Odermatt nach 1. Riesen-Sieg den Tränen nah: «Es ist sehr emotional»

pat

7.12.2020

Zehnjährige Durststrecke beendet: Odermatt sorgt für Schweizer Sieg in Santa Caterina

Zehnjährige Durststrecke beendet: Odermatt sorgt für Schweizer Sieg in Santa Caterina

In beeindruckender Art und Weise fährt Marco Odermatt beim Riesenslalom von Santa Caterina zum ersten Schweizer Sieg in dieser Disziplin seit neun Jahren. Der Nidwaldner gewinnt vor Tommy Ford und Filip Zubcic, Loïc Meillard wird starker Vierter.

07.12.2020

Mit Marco Odermatt gewinnt im Riesenslalom erstmals seit 2011 ein Schweizer. Nach dem Rennen ist der 23-Jährige sichtlich erleichtert.

Im Zielraum, noch sichtlich ausgepumpt, gibt Sieger Odermatt der «FIS» auf Englisch ein Interview für die TV-Stationen weltweit. Und wer nicht nur zuhört, sondern auch noch ganz genau hinschaut, der glaubt sogar zu erkennen, dass der Schweizer kurz zuvor möglicherweise noch die eine oder andere Träne verdrückt hat.

Ich weiss gar nicht, wo ich beginnen soll. Drei Rennen in dieser Saison, drei Podestplätze. Erster Sieg im Riesenslalom, erster Sieg im Riesenslalom der Männer seit Carlo Janka im Jahr 2011. Worauf sind Sie heute besonders stolz? 

Ich kann es gar nicht wirklich sagen. Es ist sehr emotional für mich. Es war ein Riesen-Druck heute. Das erste Mal mit der roten Startnummer, das erste Mal nach dem 1. Lauf in Führung … Jetzt bin ich wirklich stolz.

Ich kann die Emotionen in Ihren Augen sehen. Wenn Sie noch ein bisschen mehr Druck wollen: Sie führen jetzt gemeinsam mit Alexis Pinturault den Gesamtweltcup an. Sie bereiten sich jetzt besser auf das nächste Rennen vor.

Klar. Sie auch. (schmunzelt)

Was ging Ihnen vor dem 2. Lauf am Start durch den Kopf?

Ehrlich gesagt war ich ziemlich relaxt. Ich habe nur versucht, mich darauf zu fokussieren, meine bestmögliche Leistung abzurufen. Es war wirklich nicht einfach aufgrund der Lichtverhältnisse. Und ich musste mich einfach pushen, vor allem auf dem letzten Abschnitt.


Odermatt: «Wir haben ein super Team und pushen uns gegenseitig»

Ein paar Minuten später gibt Odermatt auch den Kollegen vom «SRF» ein kurzes Interview (Video unten). Er wiederholt, es sei nach der Zieleinfahrt emotional gewesen, aber «jetzt hat es sich etwas gelegt, es ist ja nicht so viel los und kaum jemand da. Aber es war schon ganz cool heute.» Erneut wird er darauf angesprochen, wie er sich am Start vor dem 2. Lauf gefühlt habe, die Antwort bleibt in etwa die gleiche wie zuvor, nämlich dass es für ihn keinen grossen Unterschied gemacht habe. «Und ich habe gewusst, hinter mir ist es eng, ich muss fahren wie immer. Sauber, aber doch am Limit. Und ich glaube, das war heute das Rezept.»

Interessant ist, dass Odermatt auf den ersten Schweizer Sieg in einem Männer-Riesenslalom seit zehn Jahren angesprochen, auch gleich die Teamleistung ins Zentrum rückt. «Auch Loîc (Meillard) und Gino (Caviezel) waren schon sehr nahe dran. Wir haben ein super Team beieinander und pushen uns gegenseitig. So kann es gerne weiter gehen», so Odermatt. Gross Zeit zum Feiern bleibt dem nun führenden im Gesamtweltcup nicht, bereits in wenigen Tagen stehen die nächsten Rennen auf dem Programm.

Marco Odermatt im Interview mit «SRF»

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