Olympiasieger Ryan Regez «Der Druck vor den Winterspielen 2022 war zermürbend»

Sandro Zappella

9.12.2025

Skicross-Olympiasieger Ryan Regez: «Der Druck vor vier Jahren war zermürbend»

Skicross-Olympiasieger Ryan Regez: «Der Druck vor vier Jahren war zermürbend»

11.11.2025

Skicross-Olympiasieger Ryan Regez blickt im Gespräch mit blue Sport auf den Saisonstart und die Winterspiele 2026 – und spricht offen über den Druck, der ihn 2022 in Peking fast überwältigte.

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Sandro Zappella, Julian Barnard

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  • Skicross-Olympiasieger Ryan Regez blickt mit grosser Vorfreude und Stolz auf die kommenden Spiele in Milano/Cortina, wo er als Titelverteidiger antreten wird.
  • Den immensen Druck vor Olympia 2022 beschreibt er als zermürbend, konnte ihn jedoch erfolgreich bewältigen und Gold gewinnen.
  • Im Vergleich zu den Covid-Spielen in Peking erwartet Regez nun ein stimmungsvolles Olympia-Erlebnis mit Fans und Familie vor Ort.

Skicrosser Ryan Regez holte an den Olympischen Spielen 2022 in Peking eine von sieben Schweizer Goldmedaillen. Im Gespräch mit blue Sport vor dem Saisonstart blickt der 32-Jährige auf die kommenden Winterspiele in Milano und Cortina: «Als Titelverteidiger anzureisen, ist eine Riesen-Ehre. Die Vorfreude ist gigantisch.» Schliesslich habe er das letzte Mal ja nicht so schlecht abgeschlossen. 

Auf die Medaille von Peking angesprochen, sagt Regez: «Die ist immer präsent, die ist im Herzen. Ich habe so hart darauf hingearbeitet. Ich musste Tiefpunkte überstehen, um dorthin zu kommen und bin extrem stolz darauf, dass ich es geschafft habe.» Wer seine Medaille mal anschauen möchte, kann dies übrigens tun, sie ist im Tourismusbüro in seiner Heimat Wengen ausgestellt. Ob es dort bald Zuwachs gibt? «Ich weiss schon, wie die neue Medaille aussieht und hoffentlich gibt es dort etwas zur Sammlung dazu», zeigt sich Regez selbstbewusst. 

Als Titelverteidiger an einen Grossanlass zu gehen, bringt natürlich auch viel Druck mit, doch Regez erklärt: «Da ich schon Erfolg hatte, wird der Druck anders sein. Das heisst, ich weiss vielleicht schon besser, wie damit umgehen. Auch dank der Heim-WM im letzten Jahr. Ich bin nochmals gereift und hoffe, dass mir die Erfolge aus der Vergangenheit mehr Zuversicht und Vertrauen geben und auch Druck nehmen, damit ich besser damit umgehen kann.»

Tropfen um Tropfen, bis das Fass überläuft

«Diamanten werden unter Druck geformt», sagt Regez und erklärt, dass er ein gewisses Mass an Druck brauche. Dass es aber auch zu viel sein kann, bekam er vor vier Jahren in Peking zu spüren. Damals reiste Regez als Gesamtweltcupführender an und gewann zudem die zwei letzten Rennen vor Olympia: «Die Hoffnung und alle Augen waren damals auf mir. Diese Situation war mir neu und dieser Druck war zermürbend. Aber ich habe es dennoch geschafft und konnte damit umgehen.»

Ryan Regez und seine Goldmedaille, die er in Peking 2022 geholt hat. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)..
Ryan Regez und seine Goldmedaille, die er in Peking 2022 geholt hat. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)..
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Gezeigt habe sich dieser Druck durch die vermehrten Nachrichten auf Social Media, das Medieninteresse, aber auch durch Freunde und Familie, die sich vermehrt gemeldet hätten. Es hätten sich zudem auch Leute gemeldet, die «irgendwoher» seine Nummer hatten: «Die Leute schreiben dir und wünschen dir nur das Beste. Jede Nachricht war mega gut gemeint, aber es war jedes Mal ein Tropfen mehr und irgendwann ist das Fass überlaufen. Wir hatten Einzelzimmer in Peking und ich war dort und musste den ganzen Druck irgendwie verarbeiten.»

Am Ende ging es für Regez trotz des grossen Drucks von innen und aussen auf. Der Skicrosser holte vor Teamkollege Alex Fiva die Goldmedaille und sagt nun rückblickend, dass es auch sein Anspruch an sich selbst war: «Für mich war klar, dass ich Grosses erreichen wollte und bin sehr dankbar, habe ich das geschafft.»

Von den Geister-Covid-Spielen nach Milano/Cortina

Im Februar stehen nun erneut Olympische Spiele an, die aber kaum mit denjenigen von vor vier Jahren zu vergleichen seien: «Die letzten Spiele waren Covid-Spiele, das war ein richtiger Dämpfer auf das Highlight jeder Sportart. Dass Olympia jetzt so nah von zu Hause ist, das bedeutet mir so viel. Freunde, Familie, Fanclub, ganz viele Schweizer Fans werden hoffentlich zuströmen und uns anfeuern.» Deshalb werde der Unterschied gigantisch sein von den Geister-Covid-Spielen in China zu dem, was die Athlet*innen bald in Milano/Cortina erleben dürfen.

Vorerst geht es aber mit dem Weltcup los. Am 11. und 12. Dezember stehen im französischen Val Thorens die ersten Rennen des Winters an. 

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