Marco Odermatt verpasst das Podest beim Super-G in Wengen knapp und weiss genau, wo er die entscheidenden Fehler gemacht hat. Für Premieren-Sieger Giovanni Franzoni findet er derweil nur lobende Worte.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Marco Odermatt klassiert sich beim Super-G in Wengen auf dem vierten Rang.
- Der Nidwaldner hat zwei Fehler begangen und weiss deshalb, wo er sich den Rückstand eingehandelt hat.
- Zu Sieger Giovanni Franzoni sagt Odermatt, dass er dessen Fahrt gesehen habe und wusste, dass es die Siegfahrt ist.
Marco Odermatt fährt beim Super-G in Wengen direkt hinter Franjo von Allmen auf den vierten Rang. Während Teamkollege von Allmen davon sprach, dass er bei einem Fehler auch hätte ausscheiden können, weiss auch Odermatt, wo er die Zeit liegen gelassen hat: «Eigentlich war es ein gutes Rennen von mir, leider hatte ich zwei Fehler, davon ein grösserer im Brüggli-S. Ich wusste, wenn ich dort nicht mit einem Top-Speed rauskomme, wird es schwierig.»
Der Führende im Gesamtweltcup erklärt, dass er bei der Schlüsselstelle mehr riskiert habe, indem er länger wartete, um auf den Ski zu stehen: «Wenn man bei 110 km/h zwei Hundertstel zu lange wartet, um auf den Ski zu stehen, dann ist man statt genau auf der Linie zwei Meter zu spät.»
Auch eine zweite Passage erwischte Odermatt nicht wunschgemäss: «Im Haneggschuss hat es etwas geschlagen und ich wurde aus der Position gerissen – das kostet bei 140 km/h schon Zeit.»
Lob für Premieren-Sieger Franzoni
Am Ende verliert Odermatt etwas über eine halbe Sekunde auf Sieger Giovanni Franzoni, der seinen ersten Weltcup-Sieg feiert. Odermatt hält fest, dass er vom Speed her mit dem Italiener hätte mithalten können, wenn man Fehler mache, es aber nicht reiche.
Für Franzoni findet Odermatt derweil nur lobende Worte: «Wir waren in Gröden zusammen auf dem Podest. Er ist ein cooler Typ.» Der 24-Jährige habe im Training schon alle überrascht: «Ich habe im ersten Training gedacht, der hat sicher irgendwo ein paar Tore ausgelassen. Es hat sich dann rausgestellt, dass es nicht so war.» Im zweiten Training fuhr Franzoni erneut deutliche Bestzeit und auch im Super-G heute war er der Schnellste. Odermatt dazu: «Der ist jetzt definitiv angekommen.»
Dass die Fahrt von Franzoni auch heute stark war, hat Odermatt sofort gespürt. Im Zielraum hat der Schweizer dem Italiener gratuliert und verrät: «Ich habe ihm gesagt, dass ich seinen Lauf mit der 1 gesehen und oben schon gesagt habe, dass das der Sieg ist.» Franzoni sei bereits im Training gut gefahren und habe das eins zu eins umgesetzt: «Mit seinem Speed aus dem Training habe ich gewusst, dass er schwierig zu schlagen sein wird.»
Nummer 1 für einmal kein Nachteil
Dass der Italiener mit der Startnummer 1 ins Rennen ging – was im Super-G normalerweise ein Nachteil ist – habe heute definitiv nicht geschadet: «Die Nummer 1 hätte heute jeder gerne genommen», erklärt Odermatt. Schliesslich sei der Super-G sehr ähnlich wie die Abfahrts-Trainings, viele Optionen, anders zu stecken, gebe es hier ohnehin nicht.
Am Samstag geht es in Wengen mit einer Abfahrt weiter. Ob Franzoni dann erneut zuschlägt? Odermatt selbst weiss zumindest, was er anders machen muss: «Zu lange warten im Brüggli-S, das darf mir morgen nicht passieren.»
Und ein gutes Omen gibt es zudem aus dem letzten Jahr. Da wurde Odermatt im Super-G am Freitag nur Siebter und gewann am Samstag die Abfahrt.