Wie einst ihr Ex Tiger Woods Olympia-Debatte: Ist Lindsey Vonn jetzt «GOAT» oder Ziege?
Für Arnold Schwarzenegger ist Lindsey Vonn die Grösste, für andere nur unvernünftig. Sicher ist: Die Ski-Queen quälte sich an Olympia auf eine Stufe mit Ex-Freund Tiger Woods. Der Golf-Star gewann 2008 einen Major-Titel mit doppeltem Schienbeinbruch.
So schnell dürfte die Debatte um Lindsay Vonn nicht abreissen. War ihr Start bei der Abfahrt trotz Kreuzbandriss aussergewöhnlich blöd oder nur aussergewöhnlich? Für die einen ist sie nach diesen Olympischen Spielen die «GOAT» (Abkürzung für die Grösste aller Zeiten). Für die anderen ist sie eine Ziege (engl.: goat).
Gerade mal 9 Tage vor der Olympia-Abfahrt reisst sich die Amerikanerin das Kreuzband. Dennoch steht die 41-jährige Amerikanerin, die seit ihrem Comeback im Dezember 2024 mit Knieprothese fährt, am 8. Februar in Cortina am Start. Fest entschlossen, sich für den grossen Medaillentraum zu quälen. Entgegen jeder Vernunft und jedes ärztlichen Ratschlags.
Nach nur 13 Fahrsekunden verliert Vonn die Kontrolle, fliegt durch die Luft, verdreht sich und stürzt schwer. Sie schreit vor Schmerzen und bleibt liegen. Erst als Vonn mit einem Helikopter abtransportiert wird, getrauen sich die Millionen Menschen vor dem TV auszuatmen.
Für Schwarzenegger ist Vonn eine mutige Heldin
Schon bei ihrem Comeback im Dezember 2024, fünf Jahre nach ihrem Rücktritt, mit 40 und Knie-Prothese wurde gemotzt und gemosert: Vonn sei ein schlechtes Vorbild, nur auf Ruhm aus, verrückt, hat es vielerorts geheissen.
Und so tönt es nun mancherorts wieder. All die Kritiker fühlen sich nach dem Sturz bestätigt. Doch nicht alle teilen diese Meinung. Für einige ist Vonn eine Heldin. So auch für Arnold Schwarzenegger. Der Österreicher schreibt auf Social Media von einem inspirierenden Comeback seiner Freundin. «Bessere Geschichten kann man sich kaum ausdenken. Es ist mutig. Es ist tapfer. Und ein kleines bisschen verrückt.»
Vonn-Kritiker kanzelt der «Terminator» ab. «Was diese Menschen nicht verstehen – weil sie selbst nie etwas Grosses versucht haben, weil sie sich nie bis an die absoluten Grenzen ihrer Möglichkeiten gebracht haben, weil sie ihr wahres Potenzial niemals kennenlernen werden –, ist, dass es so etwas wie risikofreien Erfolg nicht gibt.»
Tiger Woods: mit doppeltem Beinbruch zum Major-Titel
Ob nun mordsmässig mutig oder mordsmässig leichtfertig: Die Ski-Queen ist an Olympia über ihre Grenzen gegangen, hat einen unvorstellbaren Willen gezeigt.
So wie es einst schon ihr Ex-Freund Tiger Woods getan hat. Der Golf-Superstar triumphiert 2008 an den US Open, mit gerissenem Kreuzband und doppeltem Schienbeinbruch.
Unvergessen die Bilder, wie der Golf-Star mit schmerzverzerrtem Gesicht über den Platz humpelt und gar zwei Golfschläger als Krücken benutzt. Sein Caddie und sein Arzt wollen, dass er aufgibt, er staucht sie dafür zusammen. Tiger Woods quält sich und gewinnt. «Bei einigen Schlägen spürte ich den Knochen nochmals brechen», hat er später gesagt.
Tiger Woods gewinnt 2008 seinen 14. Major-Titel und kassiert 1,3 Millionen Dollar Preisgeld. Seine Ex-Freundin Vonn geht an Olympia 2026 leer aus und landet im Operationssaal. «Das Leben ist zu kurz, um keine Risiken einzugehen. Denn das einzige Versagen im Leben ist, es nicht zu versuchen», postet sie aus dem Krankenbett. Die «GOAT» hat gesprochen. Die grösste Speedfahrerin aller Zeiten für die einen. Eine verantwortungslose Ziege, die für Ruhm und Ehre ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt hat, für die anderen.