Österreich führt die Nationenwertung nach zehn Rennen mit beachtlichem Vorsprung an. Ist es vorbei mit der Schweizer Dominanz der letzten Jahre?
In der Breite sind die Österreicher und die Schweizer der Konkurrenz im Ski-Zirkus haushoch überlegen. Das zeigt sich jeweils mit Blick auf die Nationenwertung. 1971/72 gewann Frankreich diese, seither teilen sich die Schweiz und Österreich alle Siege, wobei unsere Nachbarn viele Jahre dominierten.
In der Saison 2019/20 gewinnt die Schweiz erstmals nach 30 Jahren österreichischer Dominanz den Nationencup. Im Folgejahr verteidigt die Schweiz Platz 1, ehe Österreich wieder zuschlägt. In den vergangenen drei Saisons gewinnt die Schweiz vor Österreich. In diesem Winter könnte das Pendel aber wieder zurückschlagen.
Schweizer Frauen auf Platz 3 – Männer nur auf 4
Die Frauen liegen in der Nationenwertung hinter den USA und Österreich auf Platz 3. Bei den Männern führt Österreich vor Norwegen und Frankreich. Die Schweizer Männer sind aktuell nur auf Platz 4. Nimmt man die Geschlechter zusammen, so führt Österreich vor der Schweiz.
So werden die Weltcup-Punkte verteilt
- Rang – 100 Punkte
- Rang – 80
- Rang – 60
- Rang – 50
- Rang – 45
- Rang – 40
- Rang – 36
- Rang – 32
- Rang – 29
- Rang – 26
- Rang – 24
- Rang – 22
- Rang – 20
- Rang – 18
- Rang – 16
- Rang – 15
- Rang – 14
- Rang – 13
- Rang – 12
- Rang – 11
- Rang – 10
- Rang – 9
- Rang – 8
- Rang – 7
- Rang – 6
- Rang – 5
- Rang – 4
- Rang – 3
- Rang – 2
- Rang – 1
5 Gründe: Darum bröckelt Schweizer Dominanz
1. Der Ausfall von Lara Gut-Behrami
Im vergangenen Winter holt Lara Gut-Behrami 1272 Punkte und damit mehr als doppelt so viele wie die zwei besten Österreicherinnen zusammen. Die fleissigste Punktelieferantin der Schweiz hat auch in dieser Saison einen der beiden Podestplätze der Schweizerinnen herausgefahren. Doch Gut-Behrami hat sich das Kreuzband gerissen und wird in dieser Saison keine Rennen mehr bestreiten.
2. Loïc Meillard kommt nicht auf Touren
Vor der Saison macht Loïc Meillard kein Geheimnis daraus, dass er im Kampf um den Gesamtweltcup ein Wörtchen mitreden will. Doch der Start in den Olympia-Winter verläuft alles andere als wunschgemäss. Einmal scheidet er aus, einmal verpasst er als 34. die Punkte und besser als 14. ist er noch nicht geworden. Was für ein Kontrast zur letzten Saison. Kriegt Meillard nicht bald die Kurve, spürt das die ganze Schweiz.
3. Marco Schwarz ist zurück
Im Dezember 2023 führt Schwarz im Gesamtweltcup vor Odermatt, doch dann reisst er sich das Kreuzband und den Meniskus und auch der Knorpel wird in Mitleidenschaft gezogen. In dieser Saison beweist er nun, dass wieder voll mit ihm zu rechnen ist, wenn es um die vorderen Plätze geht. Aktuell ist er in der Gesamtwertung hinter Odermatt im 2. Rang klassiert. Er dürfte den Österreichern noch viele Punkte bescheren.
4. Julia Scheib als Riesen-Trumpf
Den ersten Riesenslalom der Saison gewinnt die Österreicherin Julia Scheib. Im zweiten landet sie auf Platz 2. Damit hat sie schon 180 Punkte auf dem Konto. Im gesamten letzten Winter holte sie deren 265. Wenn sie weiter so performt, dann ist das ein grosser Trumpf für unsere Nachbarn. Denn in der vergangenen Saison stellte der Riesenslalom eine grosse Baustelle dar bei den Österreicherinnen.
5. Noch keine Männer-Abfahrt in dieser Saison
Im letzten Winter war die Dominanz der Schweizer in der Abfahrt erdrückend. In der Endabrechnung gewann Odermatt vor Franjo von Allmen und Alexis Monney. Justin Murisier und Stefan Rogentin belegten die Plätze 7 und 8. Der beste Österreicher war Vincent Kriechmayr auf Platz 11. In dieser Saison steht die erste Abfahrt erst noch bevor. Sollten die Schweizer erneut so dominant auftreten wie im letzten Winter, dann schenkt das ordentlich Punkte ein.