Marco Odermatt und Franjo von Allmen können die starken Österreicher beim Super-G in Kitzbühel in Schach halten und holen für die Schweiz einen Doppel-Sieg. Die Stimmen der beiden Dominatoren.
Die beiden Schweizer Speed-Cracks Marco Odermatt und Franjo von Allmen überzeugen auch auf der Streif: Platz 1 und 2 beim Super-G in Kitzbühel. Der nur um 3 Hundertstel geschlagene von Allmen ist im Interview mit SRF «immer noch geladen», wie der Berner Oberländer schmunzelt. Dies weil er sich am Start so «viel gepusht» habe wie noch nie.
«Im grossen Ganzen war es eine gute Fahrt, ich bin locker gefahren», meint er. Im Ziel sei er jedenfalls erleichtert gewesen. Das hielt ihn nicht davon ab, gut hörbar zu fluchen. Er wusste, Favorit Odermatt steht noch oben. Sein Landsmann hatte dann tatsächlich hauchdünn die Nase vorne: «Marco hat gezeigt, dass es in gewissen Passagen schneller geht», hält er fest. Von Allmen ergänzt, nicht überall das «absolute Risiko» gesucht zu haben.
«Gestern bin ich mit dem Gedanken ins Bett, heute gewinne ich hier», meint von Allmen und gesteht: «Deshalb habe ich mich schon richtig genervt, als Marco drei Hundertstel schneller war. Inzwischen muss ich mir aber sagen, es ist Marco, ich bin Zweiter und kann zufrieden sein.»
Schliesslich ist es auch erst das dritte Mal für ihn in Kitzbühel. «Es ist schnell gegangen», blickt er zurück. Aber es sei schön zu sehen, dass es ständig Schritt für Schritt vorwärts gehe. «Marco meinte vorhin auch, es wäre verrückt gewesen, gleich die goldene Gams zu holen.»
«Die Streif hat einfach was – der Stellenwert ist extrem hoch. Im Super-G vielleicht etwas weniger als in der Abfahrt», so von Allmen. Er erinnert aber auch an die Szenen mit Adrian Smiseth Sejersted – der Norweger kann nur mit viel Glück einen Sturz verhindern – und Arnaud Boisset – der Schweizer stürzt, blieb aber zum Glück nach aktuellem Stand unverletzt.
«Gesamthaft ist es eine ziemlich gute Saison», sagt von Allmen. «In der Vorbereitung war der Speed da, der Plan war die Fehlerquote zu minimieren.»
Odermatt fährt dank «super Linie» unten zum Sieg
Nicht ganz die «perfekte Fahrt» gelingt Marco Odermatt, der sich deshalb bei SRF nach 22 Fahrern noch nicht zum Sieg gratulieren lässt. «Ich hatte kein super Gefühl», gibt der Nidwaldner zu. Oben sei es gut gelaufen, doch im Lerchenschuss und beim Hausberg habe er korrigieren müssen, so der 28-Jährige.
«Ehrlich gesagt war ich überrascht, als es im Ziel grün aufleuchtete», gesteht Odi, der sich bereits im Vorjahr auf der Streif im Super-G den Sieg sicherte. «Unten war es wieder ganz gut, die Linie hat super gepasst», resümiert er.