Obwohl blue Sport die dreifache Olympische Medaillengewinnerin bittet, ihre Trophäen mitzunehmen, kommt Maite Nadig mit leeren Händen. Sie hat die Medaillen verschenkt, weggeben, verlegt. Warum tut man so was?
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Maite Nadig wurde 1972 in Sapporo überraschend Doppel-Olympiasiegerin. 1980 kam noch Olympia-Bronze in Lake Placid hinzu.
- Im Olympia-Talk «Legenden für die Ewigkeit» verblüfft sie mit der Aussage, dass sie ihre Medaillen längst verschenkt habe. Eine ging an einen ihrer Ex-Trainer. «Ich schenkte sie ihm zum 60. Geburtstag.»
- Kein Witz: Ihre Bronzene verschenkte sie einem Deutschen, den sie gar nicht kannte. Hier verrät die Ski-Legende weshalb.
Marie-Theres Nadig holte an den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo Gold in der Abfahrt und im Riesenslalom. 1980 kam in Lake Placid auch noch Oympia-Bronze hinzu.
Bei anderen Sportstars sind Olympische Medaillen zuhause gut sichtbar in einer Vitrine oder gar in einem Museum ausgestellt, bei Maite Nadig liegen sie nicht mal in einer Schuhschachtel im Keller.
Die mittlerweile 71-jährige Flumserin hat sie längst weggegeben, wie sie im Olympia-Talk «Legenden für die Ewigkeit» auf blue erzählt. Nicht verkauft, sondern verschenkt. «Eine Goldmedaille habe ich Rolf Hefti zum 60. Geburtstag geschenkt. Er war einer unserer Trainer bei den Olympischen Spielen und hat einen grossen Verdienst an meinem Erfolg.» Die andere Goldmedaille sei wohl noch irgendwo, sagt sie. «Aber ich weiss nicht gerade wo und es ist auch nicht wichtig.»
«Ich sagte ihm: ‹Sie können sie auch gerne behalten›»
Und die Bronzemedaille von Lake Placid? Nadig: «Die habe ich einem Deutschen gegeben, der irgendeine Ausstellung gemacht hat.» Er wollte sie danach zurückschicken. «Ich sagte ihm dann: ‹Sie können sie auch gerne behalten. Ich weiss ja, wie sie aussieht›.»
Eine Olympia-Medaille einem Unbekannten zu verschenken, ist zumindest speziell. Nadig schmunzelt und sagt: «Was heisst schon speziell? Ja. Klar war sie eine Auszeichnung. Aber irgendwann lebt man dann ja weiter.»
Ihr war auch während ihrer Karriere Popularität und Aufmerksamkeit nicht wichtig, eher sogar unangenehm. So beklagte sich die junge Teenagerin nach dem Doppel-Gold-Erfolg, dass sie nicht mehr ungestört mit Kolleginnen auswärts essen gehen könne.