Odermatt am Boden: «Die grösste Enttäuschung meiner Karriere»

lbe

19.2.2021 - 11:57

Schwarzer Freitag für das Schweizer Männerteam: Marco Odermatt, Justin Murisier und Gino Caviezel schaffen es im 1. Lauf des WM-Riesenslaloms nicht ins Ziel und scheiden aus. Der Frust sitzt tief.

Grosse Ernüchterung für das starke Schweizer Riesenslalom-Team. Ausgerechnet im WM-Rennen in Cortina landet Mitfavorit Marco Odermatt mit Startnummer 1 bereits im 1. Lauf im Schnee, wenig später müssen auch Justin Murisier und Gino Caviezel ihre Ambitionen viel zu früh begraben. Loïc Meillard, der bei Rennhälfte auf Platz fünf lauert, ist die letzte verbleibende Schweizer Hoffnung.

Am Ende verpasst aber auch Meillard die Medaillen klar. «Es war ein schwieriger erster Lauf. Er hat gedreht, war langsam, der Schnee hat immer gewechselt», sagt Meillard im Interview mit SRF.



Odermatt: «Ich bin nicht am Druck gescheitert»

Meillard ist es auch, der dem schwer enttäuschten Teamkollegen Odermatt im Zielraum Trost spendet. Mit mässigem Erfolg. «Es sind nicht viele Worte (die ausgetauscht werden). Jetzt bin ich schon gerade sehr, sehr enttäuscht», gesteht Odermatt, der seine Augen während des TV-Interviews hinter einer Sonnenbrille versteckt. Er habe an diesem Tag Mühe gehabt, den Rhythmus zu finden. «Ich hatte schon oben das Gefühl, ich fahre immer etwas hinterher. Dann habe ich aber den Starthang überstanden und dachte, jetzt kommt es langsam», erklärt der 23-Jährige.

Im unteren Teil will Odermatt deshalb eine Schippe drauflegen. «Ich habe probiert, zu pushen – was es definitiv nicht gebraucht hätte. Es wurde immer später, und irgendwann ging es nicht mehr», schildert er den verhängnisvollen Ausfall. Mit den hohen Erwartungen vor dem Rennen habe das aber nichts zu tun. «Ich bin nicht am Druck gescheitert», macht Odermatt klar.

Eine Erklärung für den missglückten Auftritt von sich und seinen Teamkollegen hat er allerdings nicht. «Ich glaube, es ist etwas früh, diese Frage zu beantworten. Ich kann es mir wirklich nicht erklären. Wir sind so gut drauf – im Training könnte man meinen, wir sollten jedes Rennen zu dritt auf dem Podest gewinnen. Und jetzt heute so … Das ist definitiv die grösste Enttäuschung in meiner Karriere.»

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