Reha statt Medaillenjagd – diese Stars verpassen die Ski-WM

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3.2.2021

Lucas Braathen of Norway falls down during the second run of the men's giant slalom race at the Alpine Skiing FIS Ski World Cup in Adelboden, Switzerland, Friday, January 8, 2021. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Lucas Braathen gehört nach einem Sturz in Adelboden zu den Pechvögeln, die die WM verpassen.
Bild: Keystone

Ski-Profis sind einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Waden- und Schienbeinbruch, Kreuzbandriss, Schädelhirntrauma – leider tauchen diese Begriffe im Zusammenhang mit dem Skirennsport immer wieder auf. Umso schlimmer ist es, wenn man deswegen eine WM verpasst.

Besonders bitter ist der Ausfall für die Italienerin Sofia Goggia, DER Gold-Favoritin in der Abfahrt. Am Sonntag stürzt die 28-Jährige nach der Absage des Super-G in Garmisch-Partenkirchen bei einer Fahrt in Richtung Parkplatz abseits der Rennpiste. Dass sie die Heim-WM verpasst, trifft sie schwer.

«Ich glaube, nach 30 Stunden sind mir die Tränen ausgegangen. Aber der Schmerz und das Leid bleiben stark. Mein Herz kämpft weiter, und zugleich schreit es lautlos», schreibt Goggia am späten Montagabend auf Instagram an ihre Fans gerichtet. Auch im Super-G hätte die 28-Jährige das Podest ins Visier genommen.



Norweger vom Pech verfolgt

Aleksander Aamodt Kilde, der Gesamtweltcup-Sieger der Vorsaison, verletzte sich vor dem Kitzbühel-Wochenende im Super-G-Training. Der 28-Jährige zog sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. In der Abfahrt und im Super-G hätte er zu den Topfavoriten gezählt, im Riesenslalom und im Parallel-Wettbewerb wäre ihm ebenfalls einiges zuzutrauen gewesen.

Aber nicht nur Kilde werden die Norweger vermissen. Auch Sölden-Sieger Lucas Braathen musste sich nach einem Sturz in Adelboden am linken Knie operieren lassen. Mit Atle Lie McGrath fällt ein weiterer Techniker aus, er verletzte sich ebenfalls in Adelboden beim Riesenslalom. Eine Bänderdehnung im Knie erfordert eine mehrwöchige Pause.

Auch die US-Amerikaner können nicht aus dem Vollen schöpfen. Denn am Chuenisbärgli stürzte Tommy Ford schwer und riss sich mehrere Bänder in Knie und Hand, zudem hat er sich Kopf- und Nackenverletzungen zugezogen. Auch Ryan Cochran-Siegle, der Super-G-Sieger von Bormio, ist auf der Verletztenliste. In der ersten Kitzbühel-Abfahrt stürzte er schwer und zog sich «nur eine leichte Halswirbelfraktur» zu, wie das US-Team damals vermeldete.

Im selben Rennen wie Cochran-Siegle verletzte sich auch der Schweizer Urs Kryenbühl schwer. Beim Zielsprung verlor er das Gleichgewicht und klatschte unkontrolliert gegen die pickelharte Piste. Die niederschmetternde Diagnose: ein Riss des Kreuz- und Innenbandes am rechten Knie, ein Schlüsselbeinbruch und eine Gehirnerschütterung.



Auch bei den Ösi-Frauen wütet die Verletzungshexe. Speed-Aushängeschild Nicole Schmidhofer verletzte sich bei ihrem Sturz in der Abfahrt von Val d’Isere so schwer, dass noch nicht einmal klar ist, ob sie ihre Karriere wird fortführen können. Mit Nina Ortlieb verpasst eine weitere Medaillenanwärterin in den Speed-Disziplinen die WM. Auch Cornelia Hütter und Bernadette Schild sind nicht in der Lage anzutreten. Bei den Schwedinnen fällt Anna Swenn-Larsson wegen eines Knöchelbruchs aus, sie hätte man im Slalom zumindest auf dem Zettel haben müssen, auch wenn sie nicht zum engsten Favoritenkreis zählt.



Caviezel wohl doch im Schweizer WM-Aufgebot

Zudem verliert das Schweizer Frauen-Team im laufenden Winter gleich fünf Athletinnen wegen eines Kreuzbandrisses. Für Luana Flütsch, Aline Danioth, Charlotte Chable, Andrea Ellenberger und Elena Stoffel ist die Saison vorzeitig gelaufen.

Auch Mauro Caviezel schien die WM zu verpassen, doch nun steht der vergangene Sieger der kleinen Kristallkugel im Super-G überraschend im Aufgebot für die Speed-Rennen in Garmisch am Wochenende. Swiss-Ski hofft, dass er rechtzeitig fit wird. 


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