Vor einem Jahr verlor Lucrezia Lorenzi ihre Schwester Matilde bei einem Trainingsunfall. Nun beendet die italienische Skifahrerin ihre Karriere – mit bewegenden Worten und einem letzten Gruss an die «Prinzessin».
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Die italienische Skifahrerin Lucrezia Lorenzi hat im Alter von 27 Jahren ihren Rücktritt vom Profisport erklärt.
- Ihr Entschluss folgt ein Jahr nach dem tragischen Tod ihrer 19-jährigen Schwester Matilde, die ebenfalls Ski-Profi war und im Training tödlich verunglückte.
- Lorenzi blickt dankbar auf ihre Karriere zurück und begründet ihren Rücktritt mit dem Wunsch nach persönlicher Weiterentwicklung und einem Gefühl der Enge im Spitzensport.
Die italienische Skifahrerin Lucrezia Lorenzi ist zurückgetreten. Die 27-Jährige schrieb in den sozialen Medien: «Es gibt Momente im Leben, in denen man spürt, dass sich ein Kreis schliesst. Heute ist für mich dieser Tag gekommen. Nach Jahren voller Schnee, Opfer, Freuden und Enttäuschungen ist es nun an der Zeit, mich von meiner Karriere als Profisportlerin zu verabschieden.»
Einen schlimmen Schicksalsschlag erlebte Lucrezia Lorenzi vor etwas mehr als einem Jahr. Im November 2024 starb ihre 19-jährige Schwester Matilde, die ebenfalls als Skiprofi aktiv war, bei einem Trainingslauf auf dem Schnalstaler Gletscher im Südtirol. In ihrem Post nimmt Lucrezia Lorenzi auch Bezug auf ihre verstorbene Schwester: «Das letzte Jahr war so hart, aber keine Sorge, Prinzessin … der Schnee wird immer ein Teil von uns sein.»
Die Welt, die etwas zu eng wurde
Lucrezia Lorenzi bestritt total 21 Rennen und fuhr dabei im Slalom zwei Mal in die Punkte. Im Europacup war die Italienerin 66 Mal am Start und fuhr im Slalom einmal auf den zweiten Rang. Nun ist die Karriere mit 27 Jahren zu Ende, Lorenzi erklärt, dass das Skifahren zwar ihr Zuhause gewesen sei, ihre Schule und ihre grösste Leidenschaft, dennoch sei es Zeit, die Karriere zu beenden: «Tief in meinem Inneren weiss ich, dass es der richtige Zeitpunkt ist. In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, dass mir auch diese Welt, die mich jahrelang aufgenommen hatte, etwas zu eng wurde, dass ich mich nicht mehr so frei ausdrücken konnte wie früher.»
Der Sport habe sie Resilienz gelehrt, sie gestählt, bis sie breite Schultern entwickelt habe und alles, was sie gelernt habe, mit Stolz zu tragen. Sie schliesse dieses Kapitel nun nicht mit Traurigkeit, sondern mit Dankbarkeit: «Ich bin bereit, mich dem zu stellen, was kommen wird, mit derselben Leidenschaft, Entschlossenheit und demselben Feuer, die ich immer auf der Rennstrecke gezeigt habe.»