Als Torhüter braucht Yann Sommer ein dickes Fell: In einer Woche wird er hochgejubelt, in der nächsten ist er der grosse Sündenbock. In einem Interview mit der Gazzetta dello Sport spricht er über sein Leben in Italien und verrät, wie er mit Stress umgeht.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Yann Sommer erfährt als Weltklasse-Torhüter viel Lob, muss aber auch mit harter Kritik umgehen.
- Musik, gesunde Ernährung, Yoga und die Familie: All das hilft Sommer beim Stressabbau.
- In einem Interview verrät Sommer zudem, weshalb er keine Karriere als Fussball-Trainer anstrebt.
Sommer hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Der Ex-Nati-Goalie kennt die Sonnenseiten, aber auch die Schattenseiten des Geschäfts. Seit anderthalb Jahren lebt er nun schon Italien und auch dort blies ihm kürzlich ein rauer Wind entgegen. Doch so schnell wirft den bald 37-Jährigen – am 17. Dezember feiert er seinen Geburtstag – nichts aus der Bahn.
«Ich lebe im Zentrum und es geht mir sehr gut in Mailand. Vielleicht wäre es besser, wenn es ein bisschen weniger Verkehr gäbe… Aber ich mag es, die Stadt wie ein Mailänder zu erleben», sagt Sommer, der neben Deutsch, Französisch und Englisch inzwischen auch fliessend Italienisch spricht, in einem Interview mit der «Gazzetta dello Sport». Mit seiner Frau Alina und den Töchtern Mila (6) und Nayla (4) gehe er gerne in den Park. Sie würden «ein ruhiges Leben» führen, so Sommer, der die «Leichtigkeit und Lebensfreude» der Italiener schätzt.
Gesunde Ernährung, Musik und Yoga
Kein Vorbeikommen an Sommer gibt es in der Küche, die er beherrscht, als wäre sie sein Strafraum. «Ich hatte überlegt, einen Koch einzustellen, weil es mit den Kindern abends oft schwer zu organisieren ist. Aber ich koche lieber selbst, so wähle ich die Lebensmittel aus und kann auf alles achten.» Und er achtet auf einiges: «Keine Laktose, keine Gluten, ich versuche Zucker zu vermeiden und esse wenig Fleisch. Ich bin nicht komplett vegan, aber meine Ernährung geht in diese Richtung.»
Auch eine Pizza kommt Sommer nicht zwischen die Zähne. Und wie steht es um Kaffee? «Unmöglich, in Italien keinen Kaffee zu trinken – aber nur nach dem Mittagessen. Am Morgen trinke ich Matcha-Tee.» Seine Leidenschaft fürs Kochen habe er von seinem Vater geerbt, genau wie jene für Musik. «Ich spiele Gitarre, Bongo und Klavier. Als Kind lief bei uns von morgens bis abends Musik», erzählt Sommer. Wenn er den Namen Bruce Springsteen hört, wird ihm warm ums Herz: «Er ist mein absolutes Idol.»
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Die Abstecher in die Schweiz
Familie, Musik, gesunde Ernährung, all das hilft Sommer dabei, Stress zu reduzieren, genauso wie seine Yoga-Einheiten. Und wenn es der Spielplan zulässt, dann macht Sommer mit seiner Frau und den Töchtern auch gerne mal einen Abstecher in die Schweiz, so wie zuletzt während der Länderspielpause. Dass er als Botschafter von Schweiz Tourismus von den Bergen und der Natur schwärmt, ist ja klar. «Ich empfehle jedem, zu jeder Jahreszeit dorthin zu fahren. Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit, die Farben sind unglaublich, das ist wirklich ein Spektakel.»
Seine Kinder und seine Frau würden auch Skifahren, das sei für ihn aufgrund des Verletzungsrisikos tabu. Aber er freue sich darauf, nach seiner Karriere wieder einmal mit dem Snowboard den Berg runterzufahren. Grundsätzlich habe er sich noch nicht so viele Gedanken über seine Zukunft gemacht. Immerhin weiss er, was er nicht will: «Ich werde wohl kein Trainer, das ist ein zu stressiger Beruf.»