Dominik Paris ist mit sieben Siegen auf der Stelvio der König von Bormio – und dürfte bei den Olympischen Spielen zum grössten Konkurrenten für die Schweizer Medaillen-Hoffnungen rund um Marco Odermatt werden.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Dominik Paris gilt bei der Olympia-Abfahrt in Bormio als Favorit, da er dort bereits sieben Siege feiern konnte und die Strecke wie kaum ein anderer kennt.
- Für den 36-jährigen Südtiroler sind es bereits die fünften Olympischen Spiele, die ersten jedoch im eigenen Land – ein besonderer Moment, der ihn eher motiviert als unter Druck setzt.
- Paris sieht sich als erfahrener Teamleader, will sein Wissen an die nächste Generation weitergeben und lässt seine sportliche Zukunft offen.
Marco Odermatt wird an sämtlichen Rennen, an denen er an den Olympischen Spielen an den Start geht, als Favorit gehandelt. Der Schweizer führt nämlich nicht nur im Gesamtweltcup, sondern ist auch Disziplinenführender in Riesenslalom, Super-G und Abfahrt.
In der Königsdisziplin, der Abfahrt, stammt die grösste Konkurrenz aus dem eigenen Lager. Franjo von Allmen hat von den letzten 11 Abfahrten drei gewonnen, sieben auf dem Podest beendet und war nur einmal schlechter als Vierter.
Ein besonderes Augenmerk liegt in der Olympia-Abfahrt aber auch auf dem Italiener Dominik Paris. Der 36-jährige Südtiroler ist nicht nur in dieser Saison in der Abfahrt wieder vorne dabei, er ist vor allem auch ein Spezialist für die Olympia-Abfahrt, welche in Bormio stattfindet. Paris hat in seiner Karriere 24 Rennen gewonnen, sieben davon in Bormio. Keiner kennt die Stelvio so gut wie Paris.
Von blue News auf seine Favoriten-Rolle angesprochen sagt er: «Es ist ja gut, wenn man als Favorit gilt, das heisst, man kann vorne mithalten. Das freut einen natürlich. Es ist weniger der Druck, sondern es pusht mich und ich gebe richtig Gas, wenn es soweit ist.»
«Lange werde ich nicht mehr dabei sein»
Die Winterspiele in der italienischen Heimat werden für Paris bereits die fünften. Auf die Frage, was er so alles mitgenommen hat aus seiner Erfahrung, scherzt Paris: «Altersschwächen.» Dann erklärt der Italiener, dass er natürlich wisse, wie man einen Grossanlass angehen müsse, auch wenn die Situation eine andere sei mit Spielen auf einer Piste, die man kenne.
Die letzten vier Winterspiele fanden in Vancouver (2010), Sotschi (2014), Pyeongchang (2018) und Peking (2022) statt. Auch für Paris ist Olympia damit zum ersten Mal in der Nähe und dann noch im Heimatland: «Es wird sicher speziell werden, ich kann es mir noch nicht richtig vorstellen, aber ich denke, das ist schon was besonderes wenn man zuhause ein so wichtiges Rennen fahren kann.»
Wenn er auf die vergangenen Olympia-Momente zurückdenkt, kommen Paris vor allem zwei in den Sinn: Die ersten Spiele 2010, als er mit 20 Jahren erste Erfahrungen sammeln konnte, seien sehr speizell gewesen, da er alles ein bisschen beobachten konnte.
Nicht so schöne Erinnerungen hat Paris jedoch an die Spiele 2018 in Pyeongchang: «Ich hatte das Rennen im Griff, aber in einer Kurve alles weggeschmissen.»
Mit seinen 36 Jahren wird Paris einer der erfahrendsten Athleten und hat im italienischen Team auch eine spezielle Rolle: «Ich gebe gerne etwas von meiner Erfahrung ab, denn so lange werde ich nicht mehr dabei sein, dann dürfen die Jungen angreifen.» Wie lange er noch fahren will, verrät er blue News aber nicht: «Keine Ahnung, mal schauen, wie es geht.»