Neureuther: «Die olympische Bewegung ist missbraucht worden»

dpa/jar

13.2.2020 - 08:55

Felix Neureuther hätte an Olympia ein Zeichen setzen wollen.
Bild: Getty

Der frühere Skirennfahrer Felix Neureuther hat das Internationale Olympische Komitee mit Thomas Bach an der Spitze einmal mehr heftig kritisiert.

«Der Sport steht nicht mehr im Vordergrund, sondern persönliche Belange. Es wurde zu viel Schindluder mit dem Sport getrieben», sagte der ehemalige Skirennfahrer der «Augsburger Allgemeinen».

«Die olympische Bewegung ist so einzigartig, so fantastisch, aber sie ist missbraucht worden», meinte der 35-Jährige. Es würden Milliarden Euro in die Hand genommen, um Grossereignisse aus dem Boden zu stampfen. «Da wird Natur zerstört, werden Menschen enteignet, werden Menschenrechte mit Füssen getreten. Es kann nicht sein, dass Olympische Spiele bald nur noch in totalitären Staaten stattfinden können», sagte Neureuther der Zeitung.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees: Thomas Bach.
Bild: Keystone

«Hätte die Medaille nicht angenommen»

Der Bayer bedauerte, dass er wegen seiner Knieverletzung nicht an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea teilnehmen konnte. «Das war extrem bitter, denn ich wollte diese Medaille gewinnen. Und wenn Herr Bach sie mir überreicht hätte, hätte ich sie nicht angenommen», sagt Neureuther. Er habe ein Zeichen setzen wollen. «Ich wollte zeigen, dass es so nicht weitergeht. Heutzutage hast du das Gefühl, dass es nur noch darum geht, dass das IOC möglichst viel Geld verdient.»

Neureuther hatte bereits Anfang Woche mit kritischen Worten zu den Parallel-Rennen im Skirennsport Schlagzeilen gemacht. «Dieses ganze Parallel-Gedöns! Dass das Teil des Weltcups ist, das ist der grösste Schwachsinn aller Zeiten. Das hat nichts mit diesem Skisport zu tun, den wir lieben. Das muss weg vom Weltcup», forderte der Deutsche. Mehr dazu lesen Sie hier.

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