Klaps auf den Hintern Odermatt: «Für sie war’s lustig, für mich überhaupt nicht»

Patrick Lämmle

16.12.2025

Alle jubeln Marco Odermatt zu.
Alle jubeln Marco Odermatt zu.
Keystone

Marco Odermatt mag zwar ein Star zum Anfassen sein, doch das ist nicht wortwörtlich gemeint. Verstehen tun das aber nicht alle, wie der Ski-Star berichtet.

Patrick Lämmle

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • «Der Preis der Fanliebe» lautet der Titel einer Geschichte, in der Marco Odermatt zu Wort kommt.
  • Der Ski-Crack erzählt, wie er in einer Bar von einer Frau ungefragt einen Klaps auf den Hintern erhalten habe. «Für sie war’s lustig, für mich überhaupt nicht», stellt Odermatt klar.
  • Zoé Chastan, Mediensprecherin bei Swiss-Ski, findet, dass es immer mehr Fans gebe, die jeglichen Respekt vermissen lassen.

Im Magazin «Snowactive» von Swiss-Ski spricht Marco Odermatt über Begegnungen mit Fans, die nicht immer erfreulich sind. Als bester Skifahrer der Welt ist Odermatt natürlich ein Publikumsmagnet. Doch als solches ist es kaum möglich, all die Selfie-Wünsche zu erfüllen. «Natürlich würde ich gerne allen Fans gerecht werden. Aber seid mal ehrlich – wie soll das gehen?»

Die meisten Fans seien zwar lieb und herzlich, sagt auch Zoé Chastan, Mediensprecherin bei Swiss-Ski, aber ein Teil der Fans verhalte sich zunehmend aggressiver und respektloser. So gebe es Fans, die den Ski-Cracks hinterherrennen, sie am Arm packen oder reklamieren würden, weil sie kein Selfie bekämen. So etwas habe es vor ein paar Jahren noch nicht gegeben, sagt Chastan und stellt klar: «Das sind auch nur Menschen, die Raum zum Atmen brauchen – und nicht betatscht werden wollen.»

«Sie denken, wir seien ihre Freunde»

Und doch passiert letzteres immer mal wieder. Um dies zu veranschaulichen, packt Odermatt eine Geschichte aus, die sich im März im Rahmen des Weltcup-Finals in Sun Valley ereignet hat. Er sei in einer Bar gewesen, als ihm plötzlich eine Frau auf den Hintern gehauen habe.

Ihre Rechtfertigung? Lachend habe sie ihm erklärt, dass sie für diese Aktion gerade eine Wette über 5000 Dollar gewonnen habe. Für Odi ein No-Go. «In der heutigen Zeit geht das einfach nicht. Stell dir den Skandal vor, wenn es umgekehrt gewesen wäre. Für sie war’s lustig – für mich absolut gar nicht.»

Selfie-Jägerinnen fangen Marco Odermatt ab.
Selfie-Jägerinnen fangen Marco Odermatt ab.
Keystone

Odermatt zeigt sich aber auch selbstkritisch: «Wir sind ein Stück weit selbst schuld. Wir geben mehr Privatsphäre preis, teilen viel von uns auf Instagram.» Das sei etwa zu Zeiten von Didier Cuche noch ganz anders gewesen. «Er fuhr einfach nur Ski. Heute wissen die Leute so viel über uns, dass sie denken, wir seien ihre Freunde.»

Die Nähe sei zur Selbstverständlichkeit geworden, der Respekt dagegen seltener. Es gebe aber auch immer wieder Momente und Begegnungen, die zeigen würden, worum es eigentlich gehe. So habe er in einem Heim für Beeinträchtigte die «gesitteste und ruhigste Autogrammstunde meines Lebens» gehabt. Alle seien geduldig gewesen, hätten gelächelt und sich bedankt. «Es war so schön.» Gut verzichten könnte Odermatt dagegen auf Selfies mit betrunkenen Erwachsenen.


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