Lindsey Vonn feiert mit 41 Jahren in St. Moritz einen historischen Sieg. Sie lässt dabei nicht nur ihren Trainer Aksel Lund Svindal zum Flachmann greifen, sondern begeistert auch die Konkurrenz.
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- Lindsey Vonn gewinnt mit 41 Jahren das erste Speed-Rennen der Saison in St. Moritz und beeindruckt vor allem in den Kurven.
- Trainer Aksel Lund Svindal lobt ihre Vorbereitung und traut ihr zu, alle fünf Speed-Rennen bis Weihnachten zu gewinnen.
- Konkurrenz und Kolleginnen wie Malorie Blanc, Jasmine Flury und Sofia Goggia zeigen sich tief beeindruckt von Vonns Leistung und ihrer Vorbildrolle.
Aksel Lund Svindal bringt das Lächeln im Zielraum kaum mehr aus dem Gesicht. Der Norweger ist selbst fünffacher Weltmeister, Doppel-Olympiasieger und zweifacher Gesamtweltcupsieger und seit diesem Winter als Trainer von Lindsey Vonn aktiv. Bevor er zum Interview kommt, nimmt er zusammen mit einem Betreuer noch einen Schluck aus dem Flachmann. Darauf angesprochen sagt er: «Das ist die Tradition von René (Meusberger, Servicemann von Vonn). Heute hat vor allem er das so richtig verdient. Da musste ich einen mittrinken.»
Warum Vonn mit 41 Jahren noch immer der gesamten Konkurrenz davon fährt, erklärt der Norweger ebenfalls: «Sie ist extrem gut skigefahren. Gewisse Kurven fährt sie wie niemand anders. Sie ist oft auf Männer-Ski unterwegs und das ist genau, weil sie mit diesem Druck so gut umgehen kann.» Die Strecke in St. Moritz liege ihr zwar, doch Svindal sagt über Vonn auch: «Sie ist sehr gut vorbereitet, von den fünf Speed-Rennen vor Weihnachten kann sie alle gewinnen. Das erste hat sie schon geschafft.»
«Vonn war immer und ist immer noch mein Idol»
Lob und Bewunderung kriegt Vonn aber nicht nur von ihrem Trainer, sondern auch von der Konkurrenz. Die beste Schweizerin Malorie Blanc (Rang 13) sagt über die amerikanische Dominatorin: «Unglaublich! Ich wusste, dass sie schnell fahren kann. Ich finde es toll, dass sie es allen Zweiflern zeigt. Respekt!»
Auch Jasmine Flury, die ein emotionales Comeback hatte, ist voll des Lobes: «Crazy, wir haben letzte Woche in Nordamerika schon mit ihr trainiert. Sie nimmt die ‹Chnebel› nicht raus. Es ist unglaublich cool, ihr zuzuschauen. Ihre Linie muss man sicher mal noch anschauen.» Janine Schmitt, selbst auf Rang 23, findet die Leistung von Vonn nur noch «krass» und sagt: «Es ist verrückt, was sie leistet. Sie zieht es von ganz oben bis ganz unten durch. Ich denke, da können wir noch einiges abschauen.»
Ein spezielles Verhältnis zu Vonn hat auch Sofia Goggia. Die Italienerin hat den Abfahrtsweltcup viermal gewonnen und sagt über Vonn: «Sie ist eine unglaubliche Athletin. Sie war immer und ist immer noch mein Idol. Sie hat mich meine ganze Karriere lang inspiriert. Sich mit ihr zu messen, ist sehr aufregend.» Von der heutigen Leistung, sei sie äusserst beeindruckt. Goggia habe zwar gedacht, dass Vonn gewinnen könne, «aber doch nicht mit einer Sekunde Vorsprung.» Generell sei es schön, dass Vonn zurück sei und gezeigt habe, was man erreichen könne, wenn man an sich selbst glaubt: «Ich bin sehr glücklich für sie», so Goggia.