lieben einander. Du kommst von den Trainings nach Hause, von den Spielen nach Hause ins Hotel und wir spielen miteinander. Alle gehen in die Lounge und chillen miteinander», schwärmt der trickreiche Flügelspieler.
Josi als Vorbild
Wenn er die anderen Teams beobachte, seien diese vielmehr einzeln unterwegs. «Einzeln gibt es in der Schweiz Nati nicht. Es sind alle die ganze Zeit miteinander. Wir bedanken uns sehr für den Effort, den uns beide gegeben haben. Es ist eine Extra-Motivation, da liegt sicher etwas drin», resümiert Fiala.
Zudem kann die Nati mit Roman Josi auf eine «unglaubliche Person» zählen kann. «Wenn Josi dabei ist – wie bei der WM 2024 in Prag – dann spürst du es im Raum. Die Aura, die er hat – er ist der geborene Leader und Captain», betont Fiala, der in Josi auch ein Vorbild für sich selbst sieht: «Mal schauen, wie lange meine Karriere noch geht. Ich will so lange in der NHL bleiben wie möglich. Ich bin ja noch relativ jung, also muss ich hoffentlich nicht bald zurückkehren», scherzt der 29-Jährige.