Michelle Gisin stürzt im zweiten Training für die Weltcup-Abfahrten in St. Moritz schwer. Wie Swiss-Ski nun verkündet, muss die Schweizerin an der Halswirbelsäule operiert werden.
Gisin kam nach einer guten Minute Fahrzeit zu Fall, nachdem es ihr die Ski verschnitten hatte. Die Engelbergerin rutschte danach ungebremst in die Sicherheitsnetze und blieb dort liegen. Gisin wurde sofort erstversorgt und für den Abtransport mit dem Helikopter vorbereitet. Mit diesem wurde die Schweizerin rund eine halbe Stunde nach dem Sturz in die Klinik Gut in St. Moritz geflogen, um genauer untersucht zu werden.
Wenige Stunden später verkündet Swiss-Ski in einer Medienmitteilung, dass die Untersuchungen Verletzungen am rechten Handgelenk, am linken Knie sowie an der Halswirbelsäule ergaben. Zur Versorgung der Halswirbelsäulenverletzung musste Michelle Gisin mit der Rega weiter in die Klinik Hirslanden nach Zürich geflogen werden. Dort werde die Halswirbelsäule noch heute operiert.
Swiss-Ski schreibt weiter, dass es Gisin den Umständen entsprechend gut gehe und sie Arme und Beine normal bewegen könne. Weitere Untersuchungen und Behandlungen des rechten Handgelenks sowie des linken Knies seien erst nach Stabilisierung der Halswirbelsäule möglich.
Schweizer Verletzungsmisere
Mit Gisins Sturz setzt sich das Pech im Schweizer Frauen-Team fort. Lara Gut-Behrami fällt nach der schweren, im Training in Copper Mountain, Colorado, erlittenen Knieverletzung für die gesamte Saison aus.
Corinne Suter muss wegen am vergangenen Mittwoch im Training in St. Moritz zugezogenen Verletzungen rund einen Monat pausieren. Untersuchungen ergaben bei der Abfahrts-Olympiasiegerin einen Muskelfaserriss im linken Unterschenkel sowie eine Prellung des linken Kniegelenks. Zudem wurde eine Fraktur im rechten Rückfussbereich festgestellt.
Noch am Mittwoch sagte Gisin anlässlich eines Medientermins, dass es ihr wahnsinnig weh tue, dass Lara und Corinne nicht dabei sein können. Nun ist sie selbst die nächste auf der Verletztenliste der Frauen von Swiss-Ski.
Hählen fährt mit Startnummer 56 Bestzeit
Das zweite Abfahrtstraining wurde nach dem üblen Sturz von Gisin zwar fortgesetzt, die Resultate aber zur Nebensache. Immerhin gibt es diesbezüglich noch positive Schweizer Nachrichten zu vermelden. Joana Hählen fuhr mit Startnummer 56 zur Bestzeit.
In St. Moritz steht an diesem Freitag (10.15 Uhr) die erste Abfahrt der Saison auf dem Programm.
Die Resultate des 2. Abfahrtstrainings
- 1. Joana Hählen (SUI)
- 2. Ester Ledecka (CZE) + 0,13
- 3. Sofia Goggia (ITA) + 0,21
- 4. Laura Pirovano (ITA) +0,22
- 5. Emma Aicher (GER) + 0,23 – aber disqualifiziert
- 6. Breezy Johnson (USA) + 0,24
- 7. Kira Weidle-Winkelmann (GER) + 0,26
- 8. Laura Gauche (FRA) + 0,27
- 9. Nina Ortlieb (AUT) + 0,48
- 10. Anna Schilcher (AUT) + 0,63