Ski-Legende analysiert Olympia-Slalom Von Grünigen adelt Meillard: «Er konnte seine Klasse ausspielen»

Syl Battistuzzi

16.2.2026

Von Grünigen: «Meillard konnte seine Klasse ausspielen»

Von Grünigen: «Meillard konnte seine Klasse ausspielen»

Gold für Loïc Meillard! Der Schweizer holt sich im Slalom seine dritte Medaille an diesen Olympischen Spielen. Um Atle Lie McGrath gibt es ein Drama. Die Renn-Analyse von Michael von Grünigen.

16.02.2026

Zwischen Gold-Jubel und Renn-Drama: Während Loïc Meillard triumphiert, scheitert Atle Lie McGrath bitter. Ski-Legende Michael «Mike» von Grünigen analysiert für blue Sport den Schlüssel zum Erfolg des Romands und zeigt Verständnis für die grosse Enttäuschung des Norwegers.

Andreas Aeschbach

Mike» von Grünigen ...

... über die Erlösung bei Loïc Meillard

«Ein grandioses Ergebnis. Mit der Goldmedaille heute konnte er seinen Satz vollständig machen: Gold, Silber und Bronze. Er war heute sicher unter Druck. Auf der anderen Seite hatte es noch andere Topfavoriten. Das hat ihm vielleicht auch die Lockerheit gegeben, dass er heute so starten konnte. Eigentlich war es nicht sein Hang, aber dass es im zweiten Lauf sehr drehend war, kam ihm entgegen. Da konnte er seine Klasse einmal mehr ausspielen. Gold ist Gold und das sind die Olympischen Spiele – die haben immer eigene Gesetze. Es ist schön, dass er das hier verwirklichen konnte.»

... ob ihn die technische oder mentale Leistung mehr beeindruckte

«Beides. Er ist im Moment einer der besten Techniker im Weltcup. Von der technischen Seite hat es mich nicht überrascht. Bezüglich mentaler Stärke wurde er in den letzten Jahren wohl unter seinem Wert geschlagen. Als Odi oder einer anderer schneller war, hat man immer gesagt, es sei eine mentale Sache. Er hat das aber von klein auf mitgebracht und konnte das nach und nach aufbauen. Heute konnte er sicher auch unter Beweis stellen, dass es daran sicher nicht liegt.»

... das Drama mit Atle Lie McGrath

«Ich habe wirklich auch ein wenig gelitten, weil er mit einem riesengrossen Vorsprung geführt hatte. Die Nummer 1 im ersten Lauf konnte er optimal ausnutzen. Aber es tut trotzdem weh als Athlet oder Sportler. Das wünscht man niemandem, dass es wegen eines Einfädlers oder eines Fehlers nicht reicht, um eine Medaille zu gewinnen. Bei ihm kam speziell die Vorgeschichte mit seinem Grossvater hinzu. Er hätte sicher gerne ein Top-Ergebnis mit nach Hause genommen. Auf der anderen Seite ist es halt Sport, der ja auch davon lebt. Man muss auch begreifen, dass in diesem Moment extreme Emotionen losgehen, die man nicht im Griff haben kann. Die Enttäuschung, das Rennen nicht so fertig zu fahren, wie er sich das vorgenommen hatte, ist in diesem Moment sehr gross.»