Giovanni Franzoni fährt beim Super-G in Wengen zum ersten Mal in seiner Karriere zum Sieg. Ein grosser Erfolg, der aber höchstens ansatzweise überrascht.
Dass Giovanni Franzoni schnell Ski fahren kann, hat er in seiner jungen Karriere schon das eine oder andere Mal bewiesen. Bei den Juniorenweltmeisterschaften holte er 2021 Gold im Super-G und ein Jahr später Gold in der Abfahrt.
Vor einem Jahr setzte er mit Rang 4 in Beaver Creek auch im Weltcup ein erstes Ausrufezeichen. Der erste Podestplatz folgte vor einem Monat in Gröden – und jetzt findet Franzonis Karriere mit dem Sieg in Wengen ihren vorläufigen Höhepunkt.
Der Sieg des 24-Jährigen kommt also nicht wirklich überraschend, sondern ist das logische Ergebnis einer stetigen Steigerung. Schon die beiden Abfahrtstrainings am Lauberhorn dominierte Franzoni und war jeweils der Schnellste. Mit Startnummer 1 setzt er schliesslich auch im Rennen eine Zeit auf, die niemand mehr unterbieten kann.
In Wengen hatte er sich einst verletzt
«Es ist einfach unglaublich. Ich hatte viel Druck heute mit der Nummer 1. Ich schaue eigentlich lieber den anderen Fahrern zuerst zu», sagt Franzoni nach seinem Sieg im SRF-Interview. «Ich versuche aktuell einfach, das Skifahren zu geniessen. Ich liebe diese Strecke hier. Auch wenn ich mich hier mal verletzt hatte.»
Der Sieg in Wengen bedeute ihm sehr viel. «Gestern hatte ich noch am Start noch auf einem Plakat gesehen, wie viele Legenden hier gewonnen haben. Und jetzt habe ich hier auch ein Rennen gewonnen. Ich bin zwar noch keine Legende, sondern einfach ein normaler Typ. Aber das ist schon krass! Ich weiss gar nicht, was ich sagen soll.»
Trauer um Teamkollege Franzoso
Franzoni erlebt den grössten Moment seiner Karriere jedoch ohne seinen verstorbenen Teamkollegen und guten Freund Matteo Franzoso. Dieser war in der Saisonvorbereitung auf einer Trainingsfahrt in Chile im September tödlich verunglückt.
Seinen Podestplatz in Gröden im Dezember widmete Franzoni seinem guten Freund: «Wenn er hier wäre, würde ich ihm sagen, dass er eine fantastische Person ist. Immer mit einem Lächeln im Gesicht. Und ich würde ihm sagen, dass ich stolz bin, sein Freund zu sein. Und dass er wie mein grosser Bruder ist. Ich werde mein ganzes Leben lang für ihn Skifahren.»