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Profitieren Marco Odermatt und Co. von besonders schnellen Rennanzügen?
Bild: Keystone
Im Ski-Weltcup werden Stimmen laut, die im Sinne der Sicherheit langsamere und einheitliche Rennanzüge fordern. Der österreichische Verband spricht sich dafür aus, Swiss-Ski aber widerspricht.
Die Speed-Dominanz der Schweizer Männer in diesem Weltcup-Winter ist erdrückend. 9 von bisher 14 möglichen Siegen beansprucht Swiss-Ski für sich. Im Super-G von Kvitfjell am vergangenen Sonntag – und damit im 15. Speed-Rennen dieser Saison – steht zum ersten Mal kein Schweizer auf dem Podest.
Die eidgenössische Siegesserie soll sich aus Sicht der Konkurrenz in naher Zukunft natürlich drastisch abschwächen. Insbesondere der österreichische Verband spricht sich nun für eine Regeländerung aus. Vorgeschlagen wird die Einführung von einheitlichen, langsameren Rennanzügen. Das hat allerdings weniger mit der Schweizer Dominanz zu tun, sondern viel mehr mit den zahlreichen schweren Stürzen und Verletzungen.
«Wir unterstützen alles, was unseren Sport sicherer macht. Und wir sind davon überzeugt, dass durch die Einführung von dickeren Anzügen das Tempo um 5 Kilometer pro Stunde verringert werden könnte», wird etwa der österreichische Alpin-Direktor Herbert Mandl im «Blick» zitiert.
Hans Knauss, heutiger Experte bei ORF und ehemaliger Hahnenkamm-Sieger, pflichtet Mandl bei. «Wir müssen alles dafür unternehmen, damit wir in Zukunft viel weniger Verletzungen haben im Skisport. Und auch ich bin der Meinung, dass wir mit einheitlichen, langsameren Rennanzügen einen ersten Schritt in die richtige Richtung machen könnte», so Knauss.
Auf Seiten von Swiss-Ski klingt das aber anders. «Langsamere Anzüge werden die Sicherheit im Skisport ganz sicher nicht verbessern. Wenn die Athleten wegen der Anzüge in den Gleitpassagen langsamer sind, können sie in den Kurven mehr Tempo aufbauen», sagt CEO Walter Reusser und fügt an: «Deshalb sollte die FIS ihr Hauptaugenmerk auf eine bessere Präparation der Piste richten, dann werden wir auch weniger schwere Verletzungen haben.»
Knauss zeigt sich von Reussers Einwand wenig überrascht. «Wenn ich Schweizer wäre, würde ich mich auch gegen einheitliche Rennanzüge aussprechen, schliesslich sind sie derzeit auch in diesem Bereich die Nummer 1», sagt der 54-Jährige. Schliesslich sei das Schweizer Übergewicht in Hochgeschwindigkeitspassagen noch offensichtlicher, findet Knauss: «Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass die Anzüge der Schweizer besonders aerodynamisch sind.»
Das letzte Wort ist wohl längst nicht gesprochen. Die Fortsetzung folgt – spätestens am FIS-Kongress in Portugal im Mai.