Duell um letzten Startplatz in der Abfahrt Hintermann gratuliert Rogentin und scherzt: «Er soll im Rennen ja nicht ‹abehösele›»

Luca Betschart

5.2.2026

Stefan Rogentin setzt sich im dritten Abfahrtstraining gegen Niels Hintermann durch.
Stefan Rogentin setzt sich im dritten Abfahrtstraining gegen Niels Hintermann durch.
Keystone

Stefan Rogentin hat im Duell um den vierten und letzten Schweizer Startplatz für die Olympia-Abfahrt vom Samstag in Bormio die Nase gegenüber Niels Hintermann vorn. Der Zürcher gibt sich als fairer Verlierer.

Redaktion blue Sport

Der 31-jährige Bündner Rogentin war im zweiten Training auf der Stelvio bis zum Messpunkt nach dem San-Pietro-Sprung um gut vier Zehntel schneller als der ein Jahr jüngere Zürcher Hintermann unterwegs. Rogentin lag nach knapp eineinhalb Minuten Fahrzeit an vierter und Hintermann an neunter Stelle hinter dem Trainingsschnellsten Mattia Casse.

Das Trainerteam von Swiss-Ski hatte im Vorfeld die vierte Zwischenzeit als entscheidenden Vergleichspunkt festgelegt. Dort lag der trainings­eröffnende Rogentin gegenüber Hintermann mit 43 Hundertstelsekunden in Führung.

Dass Hintermann in den letzten 30 Sekunden noch Zeit gutmachte und sich im Gesamtklassement als Neunter vor Rogentin (14.) einreihte – der Bündner nahm nach der Zwischenzeit sichtbar Tempo heraus – fällt nicht mehr ins Gewicht. Am Donnerstagnachmittag verkündet Swiss-Ski, dass nach Marco Odermatt, Franjo von Allmen und Alexis Monney auch Stefan Rogentin ein Startticket erhält.

Hintermann gratuliert Rogentin

Hintermann zeigt sich bei SRF als fairer Verlierer: «Er ist schneller Ski gefahren als ich.» Er habe schon am Start vom Trainer gehört, dass sein Konkurrent extrem gut Ski gefahren, so der Zürcher. «Ich wusste, ich muss Vollgas geben. Ein blöder Fehler habe ich gemacht, meint Hintermann und ergänzt: «Am Ende vom Tag ist es so.»

Im Zielraum gratulierte Hintermann, der in dieser Saison nach einer Krebserkrankung sein Comeback gab, Rogentin. Was er zu ihm gesagt habe, will Moderator Päddy Kälin wissen. «Ich mag es dir gönnen», verrät Hintermann. Und scherzt, er habe Rogentin auch noch eine Warnung für Samstag ausgesprochen: «Er söll ja nöd ‹abehösele›.»

Niels Hintermann hat das Nachsehen.
Niels Hintermann hat das Nachsehen.
Keystone

Italiener dominieren im Training

Der Italiener Casse gewann das Training mit 0,45 Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Florian Schieder. Als Dritter folgt mit Streif-Abfahrtssieger Giovanni Franzoni ein weiterer Einheimischer (0,87 zurück). Schnellster Schweizer über die gesamte Strecke war Alexis Monney im 6. Rang (1,16 zurück). Marco Odermatt (23.) und Franjo von Allmen (26.), die letzten zwei Abfahrts-Weltmeister, nahmen es im zweiten Training eher locker und fuhren nur abschnittsweise schnell.

Der Freiburger Monney war von der Trainer-Crew um den Schweizer Cheftrainer Tom Stauffer wie Marco Odermatt und Franjo von Allmen für die Olympia-Abfahrt am Samstag (Beginn 11.30 Uhr) gesetzt worden. Der vierte Schweizer Starter wird nun also Stefan Rogentin heissen. Für ihn ist es wie für Odermatt nach 2022 in China der zweite Start zu einer Olympia-Abfahrt, Monney und Von Allmen kommen zu ihrem Debüt an Winterspielen.

Der Live-Ticker

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  • Stand nach den Top 30

  • Die Top-Fahrer sind im Ziel

    Die Top-Fahrer sind im Ziel. Damit beenden wir den Live-Ticker. Der Italiener Mattia Casse ist der Schnellste. Er gewinnt das Training vor seinen Landsmännern Florian Schieder und Giovanni Franzoni. Bester Schweizer ist Alexis Monney auf Rang 6.

  • Cameron lässt es laufen

    Der Kanadier scheint der Fahrer, dem man ausserhalb der Top 15 am meisten zutraut – meint zumindest Ski-Experte Beat Feuz nach seiner Fahrt. Und der wird es wissen. 

  • Monney lässt Klasse aufblitzen

    Monney gibt oben Gas, im dritten Sektor nimmt er Tempo raus. Aber er zeigt, dass mit ihm in Bormio zu rechnen ist.

  • Kriechmayr noch bedeckt

    Auch der Ösi legt die Karten noch nicht auf den Tisch. 6. Rang aktuell im Klassemment für ihn.

  • Paris oben dabei

    Auch Paris gibt oben Gas und ist in den oberen zwei Sektoren ganz vorne mit dabei. Im Mittelteil verliert er aber etwas Zeit.

  • Schieder aktuell Dritter

    Auch Schieder zeigt in Bormio schon viel Einsatz und fährt auf Zwischenrang 3. Das Podest belegen momentan drei Italiener.

  • Franzoni mit 2.-bester Zeit

    Der Italiener nimmt es ziemlich ernst und fährt auf Rang 2. 8 Zehntel sidn im Ziel sein Rückstand.

  • Franjo von Allmen mit Showeinlage

    Der Berner Oberländer gibt nur oben Vollgas, dann nimmt er früh Tempo raus. Beim Zielsprung macht er gar eine kleine Showeinlage.

  • Allegre gibt Gas

    Der Franzose hingegen will heute etwas zeigen und verliert nur wenig Zeit.

  • Cochran-Siegle

    Der gestrige Trainingsschnellste macht ebenfalls keine Ansprüche, hier alles zu geben.

  • Odermatt nimmt Tempo raus

    Derr Nidwaldner gibt nicht Vollgas und hat im Ziel über 2 Sekunden Rückstand.

  • Hintermann verliert Duell gegen Rogentin

    Der Zürcher verliert oben ein wenig Zeit, dann holt er ein wenig auf. Dann sind es aber 7 Zehntel Rückstand. Jetzt wird's ganz schwierig. Hintermann verliert fast eine Sekunde bei Sektor 5 auf Rogentin.

  • Casse verpasst Tor

    Der Italiener gibt mächtig Gas und liegt bei Rennhälfte knapp vorne. Dann verpasst er aber ein Tor, seine Zeit wird nicht gewertet.

  • Hemetsberger stürzt

    Der Österreicher eröfffnete gestern das Training, heute geht er als Vierter ins Rennen. Doch Hemetsberger stürzt unglücklich und fliegt ins Netz. Vor dem Aufprall verliert er gar den Helm. Er kann aber selbständig aufstehen, hält sich aber die Nase. 

  • Crawford hinten

    Der Kanadier hat bei Rennmitte gut 8 Zehntel Rückstand. Es wird immer deutlicher: Rogentin hat sicher eine gute Fahrt hingelegt.

  • Alphand verliert Zeit

    Der Franzose verliert im Vergleich zu Rogentin viel Zeit. Bis zu Sektor 5 sind es zwei Sekunden. 

  • Rogentin eröffnet – reicht seine Zeit?

    Bei Sonnenschein und perfekten Bedinungen darf der Bündner die erste Richtzeit setzen. Nach 1:30 Minuten beziehungsweise fünf Sektoren ist das Training für ihn zu Ende, weil er den untersten Teil nicht durchzieht. Ob es im internen Schweizer Duell für den Startplatz am Samstag reicht, wird man gleich sehen. Sein Konkurrent Niels Hintermann geht mit der Startnummer 6 ins Rennen.

  • Die Startliste für das 2. Training

    Bild: FIS
  • Dieser Waadtländer tritt bei Olympia gegen Marco Odermatt an

    Thomas Weir. Dieser Name sagt dir vermutlich nichts – und doch gehört der junge Waadtländer Skirennfahrer zu den Auserwählten, die bei den Olympischen Spielen im Slalom und Riesenslalom an den Start gehen werden. Zum Artikel.

  • Schweizer im 1. Training vorne dabei

    Die Schweizer sind im 1. Training zur Olympia-Abfahrt vom Samstag in Bormio in den vorderen Rängen vertreten. Die Bestzeit stellt der Amerikaner Ryan Cochran-Siegle auf.

    Keiner der am Start gestandenen 43 Athleten deckte seine Karten im Hinblick auf das Rennen auf. Auch Marco Odermatt fuhr kontrolliert und nahm schon weit vor dem Ziel Tempo heraus. Als bester Schweizer klassierte er sich mit vier Zehnteln Rückstand auf Cochran-Siegle im 3. Rang, direkt vor Alexis Monney. Franjo von Allmen büsste rund eine Sekunde auf die Bestzeit ein und wurde Siebter.

    Trotz Bremser vor dem Ziel: Odermatt hält im ersten Abfahrts-Training mit den Schnellsten mit

    Trotz Bremser vor dem Ziel: Odermatt hält im ersten Abfahrts-Training mit den Schnellsten mit

    04.02.2026

  • Hintermann oder Rogentin – wer holt sich letzten Startplatz?

    Stefan Rogentin wird sich mit Niels Hintermann um den vierten Schweizer Startplatz duellieren. Der Zürcher Oberländer hat an der Entscheidung seiner Chefs, Alexis Monney den dritten Startplatz vorzeitig zu geben, keine grosse Freude.

  • Hallo …

    … und herzlich willkommen zum Live-Ticker des zweiten Abfahrts-Trainings zur Olympia-Abfahrt der Männer. Stefan Rogentin wird das Training ab 11.30 Uhr eröffnen. Hier bist du live mit dabei.

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