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«Der Zehnkampf ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Du kannst innerhalb weniger Minuten vom grössten Frust zur grössten Euphorie wechseln»: Simon Ehammer.
APA/APA
Vergessene Wurfgeräte, eine Bratwurst im Wettkampf und Hypnose für Höchstleistungen: Siebenkampf-Weltrekordler Simon Ehammer spricht über kuriose Pannen, mentale Tricks und seinen grössten Traum – Olympiagold.
Der Appenzeller Simon Ehammer zählt zu den erfolgreichsten Schweizer Leichtathleten der Gegenwart. Im Zehnkampf gehört er zur Weltspitze. In diesem Jahr gewann der 26-Jährige das prestigeträchtige Mehrkampf-Meeting im österreichischen Götzis. Zudem ist er Hallen-Weltmeister, Hallen-Weltrekordhalter und EM-Medaillengewinner.
Im Weitsprung zählt Ehammer ebenfalls zur Weltklasse und führt aktuell die Weltjahresbestenliste an. Er gewann in dieser Disziplin zudem WM-Bronze sowie 2023 und 2025 die Gesamtwertung der Diamond League.
Bei den kommenden Grossanlässen konzentriert sich Ehammer auf den Weitsprung: Am Freitag, 10. Juli, startet er beim Diamond-League-Meeting in Monaco. Saisonhöhepunkt ist die Europameisterschaft, die vom 10. bis 16. August 2026 im englischen Birmingham stattfindet.
blue News Redaktor Bruno Bötschi traf Simon Ehammer und seine Frau Tatjana beim Appenzellerland Sport in Teufen AR. Dort absolviert der Leichtathlet den grössten Teil seines Trainings.
Simon Ehammer, wir machen heute ein Frage-Antwort-Spiel: Ich stelle dir in den nächsten 30 Minuten möglichst viele Fragen. Und du antwortest bitte möglichst kurz und schnell. Wenn dir eine Frage nicht passt, kannst du auch einmal «Weiter» sagen. Kopf- oder Bauchmensch?
Bauch.
Sudoku oder Sightseeing?
Beides.
Olympiagold oder Weltrekord?
Olympiagold.
Seit der Hallen-WM 2026 hältst du den Weltrekord im Indoor-Siebenkampf. Ist Olympiagold deshalb heute dein grösster Traum?
Als Teenager hatte ich immer nur einen Traum: Olympiasieger werden. Von einem Weltrekord war damals nie die Rede. Dass ich heute einen halte, ist etwas ganz Besonderes. Mein grösster sportlicher Traum ist aber derselbe geblieben.
Der Zehnkampf umfasst zehn völlig unterschiedliche Disziplinen. Was fasziniert dich daran?
Der Zehnkampf ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Du kannst innerhalb weniger Minuten vom grössten Frust zur grössten Euphorie wechseln. Genau diese Extreme faszinieren mich. Und dazu kommt der einzigartige Zusammenhalt unter den Zehnkämpfern. Diese Kombination macht den Zehnkampf für mich unvergleichlich.
Woher kommt der starke Zusammenhalt unter den Zehnkämpfern?
Jeder Zehnkämpfer weiss, wie hart es ist, zehn komplett unterschiedliche Disziplinen in zwei Tagen zu absolvieren. Jeder hat schon Erfolge gefeiert und Rückschläge erlebt. Genau deshalb versteht und unterstützt man sich – trotz der Konkurrenz.

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blue News-Redaktor Bruno Bötschi spricht für das Frage-Antwort-Spiel «Bötschi fragt» regelmässig mit bekannten Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland. Er stellt ihnen ganz viele Fragen – immer direkt, oft lustig und manchmal auch tiefsinnig. Dabei bleibt bis zur allerletzten Frage immer offen, wo das rasante Pingpong hinführt.
100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstossen, Hochsprung, 400-Meter-Lauf, 110-Meter-Hürdenlauf, Diskuswurf, Stabhochsprung, Speerwurf, 1500-Meter-Lauf: Mehrkämpfern wird oft nachgesagt, dass sie alle zehn Disziplinen ein bisschen können, aber keine richtig …
Simon Ehammer lacht.
Trotzdem: Wie schaffst du es, in fast allen Zehnkampfdisziplinen technisch mit den Spezialisten mitzuhalten – und im Weitsprung auch resultatmässig zur Weltspitze zu gehören?
Ich glaube, das hat viel mit meinem Ehrgeiz zu tun. Dazu kommt, dass ich koordinativ talentiert bin. Neue Bewegungsabläufe lerne ich schnell. Deshalb fällt es mir vermutlich etwas leichter als anderen, auch technisch anspruchsvolle Disziplinen zu beherrschen.
Was geht dir nach einer Bestleistung als Erstes durch den Kopf – «Ich bin der Beste» oder «Das geht noch besser»?
Zuerst überwiegt natürlich die Freude. Nachdem ich den Moment mit meiner Frau Tatjana und meinen Trainern gefeiert habe, frage ich mich aber schnell: Was hätte ich noch besser machen können? Dieser Erfolgshunger treibt mich an. Wäre ich irgendwann völlig zufrieden mit meinen sportlichen Leistungen, würde mir der Antrieb fehlen, besser zu werden.
Was passiert eigentlich zwischen den einzelnen Zehnkampf-Disziplinen?
Am Mehrkampf-Meeting im österreichischen Götzis (Anmerkung der Redaktion: der wichtigste Wettkampf für Zehnkämpfer neben EM, WM und Olympischen Spielen) ist der Zeitplan extrem straff durchgetaktet. Je nach Disziplin esse ich einen Riegel oder achte darauf, genügend Kohlenhydrate und Proteine zu mir zu nehmen. Wenn die Zeit reicht, gehe ich auch noch kurz in die Physio.

«Solange ich Leistungssport betreibe, will ich mir keine Grenzen setzen»: Simon Ehammer.
KEYSTONE
Wirklich wahr, dass du während deines allerersten Zehnkampfs eine Bratwurst verdrückt hast?
Ja, das stimmt – und zwar direkt vor dem Kugelstossen.
Machst du das immer noch so?
Nein – es gibt ja auch nicht überall auf der Welt einen Bratwurststand beim Zehnkampf (lacht).
Es gibt nicht viele sportliche Wettbewerbe wie den Zehnkampf, bei dem man an einem Tag fünf Disziplinen absolviert, dann ins Bett geht und am nächsten Tag nochmals fünf Disziplinen anstehen. Schläfst du immer gut?
Zum Glück ja – ich gehöre zu den Menschen, die überall gut schlafen können.
Hast du irgendwelche Rituale am Abend des ersten Wettkampftages?
Der Ablauf ist fast immer derselbe: zurück ins Hotel, etwas essen, duschen, zur Massage und dann ins Bett.
Die Disziplinen am zweiten Tag des Zehnkampfes sind komplizierter für dich. Warum?
Am zweiten Tag stehen mit dem 110-Meter-Hürdenlauf und dem Stabhochsprung zwei technisch anspruchsvolle Disziplinen an, die ich sehr gut beherrsche. Dazu kommen aber der Diskus- und der Speerwurf, in denen ich noch Potenzial habe. Deshalb hole ich dort tendenziell weniger Punkte und muss den Vorsprung vom ersten Tag ins Ziel bringen. Der Unterschied zu früher ist jedoch: Heute weiss ich, dass ich die Spitzenposition halten kann.
Zum Glück beginnen beide Wettkampftage mit einer meiner Paradedisziplinen – den 100 Metern am ersten und den 110 Metern Hürden am zweiten Tag. So kann ich der Konkurrenz gleich zu Beginn zeigen, dass sie mich zuerst einmal einholen muss.
Zehnkämpfer müssen jede Menge Material dabeihaben – von den verschiedenen Schuhen über die Stäbe fürs Stabhochspringen bis zu den Disken für den Diskuswurf. Hast du das immer im Griff?
Es geht so (lacht). Meistens packe ich erst am Morgen der Abreise – da kann es schon einmal hektisch werden. Vor meinem ersten Zehnkampf in diesem Sommer im italienischen Brescia realisierte ich erst im Tessin, dass ich meine Disken zu Hause vergessen hatte. Am Wettkampf musste ich deshalb mit fremden Disken werfen. Das ist natürlich alles andere als ideal – vor allem, weil Diskus ohnehin nicht meine Paradedisziplin ist. Ende Mai ist mir in Götzis das nächste Missgeschick passiert: Dort habe ich meine Disken nach dem Wettkampf einfach liegen gelassen.
Hast du deine Wurfgeräte inzwischen wieder zurückbekommen?
Nein, die Disken sind noch dort – aber Götzis ist zum Glück ja nicht weit weg (lacht).
Das klingt, als wärst du ein kleiner Chaot?
Früher definitiv mehr als heute.

«Wäre ich irgendwann völlig zufrieden mit meinen sportlichen Leistungen, würde mir der Antrieb fehlen, besser zu werden»: Simon Ehammer.
Omega
Gerade noch Hürdenlauf, kurz darauf Diskuswurf – wie bringst du deinen Körper dazu, so schnell umzuschalten?
Wir trainieren das und absolvieren zum Beispiel Hürdenlauf und Diskuswurf ganz bewusst direkt hintereinander. So gewöhnt sich der Körper an diesen Wechsel. Zusätzlich gehe ich einmal im Monat in die Hypnose, um die Abläufe auch mental zu festigen.
Wie muss ich mir das vorstellen, wenn du einen Wettkampf im Kopf durchgehst?
Wenn ich einen Zehnkampf visualisiere, gehe ich alle zehn Disziplinen mehrmals im Kopf durch. Aber nicht nur im perfekten Ablauf, sondern ganz bewusst auch mit möglichen Rückschlägen. Die Wahrscheinlichkeit, in allen zehn Disziplinen eine Bestleistung zu zeigen, ist schliesslich sehr klein. Viel realistischer ist, dass irgendwo etwas schiefläuft. Dann will ich nicht das Gefühl haben, dass mir der Boden unter den Füssen weggezogen wird.
Je öfter ich solche Situationen mental durchspiele, desto besser bin ich darauf vorbereitet. Das gilt aber nicht nur für Rückschläge. Auch ein Erfolg kann einen emotional überrollen. Deshalb visualisiere ich die ganze Bandbreite eines Wettkampfs – vom schlechtesten bis zum besten Fall.
Früher war die WM- oder Olympia-Qualifikation für Schweizer Leichtathlet*innen das grosse Ziel. Jetzt lautet der Anspruch, Medaillen zu gewinnen. Denken Schweizer Sportler*innen heute grösser als früher?
Ich habe schon immer gross gedacht – und das auch offen kommuniziert. Vielleicht schlagen da die österreichischen Wurzeln meines Vaters durch. Mit der viel zitierten Schweizer Bescheidenheit kann ich als Sportler wenig anfangen. Ich will nicht nur an Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften teilnehmen – ich will gewinnen.
Dein Trainer René Wyler sagte im Interview mit SRF, dass du dir mental keine Grenzen setzt. Was heisst das konkret?
Solange ich Leistungssport betreibe, will ich mir keine Grenzen setzen. Würde ich mir einreden, dass 9 Meter im Weitsprung oder 9000 Punkte im Zehnkampf unmöglich sind, würde ich das irgendwann selbst glauben. Genau das will ich verhindern.
In der Schweiz gilt man schnell als Grossmaul, wenn man hohe Ziele offen ausspricht. Hat dich das je gebremst?
Ich habe in der Vergangenheit viele grosse Ansagen gemacht – und viele davon auch bestätigt. Wenn du deine Ambitionen offen aussprichst und sie dann mit Leistungen untermauerst, wird das auch akzeptiert. Ich mache dir ein Beispiel: Die 9 Meter im Weitsprung sind mein langfristiges Ziel. Für einen einzelnen Wettkampf setze ich mir hingegen erreichbare Zwischenziele. Nachdem ich in dieser Saison bereits 8,51 Meter weit gesprungen bin, traue ich mir durchaus zu, die 8,60 Meter in diesem Jahr noch zu schaffen.

«Ich bin extrem selbstkritisch und direkt nach einer Niederlage oft viel zu hart zu mir selbst»: Simon Ehammer.
KEYSTONE
Spitzensport ist nicht nur gesund.
Das stimmt. Als Spitzensportler gehe ich immer wieder an meine Grenzen – und manchmal auch darüber hinaus.
Lohnt sich diese Grenzerfahrung?
Für mich auf jeden Fall. Deshalb tue ich alles, was im legalen Rahmen nötig ist, um meinen Sport auf höchstem Niveau ausüben zu können.
Du sprichst in Interviews oft von «wir» – obwohl du am Ende allein auf dem Platz stehst. Warum?
Meine sportlichen Erfolge sind immer das Resultat von Teamarbeit. Alles, was ich bis zu einem Wettkampf erreiche, gelingt nur gemeinsam. Tatjana, meine Trainer und mein Physiotherapeut – alle tragen ihren Teil dazu bei. Ohne sie wäre das alles schlicht nicht möglich.
Sobald der Wettkampf beginnt, stehe ich aber allein auf dem Sportplatz. Dann muss ich die Leistung bringen. Mein Team kann von aussen zwar noch eingreifen, wenn es merkt, dass ich mich zu sehr verkopfe. Laufen, springen oder werfen muss ich am Ende aber selbst. Deshalb spreche ich vor dem Wettkampf von «wir» und während des Wettkampfs von «ich». Und wenn ich erfolgreich bin, feiern wir den Erfolg danach wieder gemeinsam.
Niederlagen gehören zum Sport dazu. Wie gehst du als ehrgeiziger Mensch damit um?
Besser als früher, aber noch lange nicht perfekt. Ich bin extrem selbstkritisch und direkt nach einer Niederlage oft viel zu hart zu mir selbst. Dann sehe ich vieles negativer, als es eigentlich ist. Das musste auch Tatjana erst lernen. Anfangs wollte sie mich mit aufmunternden Worten wieder aufbauen. Aber genau das hilft mir in diesem Moment überhaupt nicht.
Was hilft dir stattdessen?
Mich einfach in Ruhe lassen. Tatjana weiss inzwischen, dass sie mir dann am besten einfach zuhört. Sie hat sich auch daran gewöhnt, dass ich in solchen Momenten mal etwas lauter werde – und das akzeptiert sie (lacht).
Ist das wahr?
Tatjana Ehammer schaltet sich ein: Nein, so ist es nicht (lacht).
Simon Ehammer: Sagen wir es so: Ich bin extrem dankbar, dass Tatjana weiss, wie sie in solchen Momenten mit mir umgehen muss. Nach einer halben Stunde sieht die Welt meistens schon wieder ganz anders aus – und ich kann alles wieder objektiver einordnen.
An den Olympischen Spielen in Paris 2024 und an der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2025 wurdest du jeweils Vierter im Weitsprung. Haderst du noch mit diesen knapp verpassten Medaillen?
Heute nicht mehr. Während der Saison hat mich das aber lange beschäftigt. Zweimal Vierter zu werden, tut weh. Du rufst deine Leistung ab und trotzdem reicht es ganz knapp nicht. Am Anfang hinterfrage ich dann alles: Hätte ich mich im Vorfeld im Training besser nur auf den Weitsprung konzentrieren sollen? Im Nachhinein merke ich aber, dass das gar nicht nötig war. Oft hat am Ende einfach das letzte Quäntchen Wettkampfglück gefehlt. Mit etwas Abstand erkenne ich auch wieder, wie stark meine Leistung trotzdem war.

«Meine sportlichen Erfolge sind immer das Resultat von Teamarbeit. Alles, was ich bis zu einem Wettkampf erreiche, gelingt nur gemeinsam»: Simon und Tatjana Ehammer sind seit sechs Jahren ein Paar und haben 2024 geheiratet.
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Wieso startest du bei der Europameisterschaft in Birmingham, die vom 10. bis 16. August 2026 stattfindet, im Weitsprung – und verzichtest auf den Zehnkampf?
Ich musste mich entscheiden, weil die Weitsprung-Qualifikation während des Zehnkampfs stattfindet. Da ich sowohl im Weitsprung als auch im Zehnkampf die Weltrangliste anführe, gab es für mich kein Richtig oder Falsch. Der Sieg beim diesjährigen Mehrkampf-Meeting Götzis hat mir den Entscheid zusätzlich erleichtert. Ich habe immer gesagt, dass mir dieser mehr bedeutet als ein EM-Titel. Deshalb habe ich meinen persönlichen «Europameistertitel» dort bereits gewonnen.
Wie beeinflusst der Entscheid für den Weitsprung deinen aktuellen Trainingsalltag?
Wir haben das Training leicht angepasst. Das Ausdauertraining fällt weg, und auch Wurftraining steht weniger auf dem Programm. Dafür sprinte ich mehr, laufe häufiger Hürden und trainiere den Weitsprung zweimal statt nur einmal pro Woche. Ab dem Diamond-League-Meeting in Monaco (Anmerkung der Redaktion: findet am Freitag, 10. Juli, statt) steht ohnehin fast jede Woche ein Weitsprung-Wettkampf an. Deshalb geht es in der nächsten Zeit vor allem darum, gesund und fit zu bleiben.
Wann hattest du zuletzt Besuch von einem Dopingkontrolleur?
Gestern Abend um 18 Uhr.
Wie läuft eine Dopingkontrolle ab?
Zuerst wird erklärt, ob Blut, Urin oder beides kontrolliert wird. Dann entscheide ich, womit ich beginnen will. Nach der Blutprobe geht es unter Aufsicht auf die Toilette, wo ich die Urinprobe abgebe. Der Kontrolleur ist während der ganzen Zeit dabei.
Auch beim Wasserlassen?
Ja.
Was passiert, wenn du kurz vor dem Besuch bereits auf der Toilette warst?
Dann wartet der Kontrolleur, bis ich wieder auf die Toilette muss – manchmal dauert das länger als gedacht. Die Urinprobe muss zudem eine bestimmte Dichte haben. Wenn ich über den Tag viel getrunken habe und die Kontrolle am Abend stattfindet, ist der Urin manchmal zu stark verdünnt. Dann habe ich mit dem Kontrolleur und unserem Hund, weil er dringend Gassi gehen musste, auch schon eine ganze Weile im Garten gewartet. Für Aussenstehende klingt das vielleicht speziell. Aber der Sport muss sauber bleiben. Deshalb sind solche Kontrollen absolut notwendig.

«Als Spitzensportler gehe ich immer wieder an meine Grenzen – und manchmal auch darüber hinaus:» blue News Redaktor Bruno Bötschi traf Zehnkämpfer Simon Ehammer im Sportleistungszentrum Appenzellerland in Teufen AR zum Interview.
Tatjana Ehammer
Zum Schluss der berühmte Self-Rating-Test: Du benotest dein eigenes Talent von 0 Punkten – kein Talent – bis 10 Punkte – maximales Talent. Tänzer?
Drei Punkte. Mit etwas Training könnte ich mich aber locker auf sechs Punkte verbessern. Ich habe ein gutes Taktgefühl, bin aber etwas steif in den Hüften. Deshalb fehlt mir im Moment beim Tanzen noch die nötige Eleganz.
Fussballer?
Fünf bis sechs Punkte. Hätte ich früher mit der gleichen Konsequenz Fussball trainiert wie die Leichtathletik, hätte ich es wohl ziemlich weit bringen können.
Gärtner?
Ein Punkt. Ich habe absolut keinen grünen Daumen.
Koch?
(Lacht) Ich koche nicht oft – aber Parmigiana di Melanzane (Anmerkung der Redaktion: klassischer italienischer Auberginen-Auflauf) gelingt mir richtig gut.
Stimmt das, Tatjana?
Tatjana Ehammer: Ja, das kann Simon wirklich ausgezeichnet kochen.
Demnach würdest du dir, Simon, dafür zehn Punkte geben?
Diese Frage muss Tatjana beantworten.
Tatjana Ehammer: Ja, zehn Punkte.
Ein Leben ohne Leichtathletik wäre …
… wie ein Leben, dem plötzlich etwas Entscheidendes fehlt. Die Leichtathletik ist für mich viel mehr als ein Beruf – sie ist meine Leidenschaft und ein riesiges Privileg. Wenn das von einem Tag auf den anderen wegfällt, hinterlässt das eine grosse Lücke. Ich bin sicher, dass ich viel Zeit brauchen würde, um damit klarzukommen.

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