Keine Tore, keine Wechsel und kein Bedauern

Keine Tore, keine Wechsel und kein Bedauern – Guardiolas seltsamer Auftritt im Selhurst Park 

lbe

15.3.2022

Pep Guardiola und Manchester City haben den grossen Vorsprung im Titelrennen verspielt.
Pep Guardiola und Manchester City haben den grossen Vorsprung im Titelrennen verspielt.
Bild: Keystone

Manchester City kommt gegen Crystal Palace nicht über ein 0:0 hinaus, der Vorsprung auf Verfolger Liverpool schmilzt weiter. Am Montag verwundert vor allem der Auftritt von Star-Trainer Pep Guardiola.

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15.3.2022

Manchester City dominiert das Spiel im Selhurst Park in London am Montagabend zwar über weite Strecken und erspielt sich gegen Crystal Palace auch mehrere gute Torchancen. Mit einem Treffer will es trotz 74 Prozent Ballbesitz aber nicht klappen. Joao Cancelo (27. Minute) und auch Kevin de Bruyne (58.) kommen der Führung am nächsten, scheitern aber beide am Pfosten.

«Wir haben gespielt, um das Spiel zu gewinnen», macht Trainer Pep Guardiola nach dem Schlusspfiff zwar klar. Nichtsdestotrotz zeigt sich der Spanier nach dem torlosen Remis mit der gezeigten Leistung zufrieden, obwohl man sich auch Fehler erlaubt habe: «Die Art und Weise, wie wir in einem schwierigen Stadion mit einem nicht perfekten Rasen gespielt haben, war toll», so Guardiola.

«Wir haben nicht getroffen, das war der Fehler»

Schlussendlich habe nur der erlösende Führungstreffer gefehlt. «Glück existiert im Fussball nicht. Wir müssen Tore schiessen, das haben wir nicht getan», sagt Guardiola. Genau deshalb überrascht aber, dass der Spanier über die gesamte Spielzeit so gar nicht auf seine hervorragend besetzte Ersatzbank zurückgreift.

Keinen einzigen Wechsel nimmt der Startrainer trotz zunehmender Ratlosigkeit seiner Schützlinge vor. Insbesondere in der Schlussphase, in der die Citizens ziemlich ideen- und kraftlos wirken, hätte dem Team ein neuer Impuls augenscheinlich nicht schaden können.

Doch Gabriel Jesus, Raheem Sterling oder Ilkay Gündogan laufen sich an der Seitenlinie vergeblich warm. «Die Jungs, die gespielt haben, haben gut gespielt. Deshalb habe ich keine Änderungen vorgenommen», rechtfertigt sich Guardiola später im TV-Interview mit BBC und unterstreicht noch einmal: «Wir haben nicht getroffen – das war der Fehler.» 

Den Vorsprung schon fast verspielt

Ein Fehler, der das Titelrennen in der Premier League weiter anheizt. Nachdem City der Konkurrenz vor einigen Wochen schon mit 11 Punkten Vorsprung enteilt war, kann Verfolger Liverpool den Rückstand mit einem Auswärtssieg bei Arsenal am Mittwoch nun auf einen Zähler verringern.

Aus der Ruhe bringt das Guardiola aber nicht. «Es sind noch viele Spiele zu spielen. Wir müssen viele Spiele gewinnen. Aber so wie wir gespielt haben, gibt es keine Zweifel am Team», so der 51-Jährige. «Die Mannschaft, die heute da war, war schon vorher da und wird auch im nächsten Spiel da sein.» Es scheint also durchaus realistisch, dass sich Sterling und Co. schon bald wieder vergeblich einlaufen. Und die Teamkollegen auf dem Feld vergeblich anrennen?