Sicherheit nach Crans-Montana «Alle kontrollierten Betriebe in Wengen wiesen Mängel auf»

Patrick Lämmle

16.1.2026

Wie üblich werden an diesem Wochenende Tausende von Menschen in Wengen erwartet.
Wie üblich werden an diesem Wochenende Tausende von Menschen in Wengen erwartet.
Keystone

Etwas mehr als zwei Wochen nach der Tragödie in Crans-Montana macht der Ski-Zirkus Halt in Wengen. Wurden besondere Massnahmen getroffen, um die Sicherheit zu gewährleisten?

Clara Francey

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Nach der Tragödie in Crans-Montana wurden bei den Lauberhornrennen in Wengen verstärkte Sicherheitsmassnahmen umgesetzt, darunter ein Verbot von Pyrotechnik.
  • Die Gemeinde Lauterbrunnen liess sämtliche Veranstaltungsorte, Hotels und Gastrobetriebe kontrollieren und stellte dabei in allen geprüften Einrichtungen sicherheitsrelevante Mängel fest.
  • Die betroffenen Betriebe mussten die Mängel umgehend beheben und dokumentieren, bevor sie nach erfolgreichen Nachkontrollen wieder geöffnet werden durften.

«Wir haben jegliche Pyrotechnik während des Wochenendes verboten. Die Flugshow der Patrouille Suisse wird daher zurückhaltender ausfallen als üblich, und vor Beginn der Rennen wird auf der Grossleinwand im Zielbereich den Opfern gedacht», erklärt Christoph Leibundgut, Medienverantwortlicher der Lauberhornrennen.

Auf Seiten der Gemeinde waren die Massnahmen weitaus umfangreicher. «Wir waren natürlich alle zutiefst schockiert über das, was in Crans-Montana passiert ist. Und sehr schnell wurde uns klar, dass es das Schlimmste wäre, wenn sich so etwas Ähnliches in Adelboden oder Wengen wiederholen würde. Deshalb haben wir beschlossen, zu handeln», erklärt Lauterbrunnens Gemeindepräsident Karl Näpflin.

Mängel wurden umgehend behoben

Die Gemeinde beschloss daraufhin, bestimmte Einrichtungen vorübergehend zu schliessen, bis sie die Vorschriften wieder erfüllten. «Sie mussten schriftliche und fotografische Nachweise vorlegen, dass alle Mängel behoben worden waren, bevor eine Gegenkontrolle durchgeführt wurde. Diese fand in den meisten Fällen am Mittwoch und Donnerstag statt. Bis heute sind alle Ergebnisse positiv ausgefallen», freut sich Karl Näpflin.

Der Bruder von Urs Näpflin, Chef des Organisationskomitees der Lauberhornrennen, gibt jedoch zu, «überrascht» gewesen zu sein, «wie schlimm die Situation anfangs war». «Jetzt, wo das Wesentliche korrigiert wurde», sei er aber erleichtert.

Die Reaktion der Gemeinde Lauterbrunnen

Nach einer ausserordentlichen Sitzung beschloss der Gemeinderat zwei Massnahmen. Die erste bestand darin, einen Informationsflyer an die gesamte Bevölkerung zu versenden, in dem die zu beachtenden Sicherheitsvorschriften detailliert aufgeführt waren. Die zweite richtete sich direkt an Gastronomiebetriebe, Bars, Hotels und Festlokale, die aufgefordert wurden, unverzüglich ihre Betriebsbewilligungen, ihre Aufnahmekapazitäten und ihre Brandschutzkonzepte zu überprüfen.

Doch damit gab sich die Gemeinde nicht zufrieden. «Die periodischen Kontrollen der Brandschutzmassnahmen sind grundsätzlich alle fünf bis zehn Jahre vorgesehen. Wir hielten dies für unzureichend und haben daher selbst Kontrollen durchgeführt», verrät Karl Näpflin.

Das Ergebnis war besonders besorgniserregend, wie der Gemeindepräsident ausführt: «Es stellte sich heraus, dass alle kontrollierten Einrichtungen Mängel aufwiesen. Dies betraf vor allem die Notausgänge und die Ausgangsbeleuchtung: Einige Anlagen funktionierten nicht, andere blinkten, Fluchtwege waren versperrt und in mehreren Fällen waren die Feuerlöscher nicht geeignet.»