Odermatt über Gut-Behrami «Sie legt wenig Wert darauf, was andere denken oder sagen»

Sandro Zappella

11.4.2026

Marco Odermatt über Gut-Behrami: «Ich glaube, Lara ist ihr Image relativ egal»

Marco Odermatt über Gut-Behrami: «Ich glaube, Lara ist ihr Image relativ egal»

10.04.2026

Fünfter Gesamtweltcup in Serie – und dennoch neue Erfahrungen: Marco Odermatt ordnet seine Saison ein, relativiert Rückschläge und erklärt, warum Lara Gut-Behrami wenig auf ihr Image gibt.

Sandro Zappella

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Marco Odermatt gewann zum fünften Mal in Folge den Gesamtweltcup – und relativiert seine wenigen Niederlagen nach einer insgesamt dominanten Saison.
  • Rückschläge wie verpasste Siege oder verlorene Kugeln sieht er gelassen und betont, dass Enttäuschungen im Spitzensport normal sind, für ihn jedoch selten überwiegen.
  • Nun plant Odermatt vorerst zwei Wochen Ferien – weit weg von hier, irgendwo am Strand.

Marco Odermatt hat eine weitere Saison der Superlative hinter sich und zum fünften Mal in Serie den Gesamtweltcup gewonnen. Trotzdem bleiben für einmal zum Ende der Saison auch einige Niederlagen des Überfliegers in Erinnerung. Der verpasste Sieg beim Abfahrts-Klassiker in Kitzbühel, zwar drei Olympia-Medaillen, aber keine Goldene – oder die Riesenslalom-Kugel, die ihm Lucas Pinheiro Braathen beim Saisonfinale noch wegschnappte. 

An einer Pressekonferenz von Ski-Ausrüster Stöckli erklärt der Schweizer auf seine ungewohnten Rückschläge angesprochen: «Wenn man nach so einer Saison von Niederlagen reden kann, dann ist es nicht so schwer damit umzugehen. Ein zweiter Platz in Kitzbühel, eine Silbermedaille bei Olympia oder eine von vier Kristallkugeln zu verlieren – das sind nicht so hart verkraftbare Niederlagen.»

Deswegen sei er aber nicht zu einem guten Verlierer geworden, sagt der 28-Jährige und erklärt: «Ich kann nicht mit denjenigen mitreden, bei denen es eine ganze Saison lang nicht funktioniert.» Auf die Frage, ob ihm vereinzelte Rückschläge mental guttun, winkt er ab: «Es ist nicht so, dass ich mir die wünsche oder brauche, aber die gehören halt zum Spitzensport dazu. Eigentlich überwiegen in neun von zehn Fällen die Enttäuschungen und Niederlagen, aber bei mir ist es ganz klar umgekehrt und darum ist das für mich irgendwo auch eine neue Situation.»

Odermatt über Gut-Behrami: «Sie legt wenig Wert darauf, was andere denken oder sagen»

Probleme, motiviert zu bleiben, hat der Nidwaldner aber nicht: «Mir macht dieses Leben immer noch sehr viel Spass. Das Unterwegssein mit den Kollegen, sich für ein Rennen optimal vorzubereiten. Gerade auch in der Abfahrt, wo man vier bis fünf Tage am gleichen Ort ist und die schnellste Linie für den Renntag sucht.» Die Emotionen nach einem Highlight wie einem Sieg, die seien immer noch sehr cool. 

Positive Emotionen erlebte Odermatt auch bei den Sports Awards, wo er zum fünften Mal in Serie zum Schweizer Sportler des Jahres gekürt wurde. Im Gegensatz zu Odermatt fehlte Lara Gut-Behrami an der Gala und liess sich auch nicht Online dazuschalten. Das sorgte durchaus für Kritik.

Auf die Frage, wie er das Fehlen beurteile, sagt Odermatt, dass jeder Athlet und jede Athletin selbst wissen müsse, wie man rüberkommen möchte und was man priorisiere: «Von Lara wissen wir schon seit längerem, dass sie sehr wenig Wert darauf legt, was andere denken oder sagen. Ich glaube, das Image ist ihr relativ egal. Dann ist das ein Entscheid, den jeder akzeptieren muss.»

Gut-Behrami und Odermatt sind die Schweizer Ski-Überflieger der letzten Jahre.
Gut-Behrami und Odermatt sind die Schweizer Ski-Überflieger der letzten Jahre.
KEYSTONE

Weit weg in die Ferien

Bevor Odermatt wieder auf die Piste zurückkehrt, steht aber erstmal eine Pause an: «Jetzt muss ich noch eine Woche alles erledigen, dann geht es zwei Wochen weit weg in die Ferien.» Auf die Nachfrage, ob er die Schnauze voll hat von Hotels, weil er als Skifahrer schon ständig in ebensolchen übernachtet, scherzt Odermatt: «Also ich schlafe schon nicht irgendwo draussen, sondern gehe in ein Hotel. In diesen Ländern weiss ich nicht, was rumkraxelt, da will ich eine geschlossene Türe.»

Einfach am Strand liegen und nichts machen, das könne er jedoch schon nicht so gut. «Aber meine Freundin auch nicht, darum werden wir sicher genug unternehmen.»

Auch in der Heimat kann Odermatt kaum die Füsse stillhalten. Letzte Saison spielte er im Interclub Tennis. Was da wohl die überraschten Gegner dazu sagen? «Die reagieren relativ locker, weil ich im Skifahren schon erfolgreicher bin als im Tennis», erklärt der Schweizer und erklärt seine Pläne für den kommenden Sommer: «Ich bin noch in unserer Interclub-Mannschaft für Trainings, aber ob ich wirklich wieder Matches spiele, das weiss ich noch nicht.» Viele Daten gingen ihm ohnehin nicht und diejenigen Samstage und Sonntage im Mai und Juni die gingen, behalte er sich lieber etwas frei.

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