«Das hat es noch nie gegeben» Marco Odermatt droht klarer Nachteil im Weltcup-Kalender

Tobias Benz

30.4.2026

 Marco Odermatt droht ein Nachteil. 
 Marco Odermatt droht ein Nachteil. 
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Das provisorische Weltcupprogramm für die Saison 2026/27 stellt Marco Odermatt vor eine neue Herausforderung: Im Kampf um den Gesamtweltcup könnten die Speed-Fahrer benachteiligt werden. Selbst innerhalb der FIS gibt es Kritik.

Tobias Benz

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  • Das provisorische Programm für die kommende Ski-Saison verschiebt das Gleichgewicht im Weltcup klar zugunsten der Technikdisziplinen.
  • Mit 24 Technik- und lediglich 18 Speedrennen wächst der Vorteil für Odermatts Konkurrenten für den Sieg auf den Gesamtweltcup.
  • Selbst FIS-Rennchef Markus Waldner kritisiert das Ungleichgewicht.
  • Noch kann die FIS ihren Kalender entsprechend anpassen.

Zum fünften Mal in Folge hat Marco Odermatt im vergangenen Winter den Gesamtweltcup gewonnen. Mit sensationellen 1626 Punkten und einem gigantischen Vorsprung von über 500 Zählern liess der Schweizer Ski-Star der Konkurrenz einmal mehr nicht den Hauch einer Chance.

Doch mit der klaren Dominanz könnte schon bald Schluss sein. Der Grund: Im provisorischen Weltcup-Kalender für die kommende Saison werden die Technik-Spezialisten klar bevorteilt. So stehen den neun Abfahrten, die für den nächsten Winter eingeplant sind, aktuell 13 Slaloms gegenüber.

Auch beim Vergleich Super-G (9 geplante Rennen) und Riesenslalom (11 geplante Rennen) ziehen die Speed-Spezialisten den Kürzeren. Insgesamt sollen 24 Technikrennen und lediglich 18 Speedrennen stattfinden. Für Odermatt könnte das Konsequenzen haben. Da er keine Slaloms fährt, reduziert sich sein Punktemaximum im Vergleich zur Konkurrenz deutlich.

Selbst FIS-Rennchef Markus Waldner sieht bei einer solchen Planung keinen fairen Wettbewerb: «Das ist nicht in Ordnung. Und in dieser Form hat es das noch nie gegeben», zitiert der «Tagesanzeiger» den Österreicher.

Änderungen noch möglich – aber Waldner warnt: «Es wird kritische Stimmen geben»

Sollte es dabei bleiben, wäre das ein klarer Vorteil für Odermatts erste Verfolger im Rennen um den Gesamtweltcup. Denn diese sind allesamt Techniker. Der zweite Speed-Spezialist in der Gesamtwertung, Franjo von Allmen, klassierte sich in der abgelaufenen Saison auf Platz sieben. Vor ihm: Lucas Pinheiro Braathen, Atle Lie McGrath, Loic Meillard, Henrik Kristofferson und Timon Haugan – sie alle würden vom Übergewicht der Technikrennen profitieren.

Lucas Pinheiro Braathen schnappte Odermatt in diesem Jahr bereits die Riesenslalom-Kugel weg – könnte im nächsten Winter gar der Gesamtweltcup folgen?
Lucas Pinheiro Braathen schnappte Odermatt in diesem Jahr bereits die Riesenslalom-Kugel weg – könnte im nächsten Winter gar der Gesamtweltcup folgen?
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Doch es gibt Hoffnung für Odermatt, von Allmen und Co. Denn der Rennkalender ist noch nicht definitiv. Die FIS kann das Ungleichgewicht bereits kommende Woche in Portoroz (Slowenien) korrigieren.

Dort trifft sich vom 4. bis 7. Mai die technische Kommission der FIS zur Frühjahressitzung. Das Rennprogramm dürfte dabei im Zentrum stehen. Waldner rechnet jedoch mit gewissem Widerstand: «Da muss noch etwas passieren. Es wird kritische Stimmen geben.»

Ein Treiber der Entwicklung ist der Wunsch nach mehr Rennen – nicht zuletzt auf Führungsebene. FIS-CEO Urs Lehmann verfolgt diesen Kurs ebenso wie Präsident Johan Eliasch, der Veranstaltern gemäss «Tagesanzeiger» bereits gewisse Zusagen für kommende Saisons gemacht haben soll.

Laut der Zeitung hat es auch bereits zwei Änderungen im provisorischen Kalender gegeben. So sei zwar der Slalom Ende Januar in Chamonix gestrichen worden, dafür sollen in Courchevel aber die Techniker – und nicht wie ursprünglich angedacht – die Speed-Fahrer zum Zug kommen. Dadurch verschob sich das ursprüngliche Verhältnis von 23 Technik-Rennen zu 20 Speed-Rennen nur noch mehr zuungunsten Odermatts – nämlich auf die bereits erwähnten 24 Technik-Rennen im Vergleich zu 18 Speed-Rennen.

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