Schröcksnadel: «Jahrelange Dominanz der Schweizer? Schwachsinn»

jar

27.2.2020 - 12:22

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel macht die Verletzungshexe für die Misere seiner Österreicher verantwortlich.
Bild: Getty

Die Schweizer Ski-Asse haben weiter beste Chancen auf den Gewinn des Nationencups. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel glaubt aber noch an eine Wende und ist sich sicher, dass ab nächster Saison wieder alles anders wird.

918 Punkte Vorsprung hat die Schweiz im Nationenranking bereits auf Österreich. Nachdem unser östlicher Nachbar die Teamwertung in den letzten 30 Jahren immer für sich entscheiden konnte, kann sich die Schweiz immer mehr Hoffnungen auf ein Ende ihrer langen Durststrecke machen.

Österreichs Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel hat seine Hoffnungen aber noch nicht begraben. «Das mach' ich erst, wenn wirklich nix mehr geht», sagt er der Tageszeitung «Österreich». Aber: «Ich weiss schon, dass es langsam eng wird. Wenn wir das verlieren, dann geht die Welt auch nicht unter. Bayern München war auch schon einmal Zweiter in Deutschland.»



Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann glaubt laut der Tageszeitung, dass der Triumph im Nationencup den Schweizern einen Boost verleihen kann und Beat Feuz und Co. den Ski-Zirkus in den nächsten Jahren dominieren könnten. Darauf angesprochen, meint Schröcksnadel: «Das ist doch Schwachsinn.» Der ÖSV-Boss begründet den grossen Rückstand seines Teams mit den vielen Verletzten in diesem Winter.

«Ich will keine Ausreden suchen, aber ...»

«Wir haben schon 17 Verletzte. Allein Hannes Reichelt hätte locker 500 Punkte geholt. Ich will keine Ausreden suchen, aber unser Potenzial liegt im Krankenhaus», so Schröchsnadel, der vor einigen Tagen noch den Frauen die Schuld am grossen Rückstand gab («Wenn die Damen die normalen Leistungen bringen würden, wären wir gar nicht hinten»). Nun hofft er, dass seine Österreicher «jetzt in Hinterstoder einen echten Lauf kriegen».



In Hinterstoder stehen am Freitag eine Kombination und am Samstag ein Super-G der Herren auf dem Programm. Tatsächlich haben die Österreicher in diesen beiden Disziplinen in diesem Winter bislang mehr Podestplätze vorzuweisen als die Schweizer.

Trotzdem wird sich Schröcksnadel wohl bei jedem Fahrer, der sich vor dem besten Eidgenossen klassiert, persönlich bedanken. Wie bei Thomas Dressen, der vor zwei Wochen in der Saalbach-Abfahrt einen Schweizer Vierfachsieg verhindert hatte. Schröcksnadel: «Dressen hat gefragt, ob ich ihn einlade, weil er in Saalbach vor den Schweizern gewonnen hat. Ja, das mache ich!»

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