«Für viele Abfahrer schwierig» Odermatt erklärt: Das macht Aufsteiger Franzoni so schnell

Luca Betschart

23.1.2026

Marco Odermatt peilt seinen ersten Abfahrtssieg auf der Streif an.
Marco Odermatt peilt seinen ersten Abfahrtssieg auf der Streif an.
Bild: Keystone

Giovanni Franzoni hat in den letzten beiden Wochen alle vier Abfahrtstrainings in Wengen und Kitzbühel für sich entschieden. Das hinterlässt selbst bei Marco Odermatt Eindruck.

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Keystone-SDA, Luca Betschart

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  • Nach den beiden Trainings in Wengen entschied Giovanni Franzoni auch beide Trainings vor der Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel für sich. Die Favoritenrolle will Franzoni aber nicht für sich beanspruchen: «Der Mann, den es zu schlagen gibt, ist immer der gleiche.»
  • Marco Odermatt ist derweil voll des Lobes für den aufstrebenden Italiener.

Zwei Trainingssiege, den Super-G-Triumph und Platz 3 in der Lauberhorn-Abfahrt – Giovanni Franzoni nimmt die Kitzbühel-Woche mit viel Selbstvertrauen im Gepäck in Angriff. Und der Italiener knüpfte da an, wo er im Berner Oberland aufgehört hat. In beiden Trainings auf der Streif ist er der Schnellste und mausert sich so zum Favoriten für die anstehenden Ernstkämpfe.



«Ich mag es, das richtige Renn-Tempo auszuprobieren. Ich möchte Tag für Tag Selbstvertrauen aufbauen. Das ist gut für mich», sagte Franzoni nach seiner Fahrt im ORF-Interview. Die Favoritenrolle möchte er aber nicht für sich beanspruchen. «Der Mann, den es zu schlagen gibt, ist immer der gleiche. Das ist Marco. Aber viele Jungs fahren gut. Wir werden sehen.»

Odermatts Vergleich zu Sarrazin

Für Odermatt dagegen ist klar: Franzoni wird in Kitzbühel schwer zu schlagen sein. «Sein Grundspeed momentan erinnert stark an Cyp (Sarrazin) vor zwei Jahren. Der hatte auch in Gröden ein Erfolgserlebnis und war von dort an sehr schwer zu schlagen. Mit Giovanni ist es jetzt genau gleich. Er hat in Wengen über die ganze Woche gesehen fast dominiert und war jetzt hier auch in zwei Trainings mit Abstand der Schnellste», lobte der Nidwaldner.

Doch was macht den 24-Jährigen so schnell? «Er kommt vom Riesenslalom, das sieht man und das hilft. Er kann die Schwünge gleich eng oder enger fahren als ich», so Odermatt und fügt an: «Das ist für viele Abfahrer schwierig, besser zu machen.»

Der Lauberhorn-Sieger deckte seine Karten auch im zweiten Training noch nicht auf. «Man will schon Gas geben. Doch wissen der Körper und der Geist, dass es noch nicht zählt. Man geht nicht ans letzte Limit. Aber es war eine gute Fahrt mit guter Spannung», so der 52-fache Weltcup-Sieger.

«Das Unterbewusstsein kann man nicht steuern»

Die Streif bietet heuer weniger Herausforderungen als in anderen Jahren. «Es ist eher ein einfaches Kitzbühel, das ist so. Die Piste ist ruhiger und weniger eisig als in anderen Jahren. Das macht es grundsätzlich einfacher, über die Streif herunterzukommen», meint Odermatt gegenüber Keystone-SDA.

Das mache es definitiv schwieriger zu gewinnen, weil der Favoritenkreis unter einfachen Bedingungen grösser werde. «In Kitzbühel sind manchmal auch hintere Nummern von Vorteil, es gibt jedes Jahr Überraschungen, Athleten, die alles reinwerfen und bei denen alles aufgeht. Darum werden die Podestplätze auch dieses Jahr wieder hart umkämpft sein», glaubt er.

Will den Sieg sowohl am Freitag im Super-G als auch am Samstag in der Abfahrt: Marco Odermatt
Will den Sieg sowohl am Freitag im Super-G als auch am Samstag in der Abfahrt: Marco Odermatt
sda

Ob er am Freitag beim Super-G etwas Energie rausnehme, um für die Abfahrt am Samstag noch genügend Reserven zu haben? «Nein, sicher nicht bewusst. Das Unterbewusstsein kann man nicht steuern, da entscheidet der Körper während des Fahrens, wie sehr er ans Limit geht und wie sehr er den Sieg im Super-G will. Aber ich gehe mit dem Mindset an den Start, dass ich auch diesen Super-G gewinnen will», betont der Nidwaldner.

Der Abfahrtssieg in Kitzbühel ist eines der letzten grossen Ziele des Speed-Königs: «Es ist das grösste Rennen in unserer Sportart. Dieses zu gewinnen gehört dazu, wenn man einer der besten Skifahrer sein will. Entsprechend bleibt es das grosse Ziel, diese Abfahrt einmal zu gewinnen – am liebsten natürlich schon dieses Jahr. Ich bin gut in Form, bin gesund, habe ein gutes Vertrauen. Aber es ist nicht so, dass meine Saison schlecht wäre, wenn ich am Samstag nicht gewinnen sollte», meint Odi.

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