Die Ski-Saison 2025/26 hat bereits mehrere Opfer gefordert – unter ihnen auch Fahrerinnen aus dem Schweizer Lager. Andere Ski-Cracks kämpfen sich nach schweren Verletzungen zurück.
Hält die Verletzungsserie an, wird die Sicherheitsdebatte auch dieses Jahr wieder zum grossen Thema. Für einige Ski-Cracks ist die Olympia-Saison bereits gelaufen. Ein Überblick, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Lara Gut-Behrami startet bei den Frauen als grösster Schweizer Trumpf in die Saison. Beim Saisonauftakt in Sölden fährt sie im Riesenslalom dann auch direkt aufs Podest. Weitere Rennen kann die 34-Jährige aber nicht bestreiten, da sie sich am 20. November bei einem Trainingssturz in Copper Mountain einen Kreuzband-, Innenband- und Meniskusriss zuzieht. Ihre geplante Abschiedssaison endet damit frühzeitig. Ob Gut-Behrami ihre Karriere so beendet oder doch noch einmal zurückkehrt, lässt sie in den Tagen nach dem bitteren Saison-Aus offen.
Schlimm erwischt es auch Michelle Gisin. In St. Moritz stürzt sie vor der ersten Abfahrt des Winters im Abschlusstraining und zieht sich dabei schwere Verletzungen am rechten Handgelenk, am linken Knie sowie an der Halswirbelsäule zu. Operationen sind unumgänglich. Für die 32-Jährige kommen die Olympischen Spiele definitiv zu früh.
Corinne Suter muss nicht operiert werden
Mit Corinne Suter fällt derzeit eine weitere Schweizer Podest-Kandidatin aus. Die 31-Jährige stürzt beim Abfahrtstraining in St. Moritz und zieht sich dabei einen Muskelfaserriss im linken Unterschenkel, eine Prellung des linken Kniegelenks und eine Fraktur im Rückfussbereich zu. Die Abfahrts-Olympiasiegerin von 2022 hat aber noch Glück im Unglück und muss nicht operiert werden. Sie fällt rund einen Monat aus.
Definitiv gelaufen ist die Saison hingegen für die 23-jährige US-Amerikanerin Lauren Macuga, die bei der WM in Saalbach im Super-G Bronze holte. Sie hat sich, so wie die Französin Clarisse Brèche oder die beiden Sloweninnen Neja Dvornik und Andreja Slokar, das Kreuzband gerissen.
Apropos Slowenien: In der Abfahrt von Beaver Creek verliert Rok Aznoh, der Abfahrts-Juniorenweltmeister von 2023, mit Startnummer 58 bei über 100 km/h die Kontrolle über die Ski und landet in den Fangnetzen. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Meniskusverletzung im rechten Knie beenden den Olympia-Winter für den 23-jährigen Slowenen vorzeitig.
Weg vom Fenster ist aktuell auch Marta Bassino, die sich beim Training im Oktober vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden eine laterale Fraktur des Schienbeinkopfes im linken Bein zugezogen hat. Mindestens vier bis sechs Monate werde sie ausfallen, meldete damals der italienische Verband. Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Mailand/Cortina scheint für die sechsfache Weltcup-Siegerin im Riesenslalom und Super-G-Weltmeisterin von 2023 damit nahezu ausgeschlossen.
Diese Fahrer*innen kämpfen sich zurück
Am 12. Dezember gibt Jasmine Flury in St. Moritz nach 22 Monaten verletzungsbedingter Absenz ihr Comeback. Die Abfahrtsweltmeisterin von 2023 wird nach dem Rennen von den Emotionen übermannt.
Feuchte Augen sieht man auch nach dem Comeback von Aleksander Aamodt Kilde, der Ende November in Copper Mountain 684 Tage nach seinem schweren Sturz beim Ziel-S der Lauberhornabfahrt sein Comeback gibt. Nicht nur der Norweger selbst wird emotional, sondern auch seine Verlobte, Mikaela Shiffrin.
Andere Ski-Stars sind noch nicht so weit wie Flury oder Kilde, aber sie arbeiten an ihrer Rückkehr. Federica Brignone, Gesamtweltcupsiegerin der letzten Saison, gibt alles, um im Hinblick auf eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen. Marcel Hirscher und Max Franz mussten ihre Comebacks nochmals nach hinten schieben. Letzterer hofft, dass er in Gröden wieder am Start steht.
Weiter auf der Verletztenliste steht auch Petra Vlhova, die Gesamtweltcupsiegerin (2021) und Slalom-Olympiasiegerin von 2022. Die Slowakin stürzte im Januar 2024 vor ihrem Heimpublikum in Jasna und zog sich dabei eine komplizierte Knieverletzung zu.
Auf dem Weg zurück ist auch Cyprien Sarrazin, der im Dezember 2024 in Bormio fürchterlich verunglückte. Vergangene Woche postet der Franzose ein Video, das ihn dabei zeigt, wie er erste Schwünge in den Schnee zaubert.
Beim Super-G von Bormio stürzte Gino Caviezel im letzten Dezember mit der Startnummer 1 schwer. Daraufhin musste der Schweizer mit dem Helikopter abtransportiert werden. Auf Instagram setzt er immer mal wieder Posts ab, die auf ein Comeback hoffen lassen. Im «SI Talk» verriet er Mitte November: «Ziel ist es, diesen Winter wieder Rennen zu fahren!»