«Die Schweiz war jahrelang überhaupt kein Gegner für uns»

tbz

22.2.2021 - 09:13

Peter Schröcksnadel hat gut lachen: Die Österreicher gewinnen die WM-Gesamtwertung.
Bild: KEYSTONE

Österreich sichert sich in Cortina d'Ampezzo fünfmal die Goldmedaille und «gewinnt» damit die Ski-WM vor der Schweiz, die insgesamt am meisten Medaillen (9) nach Hause fährt. Das freut insbesondere ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.

Medaillenspiegel hin oder her: Das Schweizer Ski-Team zeigt an der Weltmeisterschaft in Cortina d'Ampezzo eine starke Leistung. Am Schluss der alpinen Ski-Weltmeisterschaften stehen drei goldene, eine silberne und fünf bronzene Medaillen zu Buche. Damit gewinnt die Schweiz mit insgesamt neun Medaillen so viele wie keine andere Nation.

Trotzdem stehen in der Gesamtwertung nach dem abschliessenden Männer-Slalom am Sonntag die Österreicher ganz oben. Zwar haben unsere Nachbarn zusammengezählt «nur» acht Medaillen gewonnen, dafür glänzen deren fünf in Gold. Dementsprechend zufrieden ist ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der sich einen kleinen Seitenhieb an die Schweiz nicht verkneifen kann.



«Wir sind sehr zufrieden mit dieser WM. Wir sind vor der Schweiz», jubelt der 79-Jährige im Interview mit «Blick». Auf die Rivalität angesprochen, erklärt Schröcksnadel: «Wir haben ein Duell, der Urs (Lehmann, Präsident des Schweizerischen Skiverbandes, Anm. d. Red.) und ich. Dieses Duell haben wir gewonnen, das nächste gewinnt vielleicht er.»

Dass die Schweiz im WM-Medaillenspiegel vorne mitspielt, begeistert den ÖSV-Boss. «Ich finde es super, weil die Schweiz war ja jahrelang überhaupt kein Gegner für uns. Das muss man sagen. Das waren die Norweger oder auch die Italiener. Aber die Schweiz war ja jahrelang nicht mehr wirklich dabei.» 

«Neidlos anerkannt, wie gut Lara ist»

Für Schröcksnadel sticht bei den Schweizern dabei vor allem eine Athletin heraus: Lara Gut-Behrami.

«Ich muss sagen, die war wirklich ausserordentlich. Die war beim Weltcup schon so gut. Sie rettet auch den Nationencup für die Schweiz. Weil wenn sie nicht wäre, dann wären die Schweizer auch bei den Damen nicht weit voraus», so der 79-Jährige – und weiter: «Sie ist schon die Top-Athletin bei den Schweizer Damen. So wie das bei uns der Marcel Hirscher war. Der Marcel hat uns die Punkte gemacht. Und jetzt macht bei den Damen halt die Lara die Punkte. Neidlos anerkannt, wie gut die ist.»

Es sind aber nicht nur die Fahrerinnen und Fahrer, die den Erfolg der Schweiz ausmachen, findet Schröcksnadel und schickt ein dickes Lob in Richtung Urs Lehmann. «Der Urs macht einen super Job. Aber wir kennen uns ja gut und sind befreundet. Er macht das wirklich grossartig. Und er hat vor allem verstanden, dass man den Nationen Cup nicht mit zwei, drei guten Leuten gewinnen kann. Sondern du brauchst eine grössere Mannschaft, weil die anderen ja auch Punkte machen.» Der Ski-Veteran muss es wissen, immerhin ist Schröcksnadel seit 1990 Präsident der österreichischen Konkurrenz. Allerdings ist Ende Saison Schluss, der 79-Jährige wird neue Zelte aufschlagen.



Zurbriggen: «Die Schweizer wollten zu viel»

Zurbriggen: «Die Schweizer wollten zu viel»

Daniel Yule verpasst das Podest und fährt als bester Schweizer auf den fünften Platz. Silvan Zurbriggen analysiert den WM-Slalom der Männer und nennt die Gründe für das insgesamt enttäuschende Abschneiden der Schweizer.

21.02.2021

Sonja Nef: «Was Lara heute abgeliefert hat, das ist phänomenal»

Sonja Nef: «Was Lara heute abgeliefert hat, das ist phänomenal»

20 Jahre Warten sind genug: Lara Gut-Behrami gewinnt den WM-Riesenslalom in Cortina d'Ampezzo und ist damit die Schweizer Nachfolgerin von Sonja Nef, die 2001 in St. Anton triumphierte.

18.02.2021

Zurück zur StartseiteZurück zum Sport