So emotional hat die Ski-Welt Henrik Kristoffersen wohl noch nie gesehen. Nach seinem fünften Sieg im Nachtslalom von Schladming vergiesst der Norweger Freudentränen. Danach meckert er über die eisige Piste.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Henrik Kristoffersen kritisiert erneut die eisigen Pistenbedingungen in Schladming, die er als ungeeignet für Skirennen bezeichnet.
- Trotz seiner Kritik gewinnt der Norweger den Slalom und feiert damit seinen fünften Sieg auf der Planai – ein neuer Rekord.
- Bei der Siegerehrung zeigt sich Kristoffersen emotional und verteidigt im Interview seine wiederholten Beschwerden über die Pistenverhältnisse: «Das ist dumm, es ist mehr ein Eishockey-Spiel als ein Skirennen!»
Am Dienstag musste sich Henrik Kristoffersen im Riesenslalom in Schladming mit Rang 18 begnügen – und schimpfte danach über die «lächerliche» Piste. Es sei viel zu glatt für einen Riesenslalom, «als würde man mit Sommerreifen auf Glatteis fahren».
Tags darauf sind die Bedingungen die gleichen. Nur kommt der Norweger diesmal viel besser zurecht und gewinnt den Slalom vor seinem Landsmann Atle Lie McGrath und dem Franzosen Clément Noël. Es ist schon der fünfte Schladming-Sieg für Kristoffersen, Rekord auf der Planai. Bei der Siegerehrung wird der 31-Jährige von Emotionen übermannt und weint.
Eishockey oder Ski alpin?
Im Interview bei ORF erklärt Kristoffersen seine Tränen – und äussert erneut Kritik: «Alle sagen, ich weine zu viel wegen Bedingungen und Kurssetzungen, ich sei alt und ich hätte seit Kranjska Gora nichts mehr gewonnen, es ist zu eisig ... aber eigentlich finde ich schon, dass man bei solchen Bedingungen keine Rennen fahren soll. Das ist dumm, es ist mehr ein Eishockey-Spiel als ein Skirennen!»
Bei SRF wiederholt der Norweger seine Worte. «Ski sind gebaut für Schnee, nicht für Eis», sagt Kristoffersen. Schon bei vorherigen Siegen in Garmisch oder Alta Badia habe er sich über die Bedingungen beschwert. «Ich sage das nicht nur bei schlechten Ergebnissen, sondern einfach immer, wenn es so ist. Heute war es zu eisig und gestern war es zu eisig. Ich finde, bei solchen Bedingungen sollte man nicht fahren.»
«Jetzt kann ich sagen: Das ist mein Haus!»
Den fünften Schladming-Sieg nimmt der Norweger aber selbstverständlich dennoch gerne. «Ich glaube, jetzt kann ich sagen: Das ist mein Haus», lacht Kristoffersen im ORF in Anlehnung an Marco Odermatts Jubelschrei in Wengen. «Das letzte Mal so emotional war ich vor fünf, sechs Jahren in Madonna. Es ist einfach unglaublich.»
Auf Nachfrage von SRF-Reporter Paddy Kälin, ob er eines Tages nach dem Karriereende mithelfen würde, Skipisten zu präparieren, damit es künfitg besser wird, haut Kristoffersen mit einem Augenzwinkern noch einmal einen raus. «Schauen wir mal, ob die FIS genug Geld hat und mir genug bezahlt. Ich glaube, die haben schon genug», lacht er. «Nein. Ich habe über die Jahre immer wieder meine Meinung gesagt. Mehr kann ich im Moment nicht machen.»