100. Podestplatz trotz Grippe Kristoffersen: «Ich bin krank und habe den Körper eine Woche nicht bewegt»

Sandro Zappella aus Wengen

18.1.2026

Kristoffersen: «Ich bin krank und habe den Körper eine Woche nicht bewegt»

Kristoffersen: «Ich bin krank und habe den Körper eine Woche nicht bewegt»

18.01.2026

Henrik Kristoffersen holt sich im Slalom in Wengen den 100. Podestplatz im Weltcup seiner Karriere. Dabei lag der Norweger vor dem Rennen eine Woche flach und hat sich nicht aus dem Bett bewegt.

Sandro Zappella aus Wengen

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Henrik Kristoffersen erreicht beim Slalom in Wengen trotz einer Grippe seinen 100. Weltcup-Podestplatz – ein Meilenstein, den vor ihm nur drei Fahrer geschafft haben.
  • Der Norweger war sechs Tage bettlägerig und trat ohne Training an, kämpfte sich aber dennoch auf Platz drei hinter McGrath und Braathen.
  • Kristoffersen scherzt über die Podestjagd mit Odermatt und strebt als nächstes Ziel 36 Weltcupsiege an, um mit Landsmann Aksel Lund Svindal gleichzuziehen.

Henrik Kristoffersen fährt im Wengen-Slalom hinter Atle Lie McGrath und Lucas Pinheiro Braathen auf den dritten Rang – der Podestplatz für den Norweger ist ein historischer. Es ist nämlich das 100. Mal, dass der 31-Jährige im Weltcup unter die besten 3 fährt. Vor ihm haben das nur drei andere Fahrer geschafft: Ingemar Stenmark (155 Podestplätze), Marcel Hirscher (138) und Marc Girardelli (100).

Kristoffersen sagt im Interview nach dem Rennen zu blue News: «Es ist unglaublich, in einem Klub zu sein mit diesen Namen, das ist eine Ehre für mich. Das sind drei der besten aller Zeiten.» Der Norweger betont, dass es eine lange Zeit gewesen sei von 0 auf 100, schliesslich habe er seinen ersten Podestplatz 2013 (im Slalom in Levi) geholt. 

Knapp hinter Kristoffersen lauert mit Marco Odermatt übrigens der erste Schweizer in dieser Rangliste. Der Nidwaldner hat es bisher 98 Mal aufs Podium geschafft und Kristoffersen scherzt: «Ich bin vor Marco, das war wichtig, aber er ist unterwegs in Richtung 200 Podestplätze. Ich glaube, die Schweizer Fans müssen sich keine Sorgen machen.» Der Norweger traut dem Schweizer zu, diesen Schritt sogar schon in Kitzbühel zu machen, wo nächstes Wochenende neben einem weiteren Slalom auch ein Super-G und eine Abfahrt anstehen.

Trotz Krankheit auf dem Podest

Schon in Adelboden fuhr Kristoffersen im Slalom auf Rang 3, war aber überhaupt nicht zufrieden. Im Zielraum zerstörte er Skistöcke, weil er sich darüber ärgerte, dass mehr drin gelegen hätte. In Wengen ist der Norweger aber vollends zufrieden und erklärt: «Letzte Woche in Adelboden war viel mehr möglich, da war mehr drin, aber heute nicht.»

Kristoffersen liefert auch gleich die Erklärung, warum in Wengen nicht mehr drin war: «Ich bin komplett leer, ich war sechs Tage in Serie im Bett mit einer Grippe und bin noch krank. Heute war es darum über das Limit anstrengend.» Seit dem Slalom in Adelboden sei er nicht mehr in den Skischuhen gestanden: «Ich habe den Körper eine Woche nicht bewegt», so Kristoffersen, der ergänzt: «Wenn man sechs Tage im Schlafzimmer liegt und dann 100 Prozent «Cold Turkey» in den ersten Lauf reingeht, dann bin ich sehr zufrieden mit einem dritten Platz.» Im zweiten Lauf sei er dann aber komplett leer gewesen, verrät er.

Neun seiner 100 Podestplätze holte Kristoffersen in Wengen, nicht nur deshalb mag er die Rennen am Lauberhorn: «Es ist ein super Hang mit super Fans. Ich finde es eine der coolsten Strecken zum Fahren im Slalom. Es hat alles, einen steilen Hang, Wellen. Es ist nicht nur langweiliges Runterfahren.»

Die Ziele sind Kristoffersen nach dem 100. Podestplatz nicht ausgegangen. Sein nächstes Vorhaben lautet: 36 Siege, dann bin ich gleich mit Aksel (Lund Svindal, die Redaktion). Derzeit hat der Norweger 33. Weltcupsiege auf seinem Konto und damit drei weniger als sein Landsmann.

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