Trennung nach Olympiasieg Tanja Frieden: «Ich hätte meine Goldmedaille für meine Beziehung zurückgegeben»

Michael Wegmann

3.2.2026

Frieden: «Ich hätte meine Goldmedaille für meine Beziehung zurückgegeben»

Frieden: «Ich hätte meine Goldmedaille für meine Beziehung zurückgegeben»

02.02.2026

Die Freude über Olympiagold 2006 kehrte bei Tanja Frieden noch in Turin ins Gegenteil. Ihre Beziehung mit Seth Wescott, ebenfalls Olympiasieger, ging in die Brüche. «Wir waren überfordert», gesteht sie. 

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Michael Wegmann, Michael Schifferle

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Einen Tag nach ihrem Freund, dem Amerikaner Seth Wescott, fuhr auch Tanja Frieden an den Olympischen Spielen 2006 zu Gold. Das Snowboard-Traumpaar hat ihr grosses Ziel erreicht!
  • Doch statt das Glück zusammen zu geniessen, geht die Beziehung in die Brüche. Frieden und Wescott sind mit der Situation überfordert. Er noch mehr als sie. 
  • Sie dachte lange, die Goldmedaille hätte sie getrennt. Frieden hätte sie gerne zurückgegeben, hätte sie damit ihre Beziehung retten können, verrät sie im Olympia-Talk «Legenden für die Ewigkeit» und redet über den schwierigen Spagat von Privatsphäre und Öffentlichkeit.

Eine Medaille, selbst eine olympische Goldmedaille, hat zwei Seiten. Was ein bisschen gar trivial tönt, stimmt für Tanja Frieden besonders. Da ist die schöne Seite, die mondäne. Man wird an Galas eingeladen, an Shows. «Ich nenn das meine Cinderella-Phase», sagt die 50-jährige Olympiasiegerin im Talk «Legende für die Ewigkeit». Man verdient nicht zuletzt viel mehr Geld als davor und hat zumeist auch sein sportliches Lebensziel erreicht. Anderes aber gerät auf die Schattenseite. 

Sie stürzte nach ihrer Goldfahrt ins Dilemma – zwischen Freude und permanentem Rummel. Und schliesslich zollte sie dem Erfolg auch privat Tribut: Ihre Beziehung mit ihrem langjährigen Freund, dem US-Amerikaner Seth Wescott, scheiterte. Auch er war Snowboarder, auch er war erfolgreich, auch er holte in Turin 2006 Olympiagold – exakt einen Tag vor Frieden. Das war zu viel für die beiden. «Wir waren beide überfordert», sagt Frieden. Und er noch mehr als sie.

«Man wird nicht Sportler, weil man in die Öffentlichkeit will»

Frieden und Westcott schworen sich vor Beginn der Spiele die Treue. «Wir wollten es gemeinsam schaffen, Olympia zusammen durchstehen.» Letztlich aber war der Rummel zu viel; beide wurden von der Öffentlichkeit vereinnahmt. «Es war aber nicht einfach nur, die Medaille, die uns auseinanderbrachte», sagt Frieden. Gekriselt habe es bereits zuvor.

Bedauern tut sie die Entwicklung von damals gleichwohl. «Es war schon so: Manchmal hätte lieber meine Medaille zurückgegeben und dafür die Beziehung wiedergehabt.» Und doch musste sie die Realitäten akzeptieren. «Man wird nicht Sportlerin, weil man in die Öffentlichkeit will.» Die aber gehört rasch einmal dazu.

Auch die Beziehung zu Stefan Abplanalp medial begeleitet

Das Leben ging aber weiter – auch privat. Friedens steter Begleiter waren die Medien, die alles publizierten und kommentierten, was sie tat. Besonders, als sie mit Stefan Abplanalp liiert war, dem damaligen Speed-Trainer der Schweizer Frauen von Swiss-Ski. Fünf Jahre waren die beiden ein Paar, bis 2012. Auch die Trennung wurde ebenfalls medial begleitet. Hat sie ihr Privatleben zu wenig geschützt? Frieden: «Trennungen sind ganz schwierige Situationen, ich wollte das nicht zelebrieren. Aber ich wollte mich auch nicht verstecken, denn dann hätte ich auch nicht mein Leben leben können.»

Seit genau zehn Jahren ist Frieden mit Marc Ramseier verheiratet, einem Kitesurfer der ersten Stunde. Die beiden haben einen bald zehnjährigen Sohn: Luam Kai.


Alle Folgen über Tanja Frieden in der Serie: «Olympia Stars: Legenden für die Ewigkeit»

Der ganze Talk mit Tanja Frieden im Video

Legenden für die Ewigkeit – mit Tanja Frieden

Legenden für die Ewigkeit – mit Tanja Frieden

2006 raste Tanja Frieden in Turin zu Snowboardcross-Gold und wurde zum Star. Doch wie prägt der Ruhm die Persönlichkeit? Heute gibt sie als Lebenscoach ihre Erfahrungen rund um Erfolg, Krisen und Identitätsfindung an andere weiter.

04.02.2026