Mehrere Eisen im Feuer, aber sicherster Medaillentipp sind Delarze/Röösli

SDA

15.7.2021 - 05:36

Barnabe Delarze, links, und Roman Roeoesli, rechts, Doppelzweier Maenner, portraitiert nach dem Training auf dem Sarnersee am Dienstag, 22. Juni 2021, in Sarnen. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Barnabé Delarze (links) und Roman Röösli streben das Maximum an, Olympia-Gold soll es sein.
Bild: Keystone

Die Schweizer Ruderer sind an den Olympischen Spielen in Tokio mit vier Booten vertreten. Angestrebt werden ein Podestplatz und vier Top-8-Klassierungen.

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15.7.2021 - 05:36

7 goldene und insgesamt 24 Medaillen haben die Schweizer Ruderer an Olympischen Spielen bisher gewonnen. Vor fünf Jahren in Rio de Janeiro triumphierte der Leichtgewichts-Vierer in der Besetzung Mario Gyr, Simon Niepmann, Simon Schürch und Lucas Tramèr. Von diesem Quartett ist keiner mehr dabei. Dennoch ist Japans Hauptstadt einiges möglich.

Am ehesten ist dem Doppelzweier mit Roman Röösli und Barnabé Delarze der Sprung aufs Podest zuzutrauen. «Unser grosser Traum ist Gold, nicht irgendeine Medaille», macht Delarze keinen Hehl aus den Ambitionen. Röösli betont aber, dass «das Niveau nochmals gestiegen ist. Neun, zehn Boote besitzen das Potenzial für eine Medaille». Die beiden hoffen, die richtigen Lehren aus 2019 gezogen zu haben, als sie zu früh in Form waren und sich an der WM mit Platz 5 begnügen mussten. Im Jahr zuvor hatten sie WM-Silber geholt.

Fragezeichen um Gmelin

Ein Fragezeichen steht hinter Jeannine Gmelin, die seit Anfang 2019 nicht mehr mit dem Nationalteam trainiert. Nachdem die 31-jährige Zürcher Oberländerin 2017 und 2018 nur ein Rennen verloren hatte – an der WM 2018 belegte sie Platz 2 –, gehörte sie zuletzt nicht mehr zu den Allerbesten. Bei ihrer Olympia-Hauptprobe in Luzern am 23. Mai war sie im A-Final chancenlos und wurde Letzte.

Dennoch ist sie guten Mutes, der «Schock» auf dem Rotsee erklärbar. Einerseits ruderte Gmelin die Regatta mehr oder weniger aus dem Training heraus und hatte sie die hohen Intensitäten «nicht wirklich vorbereitet, was ich natürlich merkte». Andererseits startete sie mit einer veränderten Bootseinstellung, die nicht wie gewünscht funktionierte. Ihr Ziel bleibt eine Medaille. Vor allem aber will sie in Tokio zeigen, «was in mir steckt», so Gmelin. Von Ende Mai bis Ende Juni trainierte sie in Avis in Portugal, am gleichen Ort wie vor ihrem WM-Triumph 2017.

Jeanine Gmelin from Switzerland at the Women's single sculls race at the Rowing World Cup on Lake Rotsee in Lucerne, Switzerland, Friday, May 21, 2021. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Wozu ist Jeanine Gmelin an den Olympischen Spielen fähig?
Bild: Keystone

Der Vierer ohne Steuermann strebt den A-Final an. Weil es dem Quartett in diesem Jahr über alles gesehen nicht wie gewünscht gelaufen ist, nimmt neu nicht mehr Markus Kessler, sondern Paul Jacquot die Bug-Position ein. Schlagmann bleibt Andrin Gulich, hinter ihm sitzt Joel Schürch im Boot. «Wir zogen gute Erkenntnisse aus den Regatten», sagt Schürch.

Bereits in Tokio angekommen

Der Leichtgewichts-Doppelzweier mit Patricia Merz und Frédérique Rol löste das Olympia-Ticket Mitte Mai bei letzter Gelegenheit auf souveräne Art und Weise, obwohl sich Rol im März an den internen Trials eine Rippenverletzung zugezogen hatte. «Wir sahen die Verletzung als Chance und nahmen viel Positives heraus», sagt Rol. Das Vertrauen ist jedenfalls gross.

Die Schweizer Ruderinnen Patricia Merz, links, und Frederique Rol, rechts, im Leichtgewichts-Doppelzweier der Damen beim Training auf dem Sarnersee am Dienstag, 22. Juni 2021. KEYSTONE/Urs Flueeler).
Gerade noch auf den Olympiazug aufgesprungen: Patricia Merz (links) und Frederique Rol.
Bild: Keystone

Die Schweizer sind bereits am Montag nach Japan gereist, wo sie vom 8. bis 17. Juli in Kinosaki vorbereiten, um sich an die ungewohnten klimatischen Bedingungen zu gewöhnen. Die ersten Vorläufe im Rudern stehen am 23. Juli noch vor der Eröffnungsfeier im Programm.

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