«Er war ein Traummann» Vreni Schneider, was lief da eigentlich mit Alberto Tomba?

Michael Wegmann

28.1.2026

Vreni Schneider, was lief da mit Alberto Tomba?

Vreni Schneider, was lief da mit Alberto Tomba?

23.01.2026

Vreni Schneider plaudert im blue Talk aus dem Näh-Kästchen. Auch über ihr Verhältnis zu Alberto Tomba. Sie schwärmt vom damaligen Superstar und verrät den grossen Party-Trick des italienischen Charmeurs.

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Michael Wegmann, Michael Schifferle

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Die Elmerin Vreni Schneider und der Italiener Alberto Tomba waren die grossen Skistars der späten 80ern und frühen 90ern. 
  • Im Olympia-Talk «Legenden für die Ewigkeit» erinnert sich Schneider an die aufregende Zeit mit «Tomba La Bomba» im Weltcup und spricht erfrischend offen und mit viel Humor über ihr Verhältnis zu Tomba.
  • Zudem verrät «Gold-Vreni» den Ausgangstrick des  italienischen Lebemannes. «Alberto war ein Fuchs.»

Er war «Tomba la Bomba », der italienische Charmeur, den so viele bewunderten wegen seiner Leichtigkeit und Coolness. Alberto Tomba, der heute 59-jährige Weltklassefahrer, hatte manche Affäre – und noch mehr wurden ihm nachgesagt. Auch zu Vreni Schneider wurde ihm das eine oder andere Gerücht angehängt. Als die heute 61-jährige Dreifach-Olympiasiegerin aus Elm im Talk «Legenden für die Ewigkeit» darauf angesprochen wird, lacht sie sogleich. «Da ist nichts gelaufen. Aber ich habe Alberto bewundert.» Und ja: «Er war ein Traummann.»

Zusammengepasst hätten sie aber wohl bei aller gegenseitigen Sympathie nicht, sagt Schneider. Sie lacht und sagt: «Er war ein Lebemann. Ich war eher zurückhaltend, aus den Bergen, ich hatte mein einfaches Leben. Er wäre in Elm nicht glücklich geworden und ich  wäre nicht zu ihm nach Bologna. Niemals.»

«Die zweite Goldmedaille hole ich dann schon noch...»

Kontakt hatten die beiden rege. Schliesslich waren beide bei derselben Skifirma beschäftigt, Rossignol. «Er hat mir auch immer wieder gratuliert und mir gesagt, ich mache das gut.» Zusammen seien sie jedoch nie gewesen, wie’s dann und wann hiess, ergänzt Schneider.

An eine ganz spezielle Episode mit dem Italiener kann sich Schneider noch bestens erinnern. Als sie an den Olympischen Spielen 1988 in Calgary mit ihren beiden Goldmedaillen für Fotos posierte, war beim Männer-Slalom gerade Pause. Tomba, der zwei Tage zuvor den Riesenslalom gewonnen hatte, lag nach dem ersten Lauf nur auf Platz drei – hinter dem Deutschen Frank Wörndl und dem Schweden Jonas Nilsson. Als Tomba das Fotoshooting gesehen habe, sei er dazugestossen und habe mit aufs Bild gewollt, erzählt Schneider. «Die Leute von Rossignol und die Fotografen sind ausgeflippt, dass er zwischen den beiden Läufen für Fotos posieren wollte.»

Doch Tomba habe noch einen draufgesetzt. «Er, der bis dahin erst eine Goldmedaille geholt hatte, wollte sich noch eine zweite Goldene um den Hals hängen. Er sagte: ‹Die zweite hole ich nachher schon noch.› Das ist Alberto.» Und er hat sie dann auch geholt. 

Vreni Schneider verrät Tombas Ausgangstrick

Schneider über Tomba: «Er hat stundenlang gefeiert»

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23.01.2026

Sie hätte sich so etwas nie getraut, beteuert Schneider. «Wir dachten vielleicht an eine Goldmedaille, aber dass wir sie gewinnen werden, hätten wir nie ausgesprochen. Nur Alberto konnte das.»

Doch der Gesamtweltcupsieger von 1995 aus Bologna sei weit seriöser gewesen, als es seinem Ruf entsprach. «Alberto war ein Fuchs.» Er habe sich nicht blindlings ins Nachtleben gestürzt, sagt Schneider. «Er ging schlafen und stellte sich den Wecker um ein Uhr. Dann ging er in ein paar Bars, um sich den Fans und Journalisten zu zeigen, nach einer Stunde ging er wieder.» Imagepflege nennt man das wohl.

Olympische Spiele 1992: Tomba jubelt im Ziel mit seinen Fans. 
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imago images 

Dass der Italiener trainingsfaul gewesen sei und nicht mehr machte als nötig, sei ein Gerücht gewesen, erinnert sich Schneider. «Alberto hat brutal trainiert. Er war oft schon um fünf Uhr morgens auf der Piste, meist auf der Stelvio, und machte seine Läufe. Wahrscheinlich mehr als alle anderen.» Anders seien seine Erfolge – 50 Weltcupsiege, Gesamtweltcupsieg, dreifacher Olympiasieger, zweifacher Weltmeister – nicht möglich gewesen. «Auch Alberto hätte das sonst nicht geschafft», sagt Schneider.

Immerhin schaffte er es, viele Fans in diesem Glauben zu lassen.

Alle Folgen über Vreni Schneider in der Serie: «Olympia Stars: Legenden für die Ewigkeit»

Der ganze Talk mit Vreni Schneider im Video

Legenden für die Ewigkeit – mit Vreni Schneider

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