Kurz vor der neuen Wahl des FIS-Präsidenten wird die Kritik an Johan Eliasch lauter. Nach Marco Odermatt stellen sich nun auch Loïc Meillard und Mikaela Shiffrin gegen den aktuellen Ski-Boss.
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- Kurz vor der Wahl des neuen FIS-Präsidenten in eineinhalb Wochen wird die Kritik an Johan Eliasch lauter.
- Nachdem bereits Marco Odermatt die Abwahl des 64-Jährigen fordert, sprechen nun auch Loïc Meillard und Mikaela Shiffrin Klartext.
- «Ich wünsche mir einen neuen Präsidenten, der weniger für sich und mehr für den Skisport tut», sagt Meillard.
Am 11. Juni steht die Präsidentschaftswahl der FIS in Belgrad auf dem Programm. Je näher die Wahl rückt, desto grösser scheint die Wahrscheinlichkeit, dass es an der Spitze des internationalen Skiverbandes zu einem Wechsel kommt. Denn die Kritik an Johan Eliasch, der seit 5 Jahren im Amt ist, wird immer lauter.
Grosse Verbände sprechen sich bereits seit geraumer Zeit gegen eine Wiederwahl des 64-Jährigen aus. «Johan Eliasch hat das Vertrauen zahlreicher nationaler Verbände verspielt. Die finanzielle Lage der FIS ist besorgniserregend. Governance, Transparenz und Kommunikation sind so mangelhaft, dass die Gesamtsituation für immer mehr Verbände inakzeptabel ist», erklärt Swiss-Ski-CEO Diego Züger jüngst dem «Blick».
Aber nicht nur die Verbände, auch immer mehr Athleten sprechen sich öffentlich gegen Eliasch aus. «Wir müssen festhalten, dass in den letzten Jahren nicht viel vorwärtsgegangen ist. Auch ich habe von Insidern erfahren, dass sich die FIS bezüglich der Finanzen alles andere als positiv entwickelt hat. Und deshalb bleibt nicht viel anderes übrig, als an der Spitze der FIS einen Wechsel zu machen», fordert Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt schon vor rund zwei Wochen Eliaschs Abwahl.
Gebrochene Versprechen und fehlende Transparenz
Nun legen mit Loïc Meillard und Mikaela Shiffrin zwei grosse Namen nach. «Ich habe zwar überhaupt kein Problem mit der Person Eliasch, aber als Präsident der FIS hat er nicht das gehalten, was er versprochen hat. Deshalb wünsche ich mir einen neuen Präsidenten, der weniger für sich und mehr für den Skisport tut», macht Meillard im «Blick» klar. Shiffrin kritisiert: «Viele von uns Athleten haben das Gefühl, dass die FIS und die derzeitige Führung einen erheblichen Mangel an Transparenz an den Tag gelegt haben.»
Gemäss einer Recherche von FIS-Athletensprecher AJ Ginnis hat sich die finanzielle Lage der FIS in den letzten Jahren verschlechtert. Demnach lagerten bei Eliaschs Amtsantritt 2021 rund 130 Millionen Franken auf dem FIS-Konto, nun sollen es noch knapp 43 Millionen sein. «Wenn Eliasch mit diesen Millionen unseren Sport besser gemacht hätte, könnte ich mit dieser Bilanz gut leben. Doch das ist leider Gottes nicht passiert», so Meillard.
Vier Wahl-Gegner für Eliasch
Auch sein Versprechen von höheren Preisgeldern hält Eliasch nicht. Im Gegenteil: Im kommenden Winter soll ein Weltcupveranstalter ein Mindestpreisgeld von 153'000 Franken aussetzen. Die FIS beteiligt sich pro Event bloss mit knapp 24'000 Franken.
«Vieles von dem, was die derzeitige Führung versprochen hat, wird nicht wirklich in die Tat umgesetzt», wählt Shiffrin deutliche Worte und positioniert sich klar: «Ich hoffe, dass unabhängig davon, wer in Zukunft Präsident sein wird, diese Person den Athleten wirklich zur Seite steht und zeigt, dass sie unsere Leistungen durch Transparenz und Ehrlichkeit zu schätzen weiss.»
Weil ihn sein britischer Heimatverband nicht für die Wiederwahl nominieren will, kandidiert Eliasch in diesem Jahr für Georgien. Gegen Anna Harboe Falkenberg (Dänemark), Victoria Gosling (Grossbritannien), Alexander Ospelt (Liechtenstein) und Dexter Paine (USA) dürfte der amtierende Präsident einen schweren Stand haben.