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FIS-Präsident Johan Eliasch (links) will als FIS-Präsident wiedergewählt werden. Er warf CEO Urs Lehmann unter anderem Illoyalität vor.
sda
Am 11. Juni entscheiden 80 Nationen über die Zukunft des internationalen Skisports. Grossverbände wie Swiss-Ski fordern einen Machtwechsel beim internationalen Skiverband FIS. Die finanzielle Lage des Verbandes sorgt für zusätzliche Brisanz.
Was passiert, wenn der umstrittene FIS-Präsident Johan Eliasch am 11. Juni wiedergewählt wird? Es könnte gemäss dem «Blick» zum totalen Knall kommen. Es sei demnach sogar möglich, dass sich grosse Ski-Nationen vom Weltverband lösen und Traditionsrennen wie Wengen, Adelboden, Kitzbühel, Val d’Isère und Bormio selbst organisiert durchführen.
Und so blickt die Ski-Welt am kommenden Donnerstag gespannt nach Belgrad, wo die richtungsweisende Wahl stattfinden wird. Bestätigen die Mitgliederverbände dort den aktuellen Amtsinhaber Johan Eliasch?
Der schwedisch-britische Milliardär tritt erneut an, diesmal nominiert von Georgien. Seine Herausforderer sind die Britin Victoria Gosling und der Liechtensteiner Alexander Ospelt. Beide werben mit mehr Dialog und Zusammenarbeit. Eigenschaften, die Kritiker bei Eliasch vermissen.
Unter Eliaschs Führung soll das Vermögen der FIS von einst 130 Millionen auf noch 43 Millionen Franken geschrumpft sein. Offiziell bestätigt wurden diese Zahlen nie. Sie passen jedoch zum Bild, das viele Insider vom 64-Jährigen zeichnen: autoritär, kritikresistent und wenig transparent. «Wenn wir so weitermachen, fahren wir mit 180 km/h gegen eine Wand», warnt Swiss-Ski-Co-CEO Diego Züger gegenüber «Blick».

Swiss-Ski-Co-CEO Diego Züger warnt vor den Folgen von Eliaschs Führungs der FIS. (Archivbild)
KEYSTONE
Die grossen Skinationen haben sich deshalb gegen Eliasch positioniert. Die Schweiz, Österreich, Deutschland, Italien, Schweden, die USA, Kanada, Frankreich und Norwegen dürften gemäss dem «Blick»-Bericht bei der Wahl Ospelt unterstützen.
Vergangene Woche spitzte sich die Lage zu. Swiss-Ski verlangte Auskunft über die finanzielle Situation der FIS. In der Zentrale in Oberhofen informierte FIS-CEO Urs Lehmann über die Lage. Seine Botschaft: Bleibt der aktuelle Kurs bestehen, droht der FIS innerhalb von zwei Jahren die Zahlungsunfähigkeit.
Swiss-Ski konfrontierte Eliasch mit diesen Aussagen. Der Präsident reagierte laut Beteiligten verärgert und warf Lehmann Illoyalität vor. Am Freitag zog Lehmann die Konsequenzen und trat zurück. Viele Beobachter werten dies als schweren Schlag für Eliaschs Wiederwahlkampagne.
Hat Eliasch trotz Gegenwind der grossen Skinationen dennoch eine Chance auf die Wiederwahl? Ja. Denn viele kleinere Verbände stehen weiterhin hinter ihm, schliesslich hat kaum ein Präsident ihre Interessen so stark berücksichtigt.
Zwar verfügen Ski-Nationen wie etwa die Schweiz über drei Stimmen, viele kleinere Nationen nur über eine. Doch bei insgesamt 80 stimmberechtigten Verbänden könnte ihre Anzahl entscheidend sein. Abstimmen dürfen unter anderem Länder wie Amerikanisch-Samoa oder Vanuatu. Für den Wahlsieg braucht ein Kandidat die absolute Mehrheit.
Die Stimmen der kleinen Verbände könnten Eliasch also erneut ins Amt bringen. Kommt es dazu, ist die Zukunft des Skisports ungewiss und es könnte zur grossen Spaltung kommen. Konflikte wären auf jeden Fall vorprogrammiert.