Der FIS-Slalom am Schilthorn wird zu Schweizer Festspielen – wäre da nicht eine 16-jährige Italienerin aus Neapel. Trotz sehr hohen Startnummern durchbrach Giada d’Antonio die Schweizer Dominanz und holte sich in ihren ersten beiden Profi-Rennen gleich zwei Siege.
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- Die 16-jährige Italienerin Giada d'Antonio gewann überraschend beide FIS-Slaloms am Schilthorn. Es waren ihre ersten beiden Profi-Einsätze.
- Am Mittwoch fuhr D'Antonio mit Startnummer 82 zum Sieg, am Donnerstag mit Startnummer 63.
- Die Italienerin verhinderte mit ihrer beeindruckenden Leistung erst einen Schweizer 12-fach-Sieg, einen Tag später sogar einen 13-fach-Sieg.
Am Mittwoch und Donnerstag fanden auf dem Schilthorn zwei FIS-Slaloms statt. Es ist dies die dritthöchste Kategorie nach Weltcup und Europacup. Die FIS-Rennen werden hauptsächlich als erster Schritt ins Profi-Skifahren von Nachwuchs-Athletinnen und Athleten besucht. Deshalb ist es auch wenig verwunderlich, dass beim Rennen auf dem Schilthorn in den Berner Alpen hauptsächlich Schweizerinnen am Start waren.
Und beinahe hätte die Schweiz am Mittwoch einen 12-fach-Sieg gefeiert. Wäre da nicht Giada d'Antonio. Die Italienerin fuhr im ersten Lauf mit Startnummer 82 (es waren 84 Athletinnen am Start) auf den sensationellen vierten Rang. Im zweiten Lauf nahm d'Antonio der ganzen Konkurrenz 0,9 Sekunden und mehr ab und verbesserte sich dank dieser deutlichen Laufbestzeit auf den ersten Rang. Sie verwies Elyssa Kuster und Minna Bont (die Tochter von Ex-SRF-Experte Michi Bont und Ex-Weltcupfahrerin Corina Bont, damals noch Grünenfelder) auf die Ränge 2 und 3.
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Und auch die Plätze 4 bis 13 waren ausschliesslich von Schweizerinnen belegt. Bekannte Namen tragen dabei auch die Fahrerinnen auf den Plätzen 5 und 6. Es sind dies die Schwestern Sophia und Anna Flatscher. Eltern der beiden: Ex-Ski-Star Sonja Nef und Hans Flatscher (Alpin-Chef bei Swiss-Ski).
Einen Tag später, am Donnerstag, doppelt Giada d'Antonio gleich nach. Diesmal ist sie im ersten Lauf mit Startnummer 63 unterwegs und deklassiert die Konkurrenz dennoch mit einem Vorsprung von einer Sekunde und mehr. Im zweiten Lauf verwaltet die Italienerin ihren Vorsprung und fährt in ihrem zweiten FIS-Rennen zum zweiten Sieg. Hinter ihr klassieren sich diesmal 13 Schweizerinnen am Stück. Sarina Dörig verliert als zweite 0,45 Sekunden, Elyssa Kuster wird mit 0,48 Rückstand Dritte.
Droht Italien der nächste «Fall Colturi»?
Aber wer ist dieses Ski-Juwel Giada D'Antonio? Geboren wurde sie Neapel als Tochter eines italienischen Zahnarztes und einer kolumbianisch-ecuadorianischen Mutter. Sie lebt in San Sebastiano al Vesuvio, gelegen am Fusse des Vulkans Vesuv und ist Mitglied beim Skiclub Vesuvio.
Nun hat die erst 16-jährige D'Antonio am Schilthorn ihre ersten Profi-Rennen überhaupt bestritten und sogleich zwei beeindruckende Siege eingefahren. Hat Italien also ein neues Ski-Talent? Ihr Trainer Carlo Ceccato sagte in einem Interview mit www.sciaremag.it (zitiert via skinews.ch) schon 2022: «Sie ist ein talentiertes Mädchen, körperlich begabt, ein Geschenk der Natur.»
Bei D'Antonio Ski-Ausrüster Head ist man wenig überrascht von den starken Resultaten der 16-Jährigen. So sagt Rainer Salzgeber, Rennchef von Head: «Thomas Tuti, unser Servicemann bei den Italienerinnen, ist schon seit längerer Zeit von dieser jungen Athletin schwerst begeistert. Aufgrund dessen, was Thomas mir bisher berichtet hat, sind die jüngsten Resultate für mich keine grosse Überraschung. Es wird spannend sein, zu sehen, wie sich Giada entwickelt.»
Erinnerungen werden wach an Lara Colturi, die ebenfalls schon in jungen Jahren hervorragende Resultate einfuhr. Sie wechselte dann aber in den albanischen Verband und ist inzwischen mit 19 Jahren bereits in der Weltspitze angekommen. Der italienische Verband wird sich hüten – speziell bei einer Fahrerin mit internationalen Wurzeln – erneut ein junges Talent zu verlieren.