Zurbriggen verrät irre Olympia-Anekdote «Päuli Accola ist mir beim Fussball voll in die Wade gedonnert»

Patrick Lämmle

4.2.2026

Pirmin Zurbriggen: «Accola hatte mich beim Fussballspielen umgehauen»

Pirmin Zurbriggen: «Accola hatte mich beim Fussballspielen umgehauen»

02.02.2026

Um ein Haar wäre Pirmin Zurbriggen um die Olympischen Spiele in Calgary gebracht worden – wegen eines internen «Fussball-Mätschli». «Da waren wir sowas von unprofessionell», sagt die Ski-Legende.

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Michael Wegmann, Michael Schifferle

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  • An den Olympischen Spielen 1988 in Calgary wäre es beinahe zur Katastrophe gekommen. Es fehlte nicht viel und Superstar Pirmin Zurbriggen hätte nicht an den Start gehen können, weil Kollege Paul Accola ihn bei einem Plausch-Fussballmätschli umgemäht hat.
  • «Das hat Päuli nicht absichtlich gewollt», sagt Zurbriggen im Olympia-Talk. Nur dank sehr guter ärztlicher Betreuung wurde er gerade rechtzeitig wieder fit. 
  • Zurbriggen schüttelt den Kopf. «Heute würde man es nur unprofessionell nennen, vor Olympia auf einem Eisfeld Fussball zu spielen. Damals haben wir immer Fussball gespielt», sagt er.

Mangelnden Ehrgeiz hat ihm nie jemand unterstellt, weder als Baggerfahrer, der er beruflich bis heute ist. Noch als Skirennfahrer, der 15 Jahre lang war: Paul Accola, Gesamtweltcupsieger 1992 und fünffacher Medaillengewinner an Grossanlässen. Er ging stets mit Biss und Leidenschaft ans Werk – auch im Training.

Das mussten auch Teamkollegen erkennen und zuweilen büssen. Eine Episode erzählt Ski-Idol Pirmin Zurbriggen im Talk «Legenden für die Ewigkeit» auf blue. Die Ski-Cracks frönten in Calgary, bei den Olympischen Spielen 1988, einer ihrer liebsten Tätigkeiten: Sie spielten Fussball. Das taten sie, so oft es ging. «Wir haben immer Fussball gespielt, vor jedem Training, sicher eine halbe Stunde. Das war ein Muss», sagt Zurbriggen und lacht. Und das taten sie auch mit dem gebotenen Ehrgeiz. «Wir wollten dann auch gewinnen.»

«Es ging gerade noch…»

In Calgary hatten Zurbriggen und seine Teamkollegen eine besonders originelle Idee: Sie kickten auf einem Eisfeld. «Wir wollten unser Gleichgewicht auf Eis schulen, die Bewegungen, die Kontrolle trainieren», erklärt Zurbriggen. Und das drei Tage vor einem olympischen Wettkampf. Es passierte, was passieren musste: Paul Accola, im Sprint auf Zurbriggen zugestürmt, verlor das Gleichgewicht – und donnerte in Zurbriggens Wade. «Das hat Päuli nicht absichtlich gewollt.» Weh tat es gleichwohl. Zurbriggen wurde nur dank sehr guter ärztlicher Betreuung gerade rechtzeitig wieder fit. «Es ging gerade noch. Aber es wurde sehr knapp.»

Zurbriggen schüttelt den Kopf. «Das Ganze ist wirklich aus naiver Dummheit heraus passiert. Heute würde man es nur unprofessionell nennen, vor Olympia auf einem Eisfeld Fussball zu spielen», sagt er. Und doch: Spass machte das Kicken immer. «Ein bisschen vermisse ich das heute, das Polysportive. Wir wollten als Profisportler möglichst alles machen. Heute dürfen die Athleten das nicht mehr – aus Angst, dass etwas passieren könnte.»

Die heutige Athleten seien daran erinnert: Paul Accola trainiert längst nicht mehr mit.

Alle Folgen über Pirmin Zurbriggen in der Serie: «Olympia Stars: Legenden für die Ewigkeit»

Der ganze Talk mit Pirmin Zurbriggen im Video

Legenden für die Ewigkeit – mit Pirmin Zurbriggen

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Das «Wunderkind vom Matterhorn» über den enormen Druck nach seinem Olympia-Gold 1988 und den Umgang mit hohen Erwartungen im Skisport. Ein Gespräch über seine Skikarriere, Pionierarbeit beim Helmtragen und den Fokus, den es an der Weltspitze braucht.

04.02.2026