Speed-Asse Gut-Behrami und Suter out Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor: «Verletzungen haben eine gewisse Alltäglichkeit»

Sandro Zappella

10.12.2025

Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor: «Verletzungen haben eine gewisse Alltäglichkeit»

Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor: «Verletzungen haben eine gewisse Alltäglichkeit»

10.12.2025

Mit Lara Gut-Behrami und Corinne Suter fehlen Swiss-Ski beim Heim-Weltcup in St. Moritz gleich zwei Teamleaderinnen. Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor spricht mit blue Sport über die schwierige Situation.

,

Sandro Zappella, Jüri Christen

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Swiss-Ski verliert mit Lara Gut-Behrami und Corinne Suter zwei Schlüsselathletinnen durch Verletzungen vor dem Start der Speed-Saison.
  • Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor spricht von einem «grossen Verlust», sieht aber auch Chancen für andere Schweizer Athletinnen.
  • Die Speed-Saison startet am Freitag in St. Moritz. Es stehen zwei Abfahrten und ein Super-G auf dem Programm.

Die letzten Wochen waren für das Frauen-Team von Swiss-Ski keine einfachen. Lara Gut-Behrami hatte sich am 20. November bei einem Trainingssturz in Copper Mountain einen Kreuzband-, Innenband- und Meniskusriss zugezogen.

Mit Corinne Suter hat sich zuletzt eine weitere Schweizer Teamleaderin verletzt. Die Speed-Spezialistin stürzte vor einer Woche beim Abfahrtstraining in St. Moritz und zog sich einen Muskelfaserriss im linken Unterschenkel, eine Prellung des linken Kniegelenks und einer Fraktur im Rückfussbereich zu. Die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2022 muss zwar nicht operiert werden, wird aber rund einen Monat ausfallen.

Für die anstehenden, ersten Speed-Rennen der Saison muss das Schweizer Frauen-Team also ohne die erfolgreichsten Athletinnen auskommen. blue Sport hat Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor in St. Moritz getroffen und ihn auf die schwierige Situation angesprochen. 

In den letzten Wochen gab es gleich mehrere Hiobsbotschaften für Swiss Ski. Erst verletzte sich Lara Gut-Behrami und nun auch noch Corinne Suter. Beat Tschuor, wie haben Sie die letzten Wochen erlebt?

Das hat schon eine Dynamik ausgelöst, bei der auf einmal viele Medien im Spiel sind. Zum einen der Verlust der Athletinnen, dann der ganze Prozess bis du genau weisst, was ist, der Kommunikationsprozess nach Aussen ... Das war bei beiden Athletinnen nicht ganz einfach. Es sind zwei sehr wichtige Athletinnen fürs Team, ein sehr grosser Verlust. Das muss man dann in Ruhe managen. Ich sage immer, dass dies leider ein Teil von unserem Sport ist. Man kann es nicht abtun – wichtig ist einfach, dass wir mit denjenigen Fahrerinnen, die wir weiterhin im Team haben, weiter gut arbeiten und unseren Job machen. Es geht einfach vorwärts, alles andere bringt nichts. Und diejenigen, die verletzt sind, möglichst schnell wieder auf Kurs bringen.

Wie sind die anderen Fahrerinnen im Team damit umgegangen?

Du siehst bei den Athletinnen – und das klingt jetzt doof – aber diese Verletzungen haben eine gewisse Alltäglichkeit. Natürlich nicht die schweren Verletzungen. Es fehlen generell viele Athletinnen im Weltcup, aber alle anderen müssen vorwärts denken. Jeder hat seinen Betrieb, sein eigenes Unternehmen und muss seinen Job machen und seine Bestleistung abrufen. 

Hat es einen Einfluss aufs Schweizer Team, wenn ausgerechnet die beiden Teamleaderinnen ausfallen?

Natürlich fehlen uns die beiden, uns bleibt aber nichts anderes übrig, das ist dann einfach ein Fakt. Natürlich hat das einen Einfluss. Ob das jetzt negativ oder positiv ist, jeder Trainer, jede Athletin muss das Beste daraus machen. Das kann auch den Effekt haben, dass plötzlich eine andere Fahrerin plötzlich an die Oberfläche kommt, die man bisher nicht gesehen hat. Es hat immer ein Plus und ein Minus.

Heisst mehr Platz um sich zu beweisen auch mehr Druck?

Druck macht man sich in der Regel oder lässt ihn aufkommen. Der kommt meist von Aussen her. Man kann ihn sich auch selbst machen, es gibt da verschiedene Varianten. Ich sage immer: Es gibt Chancen für andere. Natürlich fehlen diese sehr wichtigen Athletinnen, aber alle sind wichtig.

Ist es doppelt ärgerlich, dass beide Athletinnen bereits in Trainings ausgefallen sind, bevor es eigentlich richtig losging mit Speed-Wettbewerben?

Beide waren sehr gut in Form. Vor allem Lara, sie ist ja mit einem Podium in die Saison gestartet. Und auch Corinne war sehr gut drauf, hatte eine sehr gute Vorbereitung und verletzt sich dann so kurz vor St. Moritz. Das sind ungute Situationen, bevor die Saison losgeht.

Was darf man von den anderen Athletinnen erwarten, die jetzt in St. Moritz dabei sind?

Das werden wir nächste Woche sehen. Die geben zu hundert Prozent ihr Bestes, wir Schweizer sind gut aufgestellt und wir werden sehen, was rauskommt.

Das Renn-Programm in St. Moritz



Mehr Videos aus dem Ressort

Ski-Stars von morgen: Stefanie Grob, die Gewinnerin von 7 Junioren-WM-Medaillen

Ski-Stars von morgen: Stefanie Grob, die Gewinnerin von 7 Junioren-WM-Medaillen

Wer ist Stefanie Grob? Die 21-jährige Allrounderin hat an Junioren Ski-Weltmeisterschaften bereits sieben Medaillen gewonnen. Im Porträt bei blue Sport zeigt sie, wo damals als Kind alles angefangen hat.

21.10.2025

Ski-Stars von morgen: Janine Schmitt, die Europacup-Gesamtsiegerin

Ski-Stars von morgen: Janine Schmitt, die Europacup-Gesamtsiegerin

Wer ist Janine Schmitt? Die 24-Jährige hat 2024 die Gesamtwertung im Europacup gewonnen und auch im Weltcup schon Punkte eingefahren. blue Sport zeigt sie ihr Zuhause und verblüfft mit weiteren Talenten.

21.10.2025