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Jetzt meldenEin krasser Fehlentscheid hier, Frust da. Warum nutzt man am ESAF nicht die vorliegenden TV-Bilder, um den Schwingsport fairer zu machen? Immerhin geht es mittlerweile um Millionen von Franken.
Am Sonntagmorgen reiben sich die rund 50'000 Fans in der Arena, vor allem aber die Abertausenden zuhause vor dem TV verwundert die Augen. In den Gängen von Joel Wicki gegen Romain Collaud und Werner Schlegel gegen Curdin Orlik unterlaufen den Kampfrichtern grobe Schnitzer. Beide zu Ungunsten der Favoriten auf den Königstitel, Wicki und Schlegel.
Auch die Berner fühlen sich ungerecht behandelt. Sie sind der Meinung, dass ihr Königsanwärter Staudenmann beim Erfolg gegen Schneider die Maximalnote 10 verdient hätte.
Frust hier, Zoff da. Kein Wunder, geht es doch beim ESAF längst nicht mehr nur um einen Kranz, sondern um Millionen. Der Königstitel ist rund eine Million Franken wert.
Trotz offensichtlichen Fehlentscheiden: Im Schwingsport gibts keine Möglichkeit, Rekurs einzulegen. Reto Bleiker, Medienchef des Schwingverbands sagt dazu: «Ein Kampfrichterentscheid ist ein Tatsachenentscheid. Aufgrund dessen gibt es gemäss Regulativ keine Möglichkeit für einen Rekurs.»

Fabian Staudenmann verpasste den Schlussgang nach einem umstrittenen Entscheid der Kampfrichter.
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Genaus so verhält es sich mit dem Video-Beweis. Obwohl TV-Bilder vorliegen, verzichtet man darauf, diese zu konsultieren.
Falsch oder richtig? Rückständig oder sportlich? blue Sport will es von eingefleischten Schwing-Fans wissen und hört sich beim ESAF um. Der Tenor ist klar: Der Videobeweis, obwohl er den Schwingsport gerechter machen würde, will man nicht. «Ja nicht, das wäre sehr schlecht für den Schwingsport», sagt einer. Ein anderer meint: «Grundsätzlich habe ich Vertrauen in die Kampfrichter. Und wenn sie mal einen Fehlentscheid machen, ist das eben so. Das gehört zum Schwingsport.»
Immerhin hat sich das mit dem technischen Fortschritt schon der eine oder andere überlegt. «Würde man einen VAR einführen, ginge ein Schwingfest wohl nicht mehr über zwei, sondern über drei Tage.» Es scheint, als will man in der Schwingwelt nichts von technischen Hilfsmitteln wissen. «Der VAR ist was für die Fussballwelt», sagt ein Fan im Edelweiss-Hemd.
Nicht ganz alle sind aber dagegen. Schwingerkönig Arnold Forrer hat sich schon mehrmals dahingehend geäussert, dass man den TV-Beweis zumindest mal ausprobieren sollte. Nach den Fehlentscheiden am Sonntag sagt er auf im Blick-Talk "Hoselupf": «Da wo es Kameras hat, sollte man sie brauchen.»
Der langjährige Blick-Reporter Marcel W. Perren sagt: «Es gibt in der Schwingwelt vermehrt Stimmen, die dafür sind, den Videobeweis zumindest einmal auszuprobieren. Ich denke auch, dass man an einem Eidgenössischen Schwingfest, wo so viel Geld im Spiel ist, einen VAR auf allen Plätzen finanziell stemmen könnte.»