Hoffnung bei Gut-Behrami Frauen-Cheftrainer widerspricht Vertrauensarzt: «Alles Spekulationen»

Sven Ziegler

21.11.2025

Im Training schwer gestürzt: Lara Gut-Behrami.
Im Training schwer gestürzt: Lara Gut-Behrami.
Bild: John Locher/AP/dpa

Gemäss Vertrauensarzt hat sich Lara Gut-Behrami bei ihrem Sturz im Speed-Training in Copper Mountain am Donnerstag schwer verletzt. Dies meldet «Le Nouvelliste». Beat Tschuor, Cheftrainer der Frauen bei Swiss Ski, widerspricht beim «Blick» und schürt Hoffnung.

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Sven Ziegler, Tobias Benz

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Lara Gut-Behrami ist am Donnerstag im Training schwer gestürzt und hat sich am linken Knie verletzt.
  • Laut ihrem früheren Operateur Olivier Siegrist sind das Kreuzband, das Innenband und der Meniskus betroffen.
  • Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor widerspricht Siegrist, bestätigt stattdessen lediglich eine Gehirnerschütterung und eine nach wie vor unbekannte Verletzung am Knie.
  • Gut-Behrami soll als Nächstes in die Schweiz zurückkehren und sich ärztlich untersuchen lassen.

Lara Gut-Behrami hat bei einem Trainingssturz in den USA eine Knieverletzung erlitten. Wie gravierend diese tatsächlich ist, bleibt aktuell unklar. Die 34-Jährige kam am Donnerstag in Copper Mountain zu Fall. Swiss-Ski bestätigte anschliessend den Unfall, ohne genauer auf das Ausmass der Verletzung einzugehen. 

Mehrere Medien spekulieren früh über einen Kreuzbandriss und eine Meniskusverletzung. Der Genfer Kniespezialist Olivier Siegrist, der die Tessinerin bereits vor acht Jahren operiert hatte, gibt an, mehr zum Unfall zu wissen. Er wurde laut eigenen Angaben noch am frühen Freitagmorgen von Gut-Behrami persönlich kontaktiert und bestätigt die schwere Verletzung.

«Sie hat mich angerufen, weil ich ihr Knie gut kenne. Ihr vorderes Kreuzband und das Innenband sind gerissen. Sie hat ausserdem eine Meniskusverletzung», sagt Siegrist gegenüber «Le Nouvelliste» (zahlungspflichtig). Eine genaue Untersuchung könne aber erst Anfang kommender Woche durchgeführt werden.

Der Grund: Die Rückreise der Athletin verzögert sich. «Alle Flüge sind voll. Sie wird erst am Sonntagabend in Mailand landen», erklärt Siegrist. Selbst behandelt er Gut-Behrami heute nicht mehr – er ist inzwischen pensioniert. «Ich habe ihr auch erklärt, dass ich sie gern sehe, aber nicht mehr arbeite. Deshalb werde ich sie gemeinsam mit meinem Nachfolger am Hôpital de la Tour in Genf, Julien Billières, empfangen, der der verantwortliche Chirurg sein wird.»

Frauen-Cheftrainer Tschuor widerspricht Siegrist

Bei Swiss Ski will man am Freitagnachmittag aber noch nichts von einer solch schweren Verletzung wissen. Gegenüber dem «Blick» widerspricht Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor: «Was ich sagen kann, ist, dass sie eine leichte Gehirnerschütterung hat. Und das linke Knie scheint eine Verletzung zu haben, das ist aber überhaupt nicht klar. Alles, was man derzeit liest, sind Spekulationen.»

Tschuor weist darauf hin, dass Siegrist das verletzte Knie von Gut-Behrami noch nicht gesehen hat, die Ärzte vor Ort hingegen schon. «Und von diesen Ärzten haben wir die klare Info: Nächste Woche wird in Genf untersucht, dann wissen wir mehr.» Gibt es also Hoffnung darauf, dass die Verletzung weniger schlimm ist als befürchtet? «Ja, absolut», bestätigt Tschuor.

Auch dass sich eine Rückkehr Gut-Behramis in die Schweiz verzögern soll, weil alle Flugzeuge voll sind, bestreitet Tschuor. «Das ist alles geregelt. Sie wird am Samstag in Denver abfliegen und am Sonntag in der Schweiz landen.»

Tschuor bestätigt, in der Nacht auf Freitag sowie am Freitagnachmittag mit der Athletin gesprochen zu haben. Dass Gut-Behramis Karriere nun früher als gedacht zu Ende gehen könnte, sei dabei «in keiner Art und Weise» Thema gewesen. «Ich halte mich an der Hoffnung fest», sagt Tschuor.

Gut-Behrami hatte Ende Oktober in Sölden ihre letzte Weltcupsaison eröffnet – und war mit einem Podestplatz stark gestartet. Wie es weitergeht, wird erst nach den medizinischen Abklärungen klar sein. Weiter informieren will Swiss Ski Ende nächster Woche.

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