Mikaela Shiffrin gewinnt in Semmering auch den fünften Slalom des Weltcup-Winters, darf die Kurssetzung im 2. Lauf aber länger als die Konkurrenz besichtigen – weshalb Swiss-Ski gar einen Protest prüft.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- An Mikaela Shiffrin führt im Slalom momentan kein Weg vorbei. In Semmering holt sie sich den fünften Sieg im fünften Saisonrennen in dieser Disziplin.
- Allerdings löst eine Unregelmässigkeit vor dem zweiten Lauf Diskussionen aus. Die Jury ändert den Kurs kurzfristig leicht ab, als die meisten Athletinnen die Besichtigung bereits abgeschlossen haben.
- Die Ausnahmen: Dzenifera Germane und Mikaela Shiffrin, die für ihre Besichtigung in der Folge eine Viertelstunde mehr erhalten. «Das hat ihnen einen Vorteil verschafft», stellt der Schweizer Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor klar.
Der Nacht-Slalom am Semmering liefert Diskussionsstoff. Zum einen aufgrund der prekären Pistenverhältnisse, die schon im 1. Lauf für enorme Zeitrückstände und eine rekordverdächtige Ausfallquote sorgen. Gleich 39 von insgesamt 79 Fahrerinnen scheiden im 1. Durchgang aus – darunter auch die erst 16-jährige Weltcup-Debütantin Giada D'Antonio.
Zum anderen sorgt eine Unregelmässigkeit bei der Besichtigung des zweiten Laufs für Aufsehen, weil die Rennjury kurzfristig entscheidet, die Kurssetzung leicht abzuändern. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Fahrerinnen ihre Besichtigung bereits abgeschlossen – mit Ausnahme von Dzenifera Germane und Mikaela Shiffrin.
Gemäss Medienberichten soll es ausgerechnet Shiffrin gewesen sein, die sich über die betroffene Passage beschwert und die Jury zu einem Umdenken angeregt habe. Konkret sei es um einen langen Schwung in eine Haarnadel gegangen, der aus Sicht der Seriensiegerin bei den schlechten Pisten-Bedingungen zu gefährlich gewesen sei.
Schweizer Cheftrainer Tschuor prüft Protest
Die Folge: Shiffirn und Dzenifera erhalten von der Jury – anders als ihre Konkurrentinnen – eine zusätzliche Viertelstunde zur Besichtigung und entgehen so auch einer Disqualifikation, die es normalerweise für eine zu lange Besichtigung absetzt.
«Ich habe mit der Jury nach dem Rennen unterhalten, weil wir das Rennen grundsätzlich um 9 Hundertstel verlieren», sagt Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor gegenüber SRF. «Sie haben diesen zwei Athletinnen mehr Besichtigungszeit gegeben und das hat ihnen einen Vorteil verschafft. Ich wollte mich schlaumachen, ob wir einen Protest machen sollen.»
Die Verantwortlichen hätten ihm ihr Vorgehen dann nachvollziehbar dargelegt. «Ein Protest wäre abgewiesen worden», so Tschuor, der erklärt: «Für mich war wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht geht und fair sein muss für alle. Dass auch diejenigen, die in diesen Gremien sind, wissen, um was es geht und man sich den Konsequenzen bewusst ist. Ich bin klar der Meinung, die Rennen müssen auf der Piste entscheiden werden.»