Eine Ski-Saison, die aus Schweizer Sicht kaum hätte besser laufen können, ist zu Ende. Es folgt ein bunter Mix von Geschichten, an die wir uns noch lange erinnern werden.
Frisuren-Wahnsinn der Schweizer Speed-Cracks
Die Schweizer Speedfahrer rasieren die komplette Saison über die Konkurrenz – und an der WM in Saalbach auch die eigenen Schädel. Nach der Abfahrt, bei der Franjo von Allmen Gold holt und Teamkollege Alexis Monney Bronze, erscheint die ganze Mannschaft mit neuer Haarpracht bei der Siegerehrung.
Schweizer Dreifachsiege bei den Männern
Mitte März gewinnt Loïc Meillard den Riesenslalom in Hafjell vor Marco Odermatt und Thomas Tumler. Einen Dreifachssieg feierten die Schweizer in dieser Disziplin zuvor erst einmal – 1983 in Adelboden siegte Pirmin Zurbriggen vor Max Julen und Jacques Lüthy. Zwei totale Triumphe holten die Schweizer in dieser Saison zuvor schon in den Abfahrten von Crans-Montana und Kvitfjell. Der Rekord lag zuvor bei zwei Dreifachsiegen in einem Jahr (1992, 1987 und 1982).
Schon zuvor räumten die Schweizer an der WM im ganz grossen Stil ab, in der Team-Kombination standen am 12. Februar gleich sechs Schweizer auf dem Treppchen – ein Dreifachsieg, wie man ihn zuvor noch nie gesehen hat.
Lara Gut-Behrami schreibt Geschichte
Es ist ja nicht so, dass nur die Schweizer Männer geliefert hätten, auch die Frauen waren erfolgreich. Allen voran Lara Gut-Behrami, die im Gesamtweltcup hinter Federica Brignone Platz 2 belegt und sich die Super-G-Kugel sichert – und das schon zum 6. Mal in ihrer Karriere. Rekord! Nach ihrem Wahnsinns-Lauf im Super-G gewinnt sie dann beim Saisonfinale auch noch den Riesenslalom, es ist ihr 100. Podestplatz. Und sie ist die erste Skifahrerin, die in drei Disziplinen mindestens je 10 Siege eingefahren hat. Wahnsinn, was die 33-jährige Tessinerin seit Jahren leistet. An der WM läuft es nicht ganz nach Wunsch, dennoch reisst sie nicht mit leeren Händen ab. Gemeinsam mit Wendy Holdener holt sie Silber in der Team-Kombination.
Der Horror-Sturz von Sarrazin
Der Franzose Cyprien Sarrazin, einer der wenigen, der den Schweizern regelmässig das Wasser reichen kann, stürzt im Dezember beim zweiten Training zur Weltcup-Abfahrt in Bormio fürchterlich. Im März sagt er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt: «Es fühlt sich wie ein Wunder an, dass ich mich so gut und schnell erholt habe.» Dabei ist noch nicht mal klar, ob er wieder in den Skizirkus zurückkehren wird. Aber es hätte eben alles noch viel schlimmer enden können: «Ich wäre beinahe gestorben.»
Das unglückliche Comeback von Marcel Hirscher
2019 beendet Marcel Hirscher als achtfacher Gesamtweltcupsieger, Gewinner von zwölf kleinen Kristallkugeln, siebenfacher Weltmeister und zweifacher OIympiasieger seine Karriere. Im Oktober 2024 dann das Comeback, allerdings unter neuer Flagge. Hirscher will für die Niederlande auf Punktejagd gehen und nicht mehr für Österreich. Ein paar Pünktchen holt er tatsächlich, doch der ganz grosse Coup bleibt aus. Im Dezember dann der Schock, Hirscher reisst sich im Training das Kreuzband, die Saison ist futsch! Ob er noch einmal zurückkehren wird? Fraglich!
Lindsey Vonn stopft Kritikern den Mund
Mit Lindsey Vonn gibt auch bei den Frauen eine der besten Skifahrerinnen der Geschichte ihr Comeback. Dafür erntet sie von vielen Seiten Kritik, die sich um ihre Gesundheit sorgen. Sehr zum Ärger der US-Amerikanerin. Sie zeigt von Beginn an, dass sie noch schnell sein kann, die Konstanz geht ihr aber ab. In ihrem letzten Rennen der Saison lässt sie dann all ihre Kritiker endgültig verstummen: Im Super-G in Sun Valley rast sie hinter der überragenden Lara Gut-Behrami auf Platz 2. Es ist ihr erster Podestplatz seit März 2018. Mit 40 Jahren ist sie nun die mit Abstand älteste Podestfahrerin im Ski-Zirkus. Den Rekord hielt zuvor Alexandra Meissnitzer, die in der Saison 2007/08 mit 34 Jahren im Super-G von Bormio Dritte wurde.
Österreicher entgehen knapp dem Super-Gau
Die Frauen holen vier Weltcup-Siege, drei davon gehen aufs Konto von Cornelia Hütter. Die Männer aber, die schaffen es nicht einmal zuoberst aufs Treppchen. Zum Vergleich: Die Schweizer Männer feiern 17 Siege. Beim Saison-Finale dann die Erlösung: Lukas Feurstein siegt vor Landsmann Raphael Haaser. Die Bilanz in der Abfahrt bleibt desaströs: 0 Podestplätze sind es Ende Saison. An der Heim-WM zeigen die Ösi-Männer aber ansprechende Leistungen: Haaser (Super-G) und Kriechmayr (Abfahrt) holen Silber und im Riesenslalom sichert sich Haaser Gold.
Erste Podestplätze für Brasilien und Albanien
Der Norweger Lucas Pinheiro Braathen hat ein Jahr pausiert und ist dann als Brasilianer in den Weltcup zurückgekehrt. In Adelboden holt er im Slalom den ersten Podestplatz für das Heimatland seiner Mutter. Zwei weitere Podestplätze lässt er folgen.
Auch in Albanien jubeln sie im November über den ersten Weltcup-Podestplatz. Am 23. November fährt Lara Colturi eine Woche nach ihrem 18. Geburtstag im Slalom von Gurgl auf Platz 2. Im Januar und März rast sie auch im Riesenslalom aufs Podest. Auf die Siegpremiere warten die beiden Nationen allerdings noch.
Der grosse Auftritt des kleinen Bulgaren
Der 27-jährige Albert Popov ist schon lange im Geschäft, doch für den ganz grossen Coup hat es nie gereicht. Das ändert sich am 8. Januar 2025. In Madonna di Campiglio ist der 1,64 Meter kleine Popov im Slalom der Grösste. Er holt den ersten bulgarischen Weltcup-Sieg seit 45 Jahren. Der Triumph ist umso bemerkenswerter, wenn man Popovs Lebensgeschichte kennt – eine Geschichte, die mit 18 Jahren beinahe tragisch geendet hätte.
Kristoffersen zofft sich mit Yule
Unvergessen, wie Henrik Kristoffersen in der Vorsaison auf einen Klima-Aktivisten losgehen will, aber auch 2024/25 platzt dem norwegischen Hitzkopf immer mal wieder der Kragen. In Val d'Isère gerät er mit Daniel Yule aneinander. Kristoffersen sei laut schimpfend zur Startnummern-Auslosung gekommen, weil der Riesenslalom als skandalös empfand. «Ich habe ihm gesagt, dass er endlich einmal aufhören soll, sich zu beschweren», erklärt Yule im «Blick»: «Daraufhin hat Henrik zweimal ‹Fuck you, Daniel› gerufen! So ist er halt, der Henrik.» Tags darauf gewinnt Kristoffersen den Slalom und ein paar Monate später auch die kleine Kristallkugel. So ist er halt, der Henrik!
Tamara Zubcic stiehlt ihrem Bruder die Show
Wenn Filip Zubcic am Start steht, dann sind die Kameras immer auch auf seine Schwester Tamara gerichtet, die dem kroatischen Betreuer-Team angehört. SRF-Experte Marc Berthod hat während der WM den passenden Spruch auf Lager …
Shiffrin singt ein Lied für ihren Liebsten
Aleksander Aamodt Kilde stürzt im Januar 2024 in Wengen schwer, verpasst nicht nur den Rest jener Saison, sondern auch die komplette nun zu Ende gegangene Saison 2024/25. Stets für ihn da, seine Verlobte, Mikaela Shiffrin. Im November singt sie für Kilde ein Liebeslied, das nicht nur ihm das Herz erwärmt. Über 30'000 Herzchen erntet der Post auf Instagram. Und wir fragen uns: Gibt es eigentlich etwas, das diese Frau nicht kann? Die Saison beendet sie übrigens mit einem Sieg im Slalom. Es ist ihr 101. Triumph im Weltcup. Schlichtweg Weltklasse!
SRF-Moderator sorgt für Lacher
SRF-Moderator Marc Lüscher wird im Rahmen der Ski-WM für einen Beitrag zugeschaltet. Weil er sich dabei verspricht, schüttelt er sich regelrecht durch. Die Szene geht über den Sender und sorgt für Lacher.