Odermatt über Risiko im Kernen-S «Es ist ein bisschen verrückt, mit 110 km/h gegen eine Wand zu fahren»

Sandro Zappella aus Wengen

17.1.2026

 Odermatt: «Es ist ein bisschen verrückt, mit 110 km/h gegen eine Wand zu fahren»

Odermatt: «Es ist ein bisschen verrückt, mit 110 km/h gegen eine Wand zu fahren»

17.01.2026

Der Sieger in der Lauberhorn-Abfahrt heisst einmal mehr Marco Odermatt. Im Interview erklärt der Schweizer, warum er wieder mit vollem Risiko gefahren ist – auch wenn das ein bisschen verrückt sei.

Sandro Zappella aus Wengen

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  • Marco Odermatt gewinnt zum vierten Mal in Serie die Lauberhorn-Abfahrt.
  • Der Ski-Dominator erklärt, dass er trotz des Fehlers am Freitag im Super-G erneut volles Risiko ging: «Wenn man das nicht macht, kann man kein Rennen gewinnen.»
  • Nächste Woche stehen die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel an. Die Abfahrt in Kitzbühel zu gewinnen, ist das grosse Ziel des Schweizers.

Marco Odermatt gewinnt nach einer Traumfahrt zum vierten Mal in Serie die Lauberhorn-Abfahrt und sorgt im Berner Oberland damit einmal mehr für Begeisterung. Schon nach seiner Zieleinfahrt mit Startnummer 7 und deutlicher Bestzeit ist praktisch allen klar: Das geht kaum schneller.  

Im Interview im Zielraum sagt der 28-Jährige, dass er einen guten Plan gehabt habe und es perfekt aufgegangen sei: «Ich habe genau gleich wie gestern sehr viel riskiert.» Noch am Vortag sei ihm im Brüggli-S dieser Fehler passiert, dennoch habe er heute genau dort wieder alles riskiert: «Wenn man das nicht macht, kann man kein Rennen gewinnen.»

Nach dem Brüggli-S, welches er voll auf Zug fahren konnte, habe er schon gespürt, dass es bis dahin super war. Auf die Nachfrage, ob es viel mentale Stärke brauche, so auf Risiko zu fahren, erklärt Odermatt, dass er wisse, dass er es so fahren könne und das in den letzten Jahren funktioniert habe:  «Das alleine hilft schon extrem, auch wenn es ein bisschen verrückt ist, mit 110 km/h gegen eine Wand zu fahren.» Das schwierigste sei das Timing, gestern habe er drei, vier, fünf Hundertstel zu lange gewartet und dann verpasse man alles.

Das Podest knapp verpasst hat Franjo von Allmen, ihm ist das Kernen-S nicht wie gewünscht geglückt, eben weil er etwas zu spät auf die Ski gestanden sei. Und so erklärt Von Allmen für alle verständlich: «Einfahrt gut, Ausfahrt scheisse. Relativ simpel.»

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Das grosse Ziel folgt in einer Woche

Der vierte Sieg am Lauberhorn sei crazy, sagt Odermatt und erklärt, was es in Wengen so speziell macht: «Es passt mir einfach wunderbar, hier Skizufahren. Die Fans sind genial und die Schlüsselstellen treffe ich hier sehr oft sehr gut.»

Der nächste Abfahrts-Klassiker steht in einer Woche in Kitzbühel an. Dort hat Odermatt im Vorjahr zwar den Super-G gewonnen, auf einen Sieg in der Hahnenkamm-Abfahrt wartet er aber noch: «Kitzbühel ist das grosse Ziel und trotzdem schaue ich das Rennen an wie jedes andere. Man muss sowieso jeden Tag immer zuerst schauen, was möglich ist», so Odermatt.

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