Gold für die Schweiz! Von Allmen rast entfesselt zum Olympia-Sieg – Franzoni und Paris werfen Odermatt vom Podest

Luca Betschart

7.2.2026

Franjo von Allmen rast mit Traumfahrt zu Olympia-Gold

Franjo von Allmen rast mit Traumfahrt zu Olympia-Gold

07.02.2026

Franjo von Allmen sichert sich in der Olympia-Abfahrt in Bormio die Goldmedaille. Der Weltmeister aus dem Berner Oberland setzt sich vor den Italienern Giovanni Franzoni und Dominik Paris durch, Marco Odermatt wird undankbarer Vierter.

Redaktion blue Sport

Von Allmen ist der fünfte Schweizer Abfahrts-Olympiasieger nach Bernhard Russi (1972), Pirmin Zurbriggen (1988), Didier Défago (2010) und Beat Feuz (2022). Auf den Tag genau vier Jahre nach der Gold-Fahrt von Feuz in Peking stieg Von Allmen auf der Piste Stelvio mit Startnummer 8 ins Rennen. Er zeigte von Beginn an eine engagierte Fahrt und distanzierte den direkt vor ihm gestarteten Odermatt um sieben Zehntel.

Einzig Paris und allen voran Franzoni trieben Von Allmen in der Folge noch Schweissperlen auf die Stirn. Während Paris, mit sechs Abfahrtssiegen Rekordsieger auf der Stelvio, mit einer halben Sekunde Rückstand am Ende keine Chance auf Gold hatte, war Franzoni deutlich näher am ganz grossen Coup. Der Aufsteiger der Saison, der in Kitzbühel seinen ersten Weltcup-Sieg in der Abfahrt realisierte, büsste lediglich zwei Zehntel auf den neuen Olympiasieger ein. Für Paris ist es im Alter von 36 Jahren die erste Medaille an Olympischen Spielen, gleiches gilt selbstredend für die 24-jährigen Von Allmen und Franzoni, die zum ersten Mal bei Olympia am Start standen.

Odermatt und Monney knapp neben dem Podest

Zu den Geschlagenen gehörte der im Vorfeld von vielen Seiten als Topfavorit titulierte Marco Odermatt. Der 28-jährige Nidwaldner stand in dieser Saison in fünf von sechs Abfahrten unter den Top-3 und gewann die Hälfte der Rennen in der Königsdisziplin. In Bormio klassierte er sich auf dem undankbaren 4. Platz. Odermatt verpasste den angestrebten Sieg deutlich, die Bronzemedaille jedoch um lediglich 20 Hundertstel.

Alexis Monney fuhr bei seinen ersten Olympischen Spielen ebenfalls nur knapp neben das Podest. Der Bormio-Sieger der Vorsaison büsste lediglich fünf Hundertstel mehr ein als Odermatt und klassierte sich direkt hinter dem Weltmeister von 2023. Stefan Rogentin verlor als 23. mehr als zweieinhalb Sekunden auf die Siegerzeit. Er hatte sich im internen Kampf mit Niels Hintermann den vierten Schweizer Startplatz gesichert.

Der Live-Ticker zur Nachlese

Das Schlussklassement der Olympia-Abfahrt.
Das Schlussklassement der Olympia-Abfahrt.
Bild: FIS
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  • Liveticker beendet
  • Startnummer 30

    Die Top 30 sind unten – Gold für die Schweiz!

    Als letzter Fahrer der Top 30 fährt Martin Cater mit einem Rückstand von 1.9 Sekunden auf Zwischenrang 16. Und damit steht mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit fest: Franjo von Allmen wird Abfahrts-Olympiasieger!

  • Startnummer 27

    Kyle Negomir mit Exploit

    Der Amerikaner zeigt, dass immer noch starke Fahrten möglich sind. Negomir prescht auf den hervorragenden Platz 10 vor.

  • Startnummer 21

    Raphael Haaser fährt auf Zwischenrang 14

    Der Österreicher verliert in jedem Sektor Zeit auf die Bestzeit. Mit 1.89 Sekunden hält er den Rückstand aber in Grenzen und kommt als 14. ins Ziel.

  • Startnummer 20

    Stefan Rogentin reiht sich zuhinterst ein

    Der letzte Schweizer Trumpf kann nicht annähernd mit den Schnellsten mithalten. Bereits bis zur zweiten Zwischenzeit verliert Rogentin 72 Hundertstel und kommt auch danach nicht in Fahrt. Im Ziel beträgt der Rückstand 2.57 Sekunden – Rogentin reiht sich im Klassement zuhinterst ein.

  • Startnummer 19

    Miha Hrobat knapp hinter den Top 10

    Der Slowene startet gut und verliert bis zur dritten Zwischenzeit bloss 39 Hundertstel auf die Bestzeit von von Allmen. Im unteren Streckenteil kann er mit dem Führenden nicht mithalten, schlägt sich aber dennoch beachtlich und kommt als Elfter ins Ziel.

  • Startnummer 18

    Elian Lehto mit grossem Rückstand

    Der Finne kann nicht in den Podestkampf eingreifen. Bei der zweiten Zwischenzeit ist der Rückstand mit 80 Hundersteln bereits zu gross, bis ins Ziel wächst dieser auf 2.22 Sekunden. Lehto reiht sich auf Position 15 ein.

  • Startnummer 17

    Cameron Alexander kommt nicht in Fahrt

    Der Kanadier fühlt sich wohl auf der Stelvio und stand in Bormio schon mehrfach auf dem Podest. Heute aber hat er bereits im oberen Teil mit Problemen zu kämpfen und kommt mit grosser Verspätung zur dritten Zwischenzeit. Im Ziel beträgt der Rückstand 1.88 Sekunden – das bedeutet Zwischenrang 12.

  • von Allmen im Interview

    Der Führende Franjo von Allmen im Interview mit SRF: «Jetzt bin ich sehr nervös. Ich bin sehr cool ans Rennen gegangen, sehr locker. Es hat alles gepasst, aber jetzt bin ich nervös.»

    «Es haben ein paar Fahrer gezeigt, dass ein paar Sektoren schneller sein können, aber es war sicher eine sehr gute Fahrt von mir, das habe ich gemerkt. Dass ich mit so viel Vorsprung im Ziel bin, hätte ich auch nicht gedacht. Aber man hat es gesehen, Paris und Franzoni kamen mir sehr nah.»

  • Startnummer 16

    Adrian Smiseth Sejersted scheidet aus

    Der Norweger kommt nicht auf Touren. Bei der zweiten Zwischenzeit bereits eine halbe Sekunde zurück, verpasst er im Mittelteil ein Tor und scheidet aus.

  • Startnummer 15

    Florian Schieder chancenlos

    Der letzte italienische Trumpf ist bereits bei der zweiten Zwischenzeit entscheidend zurückgebunden. «Das ist zu kontrolliert», kommentiert Experte Feuz und soll damit Recht behalten. Schieder kommt mit einem Rückstand von knapp 2 Sekunden auf Zwischenrang 12 ins Ziel.

  • Startnummer 14

    Mattia Casse geschlagen

    Der dritte von vier Italienern zeigt eine solide Fahrt, kann die Podestfahrer aber nicht gefährden. Bereits bis zur vierten Zwischenzeit wächst der Rückstand auf über eine Sekunde. Im Ziel reiht sich Casse auf Position 10 ein.

  • Startnummer 13

    Ryan Cochran-Siegle verliert über zwei Sekunden

    Der US-Amerikaner kann nicht ganz mit den Schnellsten mithalten. Von der ersten Zwischenzeit an büsst er im Vergleich mit von Allmen an Boden ein, im Ziel resultieren über 2 Sekunden Rückstand. Das bedeutet Zwischenrang 11.

  • Startnummer 12

    Dominik Paris verdrängt Odermatt vom Podest

    Auch Paris zeigt eine starke Fahrt und lässt von Allmen im Ziel zittern. Im unteren Streckenteil allerdings kann der Routinier nicht ganz mit dem Schweizer mithalten. Doch Paris fährt auf Zwischenrang 3 – und verdrängt Odermatt damit vom Podest.

  • Startnummer 11

    Giovanni Franzoni rast auf Platz 2

    Starker Auftritt von Franzoni! Der Italienier hält am besten mit von Allmen mit und verliert bis ins Ziel bloss 20 Hundertstel. Damit verdrängt Franzoni Odermatt von Platz 2.

  • Startnummer 10

    Nils Allegre verliert über eine Sekunde

    Anders als Kriechmayr büsst Allegre schon bis zur zweiten Zwischenzeit eine halbe Sekunde ein. Bis ins Ziel wächst der Rückstand auf über eine Sekunde, Allegre reiht sich auf Platz 6 ein.

  • Startnummer 9

    Vincent Kriechmayr knapp neben dem Podest

    Der Österreicher hält bis zur dritten Zwischenzeit ausgezeichnet mit von Allmen mit und ist da gar leicht vorne. Im unteren Teil allerdings kann der Österreicher nicht mehr mit dem Schweizer mithalten. Im Ziel fehlen 2 Hundertstel auf Monney – Kriechmayr reiht sich als Vierter ein.

  • Startnummer 8

    Franjo von Allmen entfesselt auf Rang 1

    Von Allmen startet noch schneller als Teamkollege Odermatt. Bis zur zweiten Zwischenzeit fährt er einen Vorsprung von 33 Hundertsteln heraus und ist auch danach nicht zu bremsen. Im Ziel übernimmt von Allmen die Führung mit 70 Hundertsteln – was für ein Auftritt!

  • Startnummer 7

    Marco Odermatt verdrängt Monney knapp von der Spitze

    Der Goldfavorit startet gut und kommt im zweiten Streckenabschnitt besser durch als Monney. Bis zur dritten Zwischenzeit baut er seinen Vorsprung auf 53 Hundertstel aus. Anschliessend büsst er im Vergleich mit dem schnellen Monney Zeit ein, rettet aber 5 Hundertstel seines Vorsprungs ins Ziel.

  • Startnummer 6

    Alexis Monney stellt die neue Bestzeit auf

    Nach einem schnellen Start verschlägt es dem ersten Schweizer in einer Kurve die Ski, was offenbar einiges an Zeit kostet. Bei der zweiten Zwischenzeit liegt Monney knapp 40 Hundertstel zurück. Dann startet er die Aufholjagd und fängt Hemetsberger tatsächlich noch ab. Monney übernimmt die Führung mit einem Vorsprung von 22 Hundertsteln.

  • Startnummer 5

    Nils Alphand verhindert Sturz

    Der Franzose startet schnell und ist im oberen Teil etwas schneller als Hemetsberger. Danach aber verliert er kontinuierlich Zeit – und hat wie Teamkollege Muzaton kurz vor dem Ziel eine Schrecksekunde zu überstehen. Alphand kann einen Sturz in extremis verhindern, kommt aber mit einem grossen Rückstand ins Ziel.

  • Startnummer 4

    Maxence Muzaton stürzt und scheidet aus

    Bei der zweiten Zwischenzeit ist Muzaton genau gleich schnell wie der Führende. Anschliessend büsst er aber gewaltig an Zeit ein. «Die letzte Körperspannung fehlt», erkennt SRF-Experte Feuz – kurz darauf kommt Muzaton zu Fall. Der Sturz geht glimpflich aus, doch Muzatons Hoffnungen auf einen Spitzenplatz sind dahin.

  • Startnummer 3

    Bryce Bennett verliert viel Zeit

    Der US-Amerikaner kann nicht mit Hemetsberger mithalten und liegt bereits bei der dritten Zwischenzeit eine halbe Sekunde zurück. Einzig im untersten Teil kann er noch etwas Boden gutmachen, doch Bennett reiht sich mit einem Rückstand von 87 Hundertsteln auf Rang 3 ein.

  • Startnummer 2

    Crawford verpasst die Bestzeit

    Der Kanadier liefert sich mit Hemetsberger ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bis er kurz vor der dritten Zwischenzeit einen schwerwiegenden Fehler begeht. Sein Ärger ist über die Aussenmikrofone zu hören. Im Ziel fehlen 42 Hundertstel auf die Bestzeit.

  • Startnummer 1

    Hemetsberger setzt erste Richtzeit

    Der Österreicher, der im Training noch stürzte, kommt ohne gröbere Probleme durch und setzt mit 1:52:58 die erste Richtzeit. Was diese wert sein wird, wird sich in den nächsten Minuten zeigen.

  • Alles bereit in Bormio

    Das Wetter spielt mit! In Kürze kann es mit der Abfahrt losgehen.

  • Darum ist die Stelvio-Abfahrt eine der gefährlichsten der Welt

    Kaum eine Abfahrt gilt als so anspruchsvoll wie die Stelvio in Bormio. Wieso die Athleten das so sehen, erfährst du im Video.

    Olympia 2026: Darum ist die Stelvio-Abfahrt eine der gefährlichsten der Welt

    Olympia 2026: Darum ist die Stelvio-Abfahrt eine der gefährlichsten der Welt

    Kaum eine Abfahrt gilt als so anspruchsvoll wie die Stelvio in Bormio. Wieso das die Athleten so sehen, erfährst du im Video. Dieses Jahr findet das Rennen am 7. Februar statt, im Rahmen der Olympischen Winterspiele.

    06.02.2026

  • Odermatt jagt Abfahrtsgold

    Am Ort, an dem er erstmals ein Abfahrtspodest bestieg, kann Marco Odermatt die nächste grosse Geschichte schreiben. Er ist bei der Olympia-Abfahrt am Samstag der Mann, den es zu schlagen gilt.

    Viermal in Folge hat Odermatt nun den Gesamtweltcup gewonnen, jedes Mal mit grossem Abstand. Auch in diesem Winter dominiert der 28-Jährige, und am stärksten präsentierte er sich bisher in der Abfahrt. Drei Siege, zweimal Platz 2 und einmal Platz 4 – seine Resultate lassen keine Fragen offen: Odermatt ist am Samstag der grosse Favorit auf Olympiagold.

  • Startliste: Schweizer Trio mit Nummern 6, 7 und 8

    Bild: FIS
  • Hallo …

    … und herzlich willkommen zum Live-Ticker der Olympia-Abfahrt der Männer in Bormio. Gleich zum Auftakt der alpinen Ski-Wettbewerbe steht die Entscheidung in der Königsdisziplin an. Der Österreicher Daniel Hemetsberger eröffnet um 11.30 Uhr das Rennen – hier bist du live mit dabei.

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