Lindsey Vonn schreibt weiter Ski-Geschichte und kürt sich mit 41 Jahren zur deutlich ältesten Weltcup-Siegerin aller Zeiten. Emotional wird dabei auch der Vater der Amerikanerin.
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- Lindsey Vonn gewinnt im Alter von 41 Jahren das erste Speed-Rennen des Weltcup-Winters 2024/25 in St. Moritz und wird damit zur ältesten Weltcup-Siegerin der Geschichte.
- Der Sieg ist für Vonn emotional bedeutsam, unter anderem wegen eines tränenreichen Telefonats mit ihrem Vater: «Er hat so stark geweint, das habe ich noch nie in meinem Leben gehört.»
- Trotz früherer Spannungen würdigt Vonn heute den Einfluss ihres Vaters auf ihre Karriere und zeigt sich bereit für weitere Rennen: «Ich bin bereit für die Saison. Auch für die Olympischen Spiele.»
Lindsey Vonn ist die grosse Figur im ersten Speed-Rennen des Weltcup-Winters 2024/25. Mit 0,98 Sekunden Vorsprung verweist sie die überraschende Österreicherin Magdalena Egger auf Rang 2. Mirjam Puchner, die das Podest komplettiert, verliert 1,16 Sekunden.
Im Interview nach dem Rennen sagt Vonn, dass sie generell sehr happy und stolz sei – auch auf ihr Team, welches hart gearbeitet habe, damit sie heute auf dem Podest stehen könne: «Es war nicht leicht, aber jetzt passt alles und ich bin bereit für die Saison. Auch für die Olympischen Spiele. Heute war ein sehr emotionaler Tag für mich.»
Wie emotional der Tag für Vonn und Familie war, zeigt auch, was der Sieg mit ihrem Vater Alan Kildow anstellte. Vonn, die nach dem Rennen mit ihm telefonierte, sagte: «Er hat so stark geweint, das habe ich noch nie in meinem Leben gehört. Es war sehr emotional für mich.»
Die schwierige Beziehung zum eigenen Vater
Das Verhältnis von Lindsey Vonn zu ihrem Vater Alan Kildow war lange Zeit kompliziert. Er erkannte ihr Talent früh und förderte sie mit grossem Einsatz. Als Lindsey elf Jahre alt war, zog die Familie von Burnsville im US-Bundesstaat Minnesota nach Vail, Colorado – ein Schritt, der ihrer sportlichen Entwicklung entscheidend zugutekam. Vonn gewann zahlreiche Jugendrennen und galt früh als aussergewöhnliches Talent.
Doch die intensive Förderung hatte auch ihre Kehrseite. Der starke Fokus auf ihre Karriere führte innerhalb der Familie zu Spannungen. Die Eltern liessen sich scheiden, und auch das Verhältnis zwischen Lindsey und ihrem Vater verschlechterte sich zunehmend. In späteren Interviews sprach Vonn davon, dass ihr Vater sehr leistungsorientiert gewesen sei und sie sich dadurch unter Druck gesetzt gefühlt habe. Der Kontakt brach zeitweise ganz ab.
Erst Jahre später, während der Trennung von ihrem damaligen Ehemann Thomas Vonn im Jahr 2011, kam es zu einer vorsichtigen Annäherung. In dieser schwierigen Phase nahm Lindsey wieder Kontakt zu ihrem Vater auf, das Verhältnis entspannte sich allmählich. Heute spricht Vonn differenziert über diese Zeit: Die frühe Förderung habe ihre Karriere ermöglicht – sei für sie persönlich aber nicht immer einfach gewesen.
Nun ist das Verhältnis offenbar wieder so gut, dass Vonn umgehend nach ihrem Sieg mit ihrem Vater telefoniert hat. Es ist gut möglich, dass es nicht das letzte Telefon mit Freudentränen an diesem Wochenende war. Denn am Samstag steht in St. Moritz eine weitere Abfahrt an und am Sonntag ein Super-G. Vonn selbst sagte nach dem Rennen zwar, dass sie nicht erwartet habe, so schnell zu sein, gibt aber auch eine Warnung an die Konkurrenz raus: «Ich denke, morgen könnte ich im flachen Abschnitt noch etwas schneller sein.»